Dieses Video wurde am 07.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der DAX hält sich zum Wochenauftakt knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 26.000 Punkten – trotz fehlender Impulse aus den USA, wo wegen des Labor Day Feiertag herrscht. Im tagesaktuellen DAX-Check stehen Deutsche Bank, Hannover Rück, Infineon, Nordex, SUSS Microtec und TAG Immobilien unter der Lupe. Die Stimmung ist verhalten positiv, doch steigende Anleiherenditen und höhere Ölpreise bleiben Belastungsfaktoren.
DAX im Spannungsfeld zwischen Renditen und Gewinnwachstum
Der deutsche Leitindex eröffnet weitgehend unverändert gegenüber dem Freitagsschluss bei rund 26.044 Punkten. Zwar markierte der DAX zwischenzeitlich ein neues Rekordhoch, doch die anziehenden Anleiherenditen – in Deutschland aktuell bei 3,36 %, in den USA ähnlich hoch – machen eine nachhaltige Aufwärtsbewegung schwierig.
Zusätzlich lasten steigende Ölpreise auf der Stimmung. Nachdem das Barrel zwischenzeitlich im Bereich von 70 US-Dollar notierte, nähert sich der Preis wieder der 100-Dollar-Marke. Dass der DAX diese Belastungsfaktoren bislang wegsteckt, liegt vor allem am robusten Gewinnwachstum – sowohl in den USA als auch in Deutschland fielen die jüngsten Quartalszahlen ordentlich aus.
Deutsche Bank und Hannover Rück: Finanzsektor gefragt
Für die Deutsche Bank hat eine Analysteneinschätzung ein Kursziel von 41,50 Euro ausgegeben. Das Jahreshoch bei 34 Euro liegt bereits hinter dem Kurs, der aktuell bei rund 35,43 Euro notiert. Langfristig – ein Blick auf den Chart bis 2009 zeigt es – liegt der nächste nennenswerte Widerstand erst jenseits von 40 Euro. Die Rahmenbedingungen für Banken bleiben günstig:
- Anhaltend hohes Zinsniveau stützt die Nettozinsmargen
- Leichte konjunkturelle Erholung in Deutschland und starkes Wachstum in den USA
- Solide Quartalsergebnisse im gesamten Bankensektor
Risiken wie steigende Kreditausfallwahrscheinlichkeiten werden vom Markt derzeit ausgeblendet, sollten aber auf dem Radar bleiben.
Die Hannover Rück meldet sich vom Rückversicherertreffen in Monte Carlo: Für die Erneuerungsrunde ab Januar 2027 rechnet das Unternehmen zwar mit leicht rückläufigen Preisen, sieht aber selektive Wachstumschancen – insbesondere im Cyberbereich und bei der Naturkatastrophendeckung. Die Aktie notiert bei rund 261 Euro, seit Juni hat sie rund 14 % zugelegt. Rückversicherer punkten mit solider Kapitalausstattung und moderater Bewertung.
Infineon und SUSS Microtec: Halbleiter mit Aufholpotenzial
Im Halbleitersektor sorgt die wieder aufkeimende KI-Fantasie für Rückenwind. Infineon führt die DAX-Gewinnerliste mit einem Plus von 2,5 % an. Eine aktuelle Analystenstudie sieht ein Kursziel von 84 Euro – rund 45 bis 50 % Aufwärtspotenzial gegenüber dem derzeitigen Kurs von 58,31 Euro.
Technisch hat die Aktie einen tragfähigen Boden knapp oberhalb der 200-Tage-Linie bei etwa 53 Euro ausgebildet. Als nächste Hürde gilt die noch abwärts geneigte 50-Tage-Linie. Ein nachhaltiges Kaufsignal entsteht erst, wenn diese überwunden wird und der gleitende Durchschnitt wieder nach oben dreht.
Ähnlich das Bild bei SUSS Microtec: Die Aktie könnte ein Doppeltief ausbilden. Entscheidend ist die Überwindung der 80-Euro-Marke, die gleichzeitig dem GD50 entspricht. Auf aktuellem Niveau ist eine erste Einstiegsposition vertretbar.
Nordex: Ausbruch abwarten – TAG Immobilien unter Druck
Für Nordex gab es heute eine Hochstufung, die Aktie reagiert positiv und kämpft sich an die 50-Tage-Linie heran. Die 200-Tage-Linie wurde zurückerobert. Der entscheidende Widerstand liegt bei 40 Euro – erst ein bestätigter Ausbruch über diese Marke würde ein prozyklisches Kaufsignal liefern. Grundsätzlich stimmen die Rahmenbedingungen: Windkraft bleibt auf Wachstumskurs, und Nordex liefert mittlerweile deutlich verbesserte operative Ergebnisse.
Klar negativ bleibt hingegen das Bild bei Immobilienaktien. TAG Immobilien nähert sich dem Märztief von knapp über 12 Euro. Hält diese Unterstützung nicht, droht ein Rückfall in Richtung 10 bis 11 Euro. Neben den gestiegenen Renditen – von 2,85 % vor einigen Monaten auf nun rund 3,36 % – belastet auch die politische Debatte um mögliche Enteignungen in Berlin das Vertrauen institutioneller Anleger. Ähnlich schwach präsentiert sich Vonovia, das zudem von der Goldman-Sachs-Conviction-Buy-Liste gestrichen wurde.
Fazit: Der DAX zeigt sich zum Wochenstart robust, aber ohne klare Richtung. Während Bankwerte und Rückversicherer solide aufgestellt sind und Halbleiterwerte erste Erholungszeichen senden, bleibt der Immobiliensektor vorerst kein Terrain für Anleger – zu groß ist der Druck durch steigende Zinsen und politische Unsicherheiten. Die nächsten Impulse könnten der Sentix-Konjunkturindex um 10:30 Uhr sowie die BIP-Schätzung für das zweite Quartal um 11:00 Uhr liefern.
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