Dieses Video wurde am 05.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Tigerjunges, vier Löwenbabys und ein gemeinsamer erster Schultag: Im Tierpark Leedu bei der chinesischen Millionenstadt Chongqing hat ein ungewöhnliches Aufeinandertreffen für Aufsehen gesorgt. Die fünf Jungtiere verschiedener Raubkatzenarten werden dort gemeinsam im sogenannten Tierkindergarten großgezogen – ein Experiment, das Tierpfleger, Besucher und Tierfans weltweit gleichermaßen fasziniert. Ziel ist es, die Tiere behutsam an ihre Artgenossen und an die Welt außerhalb des Geheges heranzuführen, bevor sie später zu echten Raubkatzen heranwachsen.
Erster Tag im Tierkindergarten: Zaghafte Schritte auf dem Rasen
Fünf Tierpfleger trugen die Neuankömmlinge durch das Tor auf eine Rasenfläche im Freigelände des Tierparks. Dann trat das Team zurück und ließ die Kleinen gewähren. Was folgte, war eine Mischung aus Unsicherheit und Neugier: Das Tigerjunge tapste zunächst zögerlich über den Boden, während die vier Löwenbabys bereits munterer herumtollten.
Das erste vorsichtige Aufeinandertreffen der Arten verlief friedlich. Pfote an Pfote erkundeten die Jungtiere ihr neues Umfeld – ein Anblick, der die artübergreifende Sozialisation eindrücklich verdeutlicht. Für die Pfleger war es ein vielversprechender Auftakt.
Stundenplan mit Milch und Fleisch
Wie in einem echten Kindergarten folgt auch im Tierpark Leedu auf das Toben eine geregelte Mahlzeit. Nach dem ersten Ausflug ins Freigehege stand Fütterung auf dem Programm – strukturiert und artgerecht:
- Frische Milch direkt aus der Flasche für die jüngsten Tiere
- Festes Fleisch aus dem Napf als schrittweise Ergänzung des Speiseplans
- Feste Fütterungszeiten als Teil eines strukturierten Tagesablaufs
- Individuelle Betreuung durch speziell ausgebildete Tierpfleger
Die klare Tagesstruktur soll den Jungtieren Sicherheit geben und ihre natürliche Entwicklung fördern – trotz des ungewöhnlichen Zusammenlebens verschiedener Raubkatzenarten unter einem Dach.
Tiger und Löwen gemeinsam aufziehen – ein seltenes Experiment
Die gemeinsame Aufzucht von Tigern und Löwen ist selbst in zoologischen Einrichtungen eine Seltenheit. In freier Wildbahn bewohnen beide Arten völlig unterschiedliche Kontinente und Lebensräume – der Tiger ist in Asien beheimatet, der Löwe vor allem in Afrika und in kleinen Restbeständen in Indien.
Im kontrollierten Umfeld eines Tierparks können Jungtiere beider Arten jedoch in einem frühen Lebensabschnitt miteinander sozialisiert werden, solange die natürlichen Instinkte noch wenig ausgeprägt sind. Experten betonen, dass ein solches Konzept ein hohes Maß an Fachkenntnis, kontinuierliche Beobachtung und klare Protokolle erfordert, um das Wohl aller Tiere zu gewährleisten.
Ausblick: Aus Kita-Bewohnern werden echte Raubkatzen
Das erklärte Ziel des Tierparks ist klar: Die possierlichen Bewohner des Tierkindergartens sollen zu gesunden, artgemäß lebenden Raubkatzen heranwachsen. Die gemeinsamen ersten Wochen und Monate dienen der Sozialisation, der körperlichen Entwicklung und dem Aufbau von Vertrauen gegenüber den Pflegern.
Mit zunehmendem Alter und wachsenden Instinkten werden Tiger und Löwen schrittweise in getrennten Gehegen gehalten werden – der gemeinsame Start im Tierkindergarten von Chongqing bleibt dann eine besondere Episode ihrer frühen Lebensgeschichte. Die bezaubernden Aufnahmen des ersten Tages zeigen eindrucksvoll, wie zart und gleichzeitig kraftvoll das Leben junger Großkatzen beginnt.
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