Dieses Video wurde am 10.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Jeder siebte Erwachsene in Deutschland war im August im Minus – so hoch war der Wert noch nie seit dem Start der repräsentativen Umfrage des Finanzportals SMAVA im Dezember 2021. Steigende Preise an der Zapfsäule und im Supermarkt belasten die Haushaltskassen spürbar. Wer dann zum Dispo-Kredit greift, zahlt dafür häufig einen hohen Preis – und merkt es oft erst, wenn die Zinsen ins Gewicht fallen.
Rekordwert: So viele Deutsche überziehen ihr Konto
Die Umfrage zeigt ein deutliches regionales Gefälle. Am stärksten betroffen ist Hamburg: Dort gaben 18,4 Prozent der Befragten an, ihr Konto sei im Minus. Den niedrigsten Wert verzeichnet Brandenburg mit rund 10 Prozent.
Besonders alarmierend: Gut ein Viertel derjenigen, die ihr Konto überziehen, stecken mit mehr als 2.000 Euro im Minus. Das ist keine Kleinigkeit – denn auf diesen Betrag fallen monatlich Dispozinsen an, die die finanzielle Lage weiter verschlechtern können.
Hinzu kommt ein weiteres Problem: Mindestens 14 Prozent der Erwachsenen kennen ihren aktuellen Kontostand gar nicht. Wer nicht weiß, wie viel auf dem Konto ist, bemerkt ein Minus oft zu spät.
Dispo-Kredit: Teuer, aber oft unterschätzt
Der Dispositionskredit gilt als der teuerste Kredit überhaupt – und wird dennoch häufig genutzt, ohne dass sich Betroffene der tatsächlichen Kosten bewusst sind. Die Zinsspanne reicht je nach Bank von 0 Prozent bis knapp 16 Prozent pro Jahr.
Im Durchschnitt liegt der Dispozinssatz bei 11,46 Prozent. Wer ein ganzes Jahr lang mit 2.500 Euro im Dispo bleibt, zahlt dafür rund 290 Euro an Zinsen – Geld, das direkt aus dem ohnehin knappen Budget fließt.
- Zinsspanne: 0 % bis knapp 16 % je nach Kreditinstitut
- Durchschnittlicher Dispozinssatz: 11,46 %
- Beispielrechnung: 2.500 € Dispo für 12 Monate = ca. 290 € Zinsen
- Höchste Betroffenenquote: Hamburg mit 18,4 %
- Niedrigste Betroffenenquote: Brandenburg mit ca. 10 %
Drei Schritte, um das Konto wieder in den Griff zu bekommen
Der erste und wichtigste Schritt ist ein ehrlicher Überblick über die eigenen Finanzen. Wer seine regelmäßigen Abbuchungen kennt, erkennt schneller, wo Geld unbemerkt abfließt – etwa durch vergessene Abonnements oder selten genutzte Mitgliedschaften.
Ein konkreter Drei-Schritte-Plan hilft dabei, die Situation zu verbessern:
- Kontostand und Ausgaben erfassen – am besten mit einem Haushaltsbuch, digital oder auf Papier.
- Budget festlegen – ein Wochen- oder Monatsbudget schafft Struktur und verhindert ungeplante Ausgaben.
- Rückzahlungsplan erstellen – wer im Dispo steckt, sollte Schritt für Schritt planen, wie er den negativen Saldo abbaut.
Kostenfallen erkennen und Fixkosten senken
Die größten Einsparpotenziale liegen meist bei den Fixkosten. Wer noch beim Grundversorger ist, kann beim Stromanbieter häufig durch einen Wechsel merklich sparen. Auch ein kritischer Blick auf Abonnements – von Streamingdiensten bis zum Fitnessstudio – lohnt sich: Werden sie wirklich regelmäßig genutzt?
Daneben können auch kleine Alltagsgewohnheiten wie der tägliche Coffee-to-go auf Dauer ins Gewicht fallen. Experten empfehlen jedoch keinen radikalen Verzicht, sondern gezieltes Planen: Wer bewusst budgetiert, kann sich bewusste Ausgaben auch leisten – ohne ins Minus zu geraten.
Angesichts weiter steigender Lebenshaltungskosten dürfte die Zahl der Menschen, die auf den Dispo-Kredit zurückgreifen, vorerst hoch bleiben. Umso wichtiger ist es, frühzeitig gegenzusteuern – bevor aus einem kurzfristigen Engpass ein dauerhaftes Schuldenproblem wird.
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