Dieses Video wurde am 04.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der US-Arbeitsmarktbericht für August hat die Erwartungen der Wall Street deutlich übertroffen. Mit 162.000 neu geschaffenen Stellen wurden mehr als dreimal so viele Jobs verzeichnet wie von Analysten prognostiziert. Gleichzeitig wurden die Daten der beiden Vormonate um insgesamt 55.000 Stellen nach oben revidiert. Das Ergebnis heizt die Debatte über einen möglichen Zinsschritt der Federal Reserve weiter an – und rückt die Inflationsdaten der kommenden Woche in den Mittelpunkt.
US-Arbeitsmarkt im August weit stärker als erwartet
Die Wall Street hatte sich für August einen moderaten Stellenzuwachs zwischen 30.000 und 70.000 neuen Jobs erhofft – ein Niveau, das weder zu viel Wachstumsdruck noch Deflationssorgen ausgelöst hätte. Stattdessen lieferte der Bericht ein überraschend robustes Ergebnis.
Die Arbeitslosenquote blieb stabil bei 4,1 Prozent, die durchschnittlichen Stundenlöhne entwickelten sich im Rahmen der Erwartungen. Der Stellenzuwachs selbst signalisiert, dass der amerikanische Arbeitsmarkt wieder an Dynamik gewonnen hat – ein Signal, das an den Märkten mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurde.
Ideal aus Börsensicht wäre ein schwächerer Bericht gewesen, der die Fed zu einer abwartenden Haltung bei den Zinsen gezwungen hätte. Der starke Arbeitsmarkt erhöht nun den Druck auf die Notenbank, restriktiver zu agieren.
Fed-Zinsentscheid am 16. September rückt ins Zentrum
Die entscheidende Frage ist nun, ob die Federal Reserve auf ihrer Sitzung am 16. September die Leitzinsen anheben wird. Fed-Gouverneur Waller hatte sich zuletzt klar positioniert: Er favorisiert eine Beibehaltung der Zinsen, würde aber ins Lager der Befürworter einer Anhebung wechseln, sollten die Inflationsdaten heißer ausfallen als erwartet.
Für den August-Verbraucherpreisindex werden derzeit folgende Schätzungen gehandelt:
- Gesamtinflation: 3,4 Prozent im Vorjahresvergleich – ähnlich wie im Juli
- Kernrate (exkl. Nahrungsmittel und Energie): 2,4 Prozent – leicht rückläufig
- Benzin- und Dieselpreise auf dem höchsten Stand seit der russischen Invasion in der Ukraine
- Hypothekenzinsen auf dem höchsten Niveau seit Juli 2025
Die Schätzungen gelten als konservativ. Das Risiko, dass die tatsächlichen Werte nach oben überraschen, ist durch den starken Arbeitsmarktbericht gestiegen. Zusätzlichen Inflationsdruck erzeugen steigende Energie- und Hypothekenkosten.
EZB-Sitzung und Iran-Konflikt als weitere Marktfaktoren
Parallel zur US-Geldpolitik steht am Donnerstag die EZB-Sitzung auf dem Programm. Eine Zinsanhebung gilt dort als Konsens und wird keine Überraschung darstellen. Im Fokus steht vielmehr die Frage, wie EZB-Präsidentin Christine Lagarde zur Volatilität an den Anleihemärkten Stellung nimmt und welche Instrumente die Notenbank einsetzen will, um diese einzudämmen.
Hinzu kommt der anhaltende Iran-Konflikt, der die Energiemärkte belastet. Die Wall Street rechnet zunehmend damit, dass die Auseinandersetzung über die US-Midterms hinaus andauern wird. Das Weiße Haus soll seine Strategie geändert haben und strebt keine Rückkehr zum Rahmenabkommen vom Juni an. Stattdessen wird ein umfassenderer Deal angestrebt, der auch das Atomwaffenprogramm einschließt.
Europa unterstützt formal die sogenannte „Operation Economic Outcast” gegen den Iran. Südkorea erwägt laut Berichten, Kriegsschiffe in die Straße von Hormus zu verlegen, um sichere Öltransporte zu gewährleisten. Trotz der Spannungen wurden zuletzt wieder erhebliche Ölmengen unter militärischer Eskorte durch die Meerenge transportiert – auf rund drei Viertel des Vorniveau vor Ausbruch des Konflikts.
Unternehmensberichte: Lululemon mit massiver Gewinnwarnung
Auf der Unternehmensebene sorgte vor allem Lululemon für negative Schlagzeilen. Trotz gesenkter Erwartungen verfehlte das Unternehmen seine eigenen Prognosen deutlich. Die vergleichbaren Filialumsätze brachen um 10 Prozent ein – die Wall Street hatte lediglich ein Minus von 4 Prozent einkalkuliert.
Der Gewinn je Aktie soll im laufenden Quartal nur noch bei 93 bis 98 Cent liegen; Analysten hatten 2,41 Dollar erwartet. Morgan Stanley hält an einer Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 83 Dollar fest. Bernstein senkte das Ziel auf 115 Dollar. Auch On Holdings und Dick’s Sporting Goods schwächelten im Sportbekleidungssegment.
Im Technologiesektor überzeugten Samsara und DocuSign mit besser als erwarteten Zahlen und angehobenen Ausblicken. Palo Alto Networks und CrowdStrike dagegen standen trotz solider Ergebnisse unter Abgabedruck – ein Muster, das in der Cybersicherheitsbranche zuletzt häufiger zu beobachten war.
Die kommende Woche wird geldpolitisch richtungsweisend: Inflationsdaten aus den USA, der EZB-Entscheid sowie Quartalszahlen von Oracle und das neue iPhone-Event von Apple am Mittwoch dürften die Marktrichtung maßgeblich beeinflussen. Vor allem die Frage, ob die Fed am 16. September handelt, hängt nun fast vollständig an den Verbraucherpreisdaten.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


