Dieses Video wurde am 07.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die künstliche Intelligenz treibt die Börsen weiter an: GPT-6 trainiert auf hunderttausenden Nvidia-GPUs, KI-Angriffe auf Unternehmensnetzwerke steigen um 171 Prozent, und Quantencomputer-Aktien verlieren nach ihrem Höhenflug an Schwung. Welche KI-Aktien derzeit attraktiv bewertet sind, wo Anleger Vorsicht walten lassen sollten und warum Bitcoin ein Kursziel von 300.000 Dollar im Raum steht – ein umfassender Marktüberblick.
Crowdstrike und Seconet: KI-Sicherheit bleibt ein Megathema
Crowdstrike hat zuletzt starke Quartalszahlen vorgelegt und eine neue Kooperation mit Nvidia angekündigt. Das KGV liegt zwar bei rund 130 und damit auf einem hohen Niveau, doch die Nachfrage nach KI-gestützter Cybersicherheit wächst rasant. Laut einer aktuellen Unternehmenserhebung sind KI-gestützte Cyberangriffe zuletzt um 171 Prozent gestiegen – ein Argument, das klar für den Marktführer im Endpoint-Schutz spricht.
Auch das deutsche Unternehmen Seconet rückt in den Fokus: Die Aktie hat die 200-Tage-Linie mit Schwung nach oben durchbrochen und damit ein technisches Kaufsignal geliefert. Das KGV liegt vergleichsweise günstig unter 30. Seconet überwacht unter anderem als zertifizierter Anbieter Verschlusssachen und verfügt über einen etablierten Burggraben im Bereich staatlicher Datensouveränität – ein Vorteil in Zeiten wachsender Skepsis gegenüber US-amerikanischen Softwareanbietern.
Nvidia, Micron und Alphabet: Die KI-Infrastruktur läuft auf Hochtouren
Nvidia bleibt das Rückgrat der KI-Revolution. Die Gewinnschätzungen für das kommende Jahr wurden seit Jahresbeginn nahezu verdoppelt – das EPS stieg innerhalb weniger Wochen von 13 auf 16 Dollar, womit das KGV auf unter 20 sinkt. GPT-6 (Codename „Astra”) wird auf 100.000 Nvidia-GPUs trainiert; in der Inferenzphase sollen weitere 400.000 Grafikprozessoren hinzukommen.
Micron profitiert weiterhin vom anhaltenden Engpass bei KI-Speicherlösungen und zeigte zuletzt eine kurze Aufwärtsbewegung. Langfristig bleibt die Frage, ob chinesische Anbieter mit zusätzlichen Kapazitäten den Markt unter Druck setzen. Alphabet überzeugt mit einem KGV von rund 21, starker KI-Positionierung durch Gemini sowie der Marktführerschaft von Waymo im Bereich autonomes Fahren. Für Basisinvestments gilt Alphabet derzeit als attraktivste Wahl im Sektor.
Tesla, Robotaxis und der Vergleich mit Uber
Das Tesla Cybercab sorgt für Aufsehen: Erste Preisvergleiche zeigen, dass eine Robotaxi-Fahrt mit dem Cybercab rund 19 Dollar kostet – gegenüber 35 Dollar bei einer vergleichbaren Uber-Fahrt. Das entspricht annähernd einer Halbierung des Fahrpreises.
Dennoch gilt das Tesla-KGV von über 100 als sportlich bewertet. Als Alternative für Spekulationen auf den Robotaxi-Markt wird Uber mit einem KGV unter 20 favorisiert, da das Unternehmen als plattformneutraler Aggregator von verschiedenen Anbietern profitieren kann. Wichtige Kennzahlen im Vergleich:
- Tesla Cybercab: ~19 Dollar pro Fahrt (Beispielstrecke)
- Uber (gleiche Strecke): ~35 Dollar
- Tesla-KGV: über 100
- Uber-KGV: unter 20
- Alphabet/Waymo: Marktführer bei autonomen Fahrten, KGV ~21
Bitcoin, D-Wave und der EU-Regulierungsrahmen
Der Bitcoin überschritt kurzzeitig die Marke von 82.000 Dollar und bleibt charttechnisch interessant. Der CEO der Kryptobörse Coinbase nennt ein Kursziel von 300.000 bis 400.000 Dollar für den Fall weiterer regulatorischer Erleichterungen in den USA. Fundamentale Bewertungsmodelle greifen bei Bitcoin nur bedingt, doch der Vergleich zur Marktkapitalisierung von Gold lässt weiterhin Potenzial erkennen.
D-Wave – Pionier im Bereich Quantencomputing – ist unterdessen unter die 200-Tage-Linie gefallen. Mit einer Marktkapitalisierung von rund 6 Milliarden Dollar bei einem Jahresumsatz von etwa 40 Millionen Dollar bleibt die Bewertung ambitioniert. Analysten rechnen bis 2031 mit einem Umsatzanstieg auf rund 700 Millionen Dollar; bis dahin bleibt die Aktie eher eine Watchlist-Position.
Ein kritisches Schlaglicht fällt auf die europäische Digitalregulierung: Die EU-Cookie-Pflicht sollte Verbraucher schützen und europäischen Startups Raum verschaffen, hilft in der Praxis aber vor allem großen US-Plattformen wie Google, die regulatorische Auflagen leichter schultern können. Schätzungen zufolge kostet das alltägliche Wegklicken von Cookie-Bannern die deutsche Volkswirtschaft rund 7 Milliarden Euro an Produktivität jährlich. Für Anleger bleibt der Ausblick zweigeteilt: Wer auf die richtigen KI-Infrastrukturwerte setzt, ist gut positioniert – vorausgesetzt, Europa schafft endlich den regulatorischen Befreiungsschlag, der heimischen Technologiefirmen echtes Wachstum ermöglicht.
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