Dieses Video wurde am 09.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit anhaltenden Zwischenrufen und Pfiffen hat die AfD-Fraktion im Deutschen Bundestag eine Rede von Bundeskanzler Friedrich Merz massiv gestört. Die Bundestagspräsidentin mahnte die Abgeordneten mehrfach zur Ordnung und drohte schließlich offen mit dem Rauswurf einzelner Parlamentarier. Der Vorfall wirft erneut Fragen über den Umgangston im deutschen Parlament und die Bereitschaft zur politischen Debatte auf.
Permanente Unterbrechungen während der Kanzlerrede
Während Merz das Wort ergriff, wurde er von der AfD-Fraktion wiederholt durch Zwischenrufe und Pfiffe unterbrochen. Der Kanzler selbst reagierte direkt auf das Verhalten der Oppositionsfraktion und warf ihr vor, bewusst auf Störung statt auf Dialog zu setzen.
„Zuhören ist nicht ihre Stärke”, sagte Merz in Richtung der AfD-Abgeordneten. Er erhob den schwerwiegenden Vorwurf, die Fraktion wolle das Land destabilisieren und zeige mit ihrem Verhalten im Plenum ihre Missachtung gegenüber dem Deutschen Bundestag offen zur Schau.
Der Applaus aus den übrigen Fraktionen nach diesen Worten des Kanzlers verdeutlichte, dass die Mehrheit des Hauses das Verhalten der AfD als inakzeptabel bewertete.
Bundestagspräsidentin greift ein und droht mit Rauswurf
Die Bundestagspräsidentin versuchte mehrfach, die Ordnung im Saal wiederherzustellen. Sie wies darauf hin, dass Zwischenrufe zwar zum parlamentarischen Geschäft gehörten, das permanente Unterbrechen eines Redners jedoch eine andere Qualität habe.
„Das, was man für sich beansprucht, sollte man auch anderen gegenüber bereit sein anzubieten”, appellierte sie an die störenden Abgeordneten. Als die Unterbrechungen anhielten, verlor sie sichtlich die Geduld und stellte unmissverständlich klar:
- Zwischenrufe sind Teil des parlamentarischen Betriebs – dauerhaftes Unterbrechen jedoch nicht.
- Andere Meinungen müssen auch dann ausgehalten werden, wenn sie unbequem sind.
- Bei weiteren Verstößen gegen die Ordnung drohte sie mit dem Ausschluss der betreffenden Abgeordneten aus der Sitzung.
- „Wir sind hier nicht auf dem Fußballplatz”, machte sie den Abgeordneten unmissverständlich klar.
Der Saal quittierte ihre entschiedene Haltung mit Applaus.
Merz: „Sie wollen hier keinen Dialog”
Bundeskanzler Merz nutzte die Störaktionen, um seine politische Einschätzung der AfD zu unterstreichen. Er verwies auf das Bild der ausgestreckten Hand, das die AfD nach außen hin oft bemühe, und konfrontierte die Fraktion mit ihrem tatsächlichen Verhalten im Parlament.
„Sie wollen hier keinen Dialog”, sagte Merz und zeigte dabei direkt auf die störenden Abgeordneten. Er wertete die wiederholten Unterbrechungen als symptomatisch für die politische Strategie der Partei: nicht durch Argumente überzeugen, sondern durch Lärm und Unruhe den parlamentarischen Betrieb beeinträchtigen.
Die Szene, in der Merz die Fraktion mehrfach auf ihre eigene Forderung nach Dialogbereitschaft hinwies, während die Rufe nicht verstummten, verdichtete den Konflikt auf wenige Minuten.
Parlamentarische Kultur unter Druck
Der Vorfall steht stellvertretend für eine zunehmend rauer werdende Debattenkultur im Bundestag. Experten und Parlamentsbeobachter weisen seit Längerem darauf hin, dass bewusstes Stören von Reden als politisches Mittel eingesetzt wird, um Aufmerksamkeit zu erzeugen und das Gegenüber zu destabilisieren.
Die Bundestagspräsidentin und der Kanzler demonstrierten in dieser Sitzung eine gemeinsame Linie: Ordnungswidrige Störungen werden nicht toleriert, und parlamentarische Regeln gelten für alle Fraktionen gleichermaßen. Ob die klare Ansage langfristig Wirkung zeigt oder die Konfrontation im Plenum weiter eskaliert, bleibt abzuwarten. Der Druck auf den Parlamentsbetrieb dürfte angesichts der politischen Spannungslage nicht nachlassen.
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