Dieses Video wurde am 04.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der US-Arbeitsmarktbericht für August hat die Märkte am letzten Handelstag der Woche bewegt: Mit 162.000 neu geschaffenen Stellen übertraf das Ergebnis die Konsenserwartung von 55.000 Stellen deutlich. Das hat weitreichende Konsequenzen – für die Zinspolitik der US-Notenbank Federal Reserve, für Leitindizes wie den DAX und den S&P 500, aber auch für Einzelwerte wie Bitcoin, Nvidia, Lululemon, Zscaler, DocuSign und Adobe.
US-Arbeitsmarktbericht treibt Zinsdiskussion neu an
Die starken Arbeitsmarktdaten verschieben die Erwartungen an die Federal Reserve spürbar. Während zuvor ein Großteil der Marktteilnehmer mit einer Zinserhöhung rechnete, hatten Aussagen des Fed-Mitglieds Christopher Waller – er kündigte an, bei der September-Sitzung für eine Beibehaltung der Zinsen zu stimmen – zuletzt für Entspannung gesorgt. Nach dem Bericht zeigt das Fed-Watch-Tool nun eine annähernd 50:50-Verteilung der Markterwartungen.
Höhere Zinsen machen Aktien generell weniger attraktiv. Der DAX reagierte zunächst mit Verlusten, erholte sich im Tagesverlauf jedoch wieder. Auf Wochensicht bleibt der deutsche Leitindex dennoch rund 2 % im Minus.
Die US-Futures zeigten gemischte Reaktionen:
- Nasdaq-Future: leichtes Plus von rund 0,1 %
- S&P 500 und Dow Jones: jeweils leichte Verluste von 0,2 bis 0,4 %
- Eröffnung an der Wall Street tendenziell im Minus erwartet
Volkswagen: Stellenabbau und Hoffnung auf Sanierung
Im DAX dominiert neben dem Makrothema die Nachricht rund um Volkswagen. Der Aufsichtsrat hat sich einstimmig auf einen weitreichenden Konzernumbau geeinigt. Zusätzlich zu den bereits angekündigten 50.000 Stellenstreichungen sollen weitere 50.000 Arbeitsplätze wegfallen. Vier Werke stehen auf der Kippe, mehrere Modelle sollen aus der Produktion genommen werden.
Der Schritt gilt als Reaktion auf den wachsenden Wettbewerbsdruck aus China sowie auf strukturelle Schwächen im Kerngeschäft. An der Börse wurde die Nachricht zunächst positiv aufgenommen – die VW-Aktie verzeichnete zeitweise ein zweistelliges Plus, da Anleger auf eine nachhaltige Verschlankung des Konzerns hoffen.
Zu den Verlierern im DAX zählen unterdessen Rheinmetall (minus rund 40 % auf Jahressicht), Daimler Truck nach Abstufung durch Morgan Stanley sowie im MDAX SÜSS MicroTec, der auf den tiefsten Stand seit April gefallen war – Analysten sehen dort jedoch eine Kaufgelegenheit angesichts der langfristigen Halbleiter-Perspektiven.
Lululemon enttäuscht – Zscaler und DocuSign mit soliden Zahlen
Lululemon ist der größte Verlierer im S&P 500 mit vorbörslichen Abschlägen von rund 20 bis 21 %. Das Unternehmen verfehlte mit einem Quartalsumsatz von 2,42 Milliarden US-Dollar die Analystenerwartungen. Besonders negativ: Lululemon hat zum dritten Mal in diesem Jahr seine Jahresprognose für Umsatz und Gewinn gesenkt. Schwäche zeigt sich sowohl im China-Geschäft als auch auf dem Heimatmarkt Amerika. Analysten haben ihre Kursziele bereits nach unten korrigiert. Auch Wettbewerber wie Adidas und Puma gerieten unter Druck.
Zscaler legte solide Quartalszahlen vor: Der Umsatz stieg um 25 %, die operative Rekordmarge lag bei 24 %. Belastend wirkt jedoch ein Rückgang des Free Cashflows um 65 %. Die Aktie notiert vorbörslich rund 4 % im Minus und kämpft um die 200-Tage-Linie bei etwa 170 US-Dollar.
DocuSign überzeugte mit einem Umsatzplus von 9 % und einem Gewinnanstieg je Aktie von 26 %. Die KI-Plattform liefert spürbare Wachstumsimpulse. Nach einem nachbörslichen Plus von 4 % hat sich die Euphorie etwas gelegt – die Aktie dürfte bei rund 66 US-Dollar eröffnen.
Adobe mit neuem CEO – Nvidia bleibt Dauerempfehlung
Adobe benennt einen neuen Vorstandschef: Anil Chakravarthy übernimmt zum 1. Dezember die Führung, sein Vorgänger Shantanu Narayen bleibt als Executive Chairman an Bord. Adobe hatte zuletzt durch KI-bedingte Wachstumssorgen gelitten, konnte sich charttechnisch aber über die 200-Tage-Linie vorkämpfen. Anleger sollten die Quartalszahlen in der kommenden Woche abwarten, bevor sie Entscheidungen treffen.
Klar bullish ist die Lage bei Nvidia: Die Aktie zählt zu den erwarteten Spitzenreitern im Dow Jones mit einem vorbörslichen Plus von rund 1,5 %. Nvidia meldete eine Übernahme von Hugging Face im Wert von rund 13 Milliarden US-Dollar sowie Beteiligungsinvestitionen von insgesamt 99 Milliarden US-Dollar. Das Kursziel liegt bei 267 US-Dollar – Nvidia bleibt eine Dauerempfehlung.
Auch Bitcoin rückte in den Fokus: Die Kryptowährung war zwischenzeitlich über 81.000 US-Dollar gestiegen, kämpft nun aber mit dem Widerstand rund um das Mai-Hoch. Gelingt der Ausbruch, wäre das ein neues Kaufsignal. Grundsätzlich gilt die Einschätzung als bullish, mit Empfehlung, Rücksetzer als Einstiegsgelegenheit zu nutzen.
Der Handelstag steht damit im Zeichen eines starken Jobberichts, der die Zinsdebatte neu entfacht und an den Märkten für Volatilität sorgt. Ob die Fed im September tatsächlich an der Zinsschraube dreht, bleibt offen – die Entscheidung am 16. September wird richtungsweisend sein.
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