Dieses Video wurde am 01.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Börsenmonat September hat unter Anlegern einen berüchtigten Ruf – und das aus gutem Grund. Seit es verlässliche Börsenstatistiken gibt, ist er statistisch gesehen der schwächste Handelsmonat des gesamten Jahres. Kapitalmarktexperte Jürgen Mollner, der seit 1988 an den Märkten aktiv ist, ordnet die Saisonalität ein, blickt auf historische Einbrüche zurück und erklärt, warum Anleger im September 2026 besonders wachsam sein sollten.
61 Prozent negative September-Monate seit 1988
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Von den 36 Septembermonaten zwischen 1988 und 2024 schlossen 22 im Minus – das entspricht einer Quote von rund 61 Prozent. Im Schnitt verlor der Markt im September etwa zwei Prozent. Kein anderer Monat weist eine vergleichbar schwache Bilanz auf.
Mollner betont, dass hinter dieser Saisonalität keine mystischen Kräfte stecken. Es handelt sich schlicht um eine empirisch messbare Regelmäßigkeit, die Börsianer seit Jahrzehnten beobachten. Statistiken und Wahrscheinlichkeiten gehören zu den wichtigsten Orientierungsgrößen an den Märkten – und der September liefert beides in eindeutiger Form.
Bereits der letzte Handelstag im August deutete auf eine schwache Phase hin: Der DAX verlor 1,2 Prozent – ein negativer Vorbote für den einsetzenden Herbst.
Historische Einbrüche: Krieg, Terror und Finanzkrise
Einige September-Monate haben sich besonders tief ins kollektive Börsengedächtnis eingebrannt. Mollner nennt vier herausragende Beispiele:
- 1990 – Irakkrieg: Der DAX verlor im September rund 17 Prozent.
- 2001 – Terroranschläge in New York: Ein Minus von 18 Prozent folgte auf den 11. September.
- 2002 – Platzen der New-Economy-Blase: Mit einem Rückgang von 25 Prozent markierte dieser Monat den historischen Rekordeinbruch im DAX.
- 2008 – Lehman-Pleite: Der Zusammenbruch der US-Investmentbank kostete den DAX im September rund 10 Prozent.
Diese Extremereignisse zeigen, dass der September nicht nur statistisch schwach ist, sondern auch als Kulisse für globale Schockmomente dient – ob geopolitischer, terroristischer oder wirtschaftlicher Natur.
Aktuelle Gemengelage: Zinsen, Inflation und Geopolitik
Auch im aktuellen Marktumfeld gibt es genug Faktoren, die auf die Kurse drücken könnten. Die Inflation in Deutschland liegt bei 2,9 Prozent, für Europa werden 3,3 Prozent erwartet. Die Europäische Zentralbank unter Christine Lagarde dürfte bei ihrer Sitzung am 10. September die Zinsen erneut anheben – Mollner hält das für nahezu sicher.
Auch die US-Notenbank steht unter Druck: Fed-Chef Jerome Powell ließ beim Notenbankertreffen in Jackson Hole eine weitere Zinserhöhung durchblicken. Der Markt preist eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 bis 70 Prozent ein. Hinzu kommen die gestiegenen 30-jährigen US-Zinsen bei 5,25 Prozent sowie japanische Renditen auf einem 30-Jahres-Hoch.
Gleichzeitig sind die geopolitischen Risiken durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten nicht verschwunden – weiterer potenzieller Gegenwind für die Aktienmärkte.
Starker Arbeitsmarkt als stabilisierender Faktor
Trotz der Risiken gibt es auch stabilisierende Signale. Die US-Arbeitslosenquote liegt bei 4,1 Prozent – nahezu Vollbeschäftigung. Der für Freitag erwartete Arbeitsmarktbericht für August soll rund 50.000 bis 60.000 neu geschaffene Stellen ausweisen.
Diese Stärke der Realwirtschaft ist ein wesentlicher Grund, warum sich die Aktienmärkte trotz aller Unsicherheiten bisher gut behaupten konnten. Auch das letzte Quartal verlief an den Börsen insgesamt positiv.
Mollner warnt jedoch davor, aus der September-Saisonalität eine einfache Handlungsregel abzuleiten – etwa Ende August zu verkaufen und erst im Oktober wieder einzusteigen. Wäre es so einfach, würden alle Marktteilnehmer es tun. Historisch folgen auf schwache September-Monate häufig ein solider Oktober und November, in denen die sogenannte Jahresendstimmungsrally einsetzt. Wie das Jahr 2026 letztlich verlaufen wird, bleibt abzuwarten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (ntv Nachrichten). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


