Dieses Video wurde am 07.09.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Ukraine-Friedensgespräche nehmen an Fahrt auf: US-Gesandter Steve Wkoff hat sich nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski in Kiew optimistisch gezeigt. „Wir haben ein gutes Gefühl”, erklärte Wkoff am Sonntag und betonte, die Vereinigten Staaten strebten eine diplomatische und keine militärische Lösung des Konflikts an. Damit sendet Washington ein klares Signal: Der Fokus liegt auf Verhandlungen, nicht auf weiterer Eskalation.
Kushner fordert trilaterales Format
Neben Wkoff reiste auch Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, nach Kiew. Kushner äußerte die Hoffnung auf eine Rückkehr zu einem trilateralen Verhandlungsformat mit der Ukraine, Russland und den USA. Trump selbst habe beide Gesandten damit beauftragt, ein umfassendes Friedenspaket zu erarbeiten, so Kushner.
Auch Selenski sprach sich klar für dieses Format aus. Alles müsse dafür getan werden, damit solche Dreiertreffen zustande kämen, betonte der ukrainische Präsident. Er schloss dabei eine Erweiterung des Formats ausdrücklich nicht aus:
- Ein Treffen im Format Ukraine – Russland – USA sei das Minimalziel.
- Selenski brachte zusätzlich ein „Dreiertreffen plus Europa” ins Spiel.
- Die Reaktion Moskaus auf diesen Vorschlag bleibe abzuwarten.
Selenski: Gespräche „sehr substantiell”
Der ukrainische Präsident bezeichnete die Unterredungen mit den US-Unterhändlern als „sehr substantiell“. Die Verhandlungen hätten eine breite Themenpalette abgedeckt, die weit über allgemeine Friedensbeteuerungen hinausgeht.
Konkret ging es laut Selenski unter anderem um folgende Punkte:
- Sicherheitsgarantien für die Ukraine nach einem möglichen Waffenstillstand
- Wirtschaftsgarantien und einen Wiederaufbauplan für das kriegsgeschädigte Land
- Die Lieferung von Flugabwehrraketen zur Stärkung der ukrainischen Luftverteidigung
- Ein Winterhilfspaket zur Versorgung der Zivilbevölkerung in den kalten Monaten
Diplomatischer Druck auf Moskau wächst
Mit den Besuchen in Kiew und Moskau erhöhen die USA den diplomatischen Druck auf beide Konfliktparteien. Die gleichzeitigen Gespräche in beiden Hauptstädten signalisieren, dass Washington als aktiver Vermittler auftreten will – ein Rollenwechsel gegenüber der bisherigen, stärker militärisch ausgerichteten Unterstützungspolitik.
Ob Russland tatsächlich zu einem trilateralen Treffen bereit ist, bleibt die entscheidende Frage. Selenski selbst formulierte es vorsichtig: „Man werde sehen, was die Regierung in Moskau dazu sage.” Die Bereitschaft des Kremls gilt als zentraler Prüfstein dafür, ob die aktuelle Gesprächsdynamik in einen echten Verhandlungsprozess mündet.
Ausblick: Nächste Schritte im Friedensprozess
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die zur Schau gestellte Zuversicht der US-Gesandten auf konkretem Verhandlungsfortschritt beruht. Ein mögliches trilaterales Gipfeltreffen wäre ein historischer Schritt – und würde Europa vor die Frage stellen, wie es sich in diesem neuen Vermittlungsformat positioniert. Selenski hat klargemacht, dass europäische Sicherheitsinteressen am Verhandlungstisch nicht übergangen werden dürfen. Der Ball liegt nun in Moskau.
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