Dieses Video wurde am 09.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Ölpreis der Nordseesorte Brent ist erstmals seit Juli wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel gestiegen und setzt damit die internationalen Aktienmärkte unter erheblichen Druck. Der DAX verliert rund eineinhalb Prozent und fällt deutlich unter die Marke von 26.000 Punkten. Gleichzeitig sind die europäischen Gaspreise innerhalb eines Monats um 40 Prozent gestiegen. Hintergrund bleiben der Konflikt im Nahen Osten sowie anhaltende Engpässe an der Straße von Hormus.
Ölpreis und Gaskosten treiben Inflationssorgen
Lange Zeit zeigten sich die Marktteilnehmer relativ resilient gegenüber den geopolitischen Spannungen. Nun aber sorgen die massiv gestiegenen Energiekosten für ein Umdenken: Höhere Energiepreise befeuern die Inflation, was wiederum die Geldpolitik der Notenbanken beeinflusst. Analysten gehen zunehmend davon aus, dass Öl- und Gaspreise in den kommenden Monaten nicht nennenswert zurückkommen werden.
Am Folgetag steht das EZB-Zinstreffen auf der Agenda. Eine Anhebung des Leitzinses gilt als ausgemachte Sache. Spannend bleibt, ob EZB-Chefin Christine Lagarde in der anschließenden Pressekonferenz Signale für weitere Zinsschritte im laufenden Jahr gibt. Am Donnerstag und Freitag folgen zudem Inflationsdaten aus den USA.
DAX-Gewinner und Verlierer im Überblick
Der Handelstag im deutschen Leitindex ist von Rot dominiert. Nur wenige Werte können sich behaupten:
- E.ON und RWE profitieren als Energieversorger von den steigenden Energiepreisen und verzeichnen grüne Vorzeichen.
- SAP zeigt eine technische Gegenreaktion nach den Verlusten des Vortages, als Sorgen über den Konkurrenzdruck durch Künstliche Intelligenz auf Softwareunternehmen aufkamen.
- Rheinmetall setzt seine Schwächephase fort und gehört zu den größten Verlierern des Tages.
- Infineon und Siemens sind als zyklische Werte in diesem Marktumfeld nicht gefragt.
- Kion gibt nach dem gestrigen Kursanstieg infolge eines positiven Analystenkommentars bereits wieder nach – Gewinnmitnahmen setzen ein.
Auch an den US-Märkten wird ein schwacher Start erwartet: Der Dow Jones dürfte rund 0,65 Prozent tiefer eröffnen, der S&P 500 etwa 0,35 Prozent und der Nasdaq rund 0,54 Prozent.
Apple Keynote: Faltbares iPhone im Fokus
Abseits der Makrothemen steht am Abend das Apple Event im Mittelpunkt. Erwartet wird die Vorstellung des ersten faltbaren iPhones – im Reisepassformat, mit Außen- und Innendisplay sowie Touch ID statt Face ID. Es ist zugleich die erste Keynote unter dem neuen CEO John Ternus, nachdem Tim Cook den Chefposten abgegeben hat.
Beim Preis rechnet die IDC mit rund 2.000 US-Dollar, wobei gestiegene Speicherchippreise die ursprünglich geplante Preismarke nach oben verschoben haben. Laut IDC könnte Apple bis 2027 einen Marktanteil von 31 Prozent nach Stückzahlen und 44 Prozent nach Umsatz im Falthandy-Segment erreichen – und damit den bisherigen Marktführer Huawei überholen. Reguläre iPhone-Modelle sollen erst im Frühjahr folgen.
Google, Rocket Lab, Inditex und BYD mit eigenen News
Alphabet (Google) investiert bis 2028 rund 15,1 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur in Finnland, vor allem in Rechenzentren. Im Zuge dessen wurde ein 22-jähriger Stromabnahmevertrag mit dem finnischen Energieversorger Fortum verlängert – dessen Aktie springt daraufhin um rund 13 Prozent nach oben.
Rocket Lab hat eine neue Weltraum-Solarzelle vorgestellt, die ohne das bisher standardmäßig eingesetzte Germanium-Substrat auskommt. Die Zelle ist 40 Prozent leichter, günstiger herzustellen und umgeht Lieferengpässe aus China. Vorbörslich legt die Aktie rund 2,5 Prozent zu.
Inditex legte Halbjahreszahlen vor: Der Umsatz stieg um knapp 8 Prozent auf 19,8 Milliarden Euro, das EBIT auf 3,8 Milliarden Euro – allerdings leicht unter dem Analysten-Konsens von 3,9 Milliarden. Die Aktie verliert dennoch über 5 Prozent.
Bei BYD haben Citigroup und Deutsche Bank die Exportprognosen für 2027 auf über 2,5 Millionen Fahrzeuge angehoben. Das geplante Werk in Ungarn soll ab November oder Dezember die Montage aufnehmen und durch den Wegfall von Zöllen Einsparungen von rund 5.900 Dollar je Fahrzeug ermöglichen. Die BYD-Aktie notiert im europäischen Handel dennoch knapp 2 Prozent im Minus.
Die kommenden Handelstage versprechen mehr Impulse: Nach dem EZB-Entscheid und den US-Inflationsdaten dürfte sich zeigen, in welche Richtung die Märkte tendieren – sowohl was die Zinspolitik als auch die Energiepreise angeht.
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