Dieses Video wurde am 07.09.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Am Hohen Dachstein hat sich ein dramatisches Unglück ereignet: Zwei deutsche Bergsteiger stürzten in eine Gletscherspalte und mussten nach einer zehnstündigen Rettungsaktion aus der Tiefe des Eises geborgen werden. Nur dank eines gezielten Handy-Notrufs aus der Spalte heraus konnten die Einsatzkräfte alarmiert werden. Einer der Männer wurde schwer verletzt, beide überlebten das Unglück.
Absturz über 100 Meter Eis – tief in der Gletscherspalte
Die beiden Männer rutschten beim Aufstieg auf dem eisigen Untergrund des Dachstein-Gletschers ab. Sie glitten mehr als 100 Meter über die Gletscherfläche, bevor sie in eine Spalte stürzten. Die Tiefe, in der sie zum Liegen kamen, war erschreckend: Einer der Bergsteiger befand sich rund 15 Meter unterhalb des Spaltenrands, sein Begleiter sogar in etwa 20 Metern Tiefe.
Trotz ihrer misslichen Lage gelang es den Männern, mit ihren Mobiltelefonen einen Notruf abzusetzen. Dieser Notruf war die entscheidende Weichenstellung für die folgende Rettungsaktion.
Sturm und Nebel verzögern den Hubschraubereinsatz
Die Wetterbedingungen am Dachstein erwiesen sich als erhebliches Hindernis. Dichter Nebel und starker Sturm machten einen sofortigen Einsatz des Rettungshubschraubers zunächst unmöglich. Die Crews mussten warten, während die verunglückten Bergsteiger tief im Eis ausharrten.
Die Herausforderungen für die Einsatzkräfte waren erheblich:
- Extreme Witterungsverhältnisse mit Sturm und Sichtweiten nahe null
- Spaltenreiches, unwegsames Gletschergelände
- Große Tiefe der Gletscherspalte (bis zu 20 Meter)
- Verletzungen der eingeschlossenen Personen
- Sinkende Temperaturen im Verlauf der Nacht
Mehr als 35 Bergretter kämpfen sich durch das Gelände
Da der Luftweg versperrt blieb, rückte eine starke Bodenmannschaft aus. Mehr als 35 Bergretter machten sich auf den Weg durch das gefährliche, spaltenreiche Gletschergelände. Mit Seilen, Spezialausrüstung und großem persönlichem Einsatz arbeiteten sie sich Schritt für Schritt zur Unglücksstelle vor.
Die technisch anspruchsvolle Spaltenrettung erforderte höchste Präzision: Die Verletzten mussten gesichert, stabilisiert und anschließend aus der engen Gletscherspalte nach oben gezogen werden – ein aufwendiges Verfahren, das Zeit und Erfahrung verlangt.
Nach rund zehn Stunden konnten beide Bergsteiger schließlich geborgen werden. Einer von ihnen wurde mit schweren Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen. Über den Zustand des zweiten Mannes liegen keine weiteren Angaben vor.
Einordnung: Risiken am Hochgebirgsgletscher
Der Unfall am Dachstein verdeutlicht die besonderen Gefahren, die Hochgebirgsgletscher für Bergsteiger bergen. Gletscherspalten sind oft von einer dünnen Schneeschicht verdeckt und für Ungeübte kaum zu erkennen. Hinzu kommen häufig wechselhafte Wetterverhältnisse, die Rettungseinsätze erheblich erschweren.
Experten empfehlen Bergsportlern dringend, sich vor Touren über vergletschertes Terrain umfassend zu informieren, geeignete Ausrüstung wie Steigeisen, Eispickel und Gletscher-Seil mitzuführen sowie erfahrene Bergführer hinzuzuziehen. Das Mitführen eines vollständig geladenen Mobiltelefons kann – wie dieser Fall zeigt – im Ernstfall Leben retten.
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