Dieses Video wurde am 30.04.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Trinkflaschen gehören für viele Menschen zum täglichen Begleiter – beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit oder im Alltag. Doch die Keimbelastung in Trinkflaschen ist laut aktuellen Laboruntersuchungen erschreckend hoch. Eine Untersuchung von acht Flaschen, die Sportlern vor einem Fitnessstudio abgenommen wurden, zeigt: Alle Proben überschritten den Richtwert von 100 koloniebildenden Einheiten – teils dramatisch. Zwei Flaschen lagen sogar über dem Wert, der auf einem WC-Sitz in der Bahn gemessen wird. Hintergrund ist auch mangelnde Reinigung: Laut einer Umfrage säubern rund die Hälfte aller Befragten ihre Flasche nicht täglich.
So gelangen Keime in die Trinkflasche
Beim Trinken aus der Flasche fließt Speichel zurück ins Innere – ein idealer Nährboden für Bakterien. Hinzu kommen Keime, die über die Hände auf den Flaschenhals und das Mundstück übertragen werden. Besonders problematisch sind sogenannte Feuchtkeime: In den untersuchten Flaschen wurden unter anderem die krankheitserregenden Bakterienarten Pseudomonas und Acinetobacter nachgewiesen, die typischerweise in abgestandenen Gewässern vorkommen.
Je länger Wasser in der Flasche steht, desto mehr Keime können sich vermehren – sowohl in der Anzahl als auch in der Vielfalt der Arten. Das bestätigen die Laborergebnisse eindeutig: Über zwei Wochen hinweg wuchs die Keimzahl in einer unbenutzten – also nicht gespülten – Reporterflasche um durchschnittlich 11 Prozent pro Tag.
Zum Vergleich: In wiederverwendbaren Trinkflaschen wurden in Studien teils bis zu 20,8 Millionen Bakterienkolonien gefunden – das ist 14-mal mehr als in einem Hundenapf und rund 40.000-mal mehr als auf einem WC-Sitz.
Gesundheitsrisiken für bestimmte Gruppen
Für gesunde Erwachsene sind die nachgewiesenen Keime häufig kein akutes Problem. Doch für vulnerable Gruppen kann das Trinken aus stark belasteten Flaschen ernsthafte Folgen haben:
- Ältere Menschen mit geschwächtem Immunsystem
- Kleinkinder und Säuglinge
- Personen mit bestehenden Wunden im Mundbereich
- Menschen mit Immunsuppression, etwa nach Transplantationen
Im schlimmsten Fall drohen laut Expertenmeinung schwere Lungenerkrankungen oder ernsthafte Mundinfektionen. Wer also regelmäßig aus wenig gereinigten Flaschen trinkt und einer Risikogruppe angehört, sollte die Hygiene dringend verbessern.
Selbstexperiment bestätigt die Laborbefunde
Ein Selbstexperiment über zwei Wochen ohne Reinigung macht die Entwicklung anschaulich: Optisch und geschmacklich war die Flasche lange unauffällig – erst nach rund einer Woche zeigten sich sichtbare Ablagerungen am Flaschenhals. Dennoch überschritt der gemessene Keimwert am Ende der zwei Wochen den Richtwert deutlich: Er lag bei über 300 koloniebildenden Einheiten.
Bemerkenswerterweise waren nach einer gründlichen Desinfektion der Flasche keine krankmachenden Keime mehr nachweisbar – lediglich normale Hautkeime, die beim Anfassen übertragen wurden. Das zeigt: Regelmäßige Reinigung wirkt tatsächlich.
Richtig reinigen: So geht es
Experten empfehlen klare Regeln für den sicheren Umgang mit Trinkflaschen:
- Trinkflaschen sollten maximal 24 Stunden befüllt bleiben, danach gründlich gereinigt werden.
- Am effektivsten ist die Reinigung bei 60 Grad in der Spülmaschine – sofern die Flasche spülmaschinenfest ist.
- Beim Handspülen unbedingt die Dichtungen und das Mundstück separat reinigen – diese Stellen werden oft vergessen.
- Reinigungsperlen aus Edelstahl (erhältlich für rund 4 Euro in der Drogerie) helfen, Ablagerungen im Flaschenkörper durch Schütteln mit Spülmittel zu lösen.
- Das Mundstück muss zusätzlich gründlich per Hand gespült werden – Reinigungsperlen allein reichen dafür nicht.
Wer seine Trinkflasche konsequent und regelmäßig reinigt, muss sich keine Sorgen machen: Die Labortests belegen, dass nach korrekter Desinfektion die Keimbelastung auf ein unbedenkliches Maß sinkt. Trinken aus der eigenen Flasche ist dann vollkommen sicher – und bleibt ein sinnvoller Beitrag zur Nachhaltigkeit im Alltag.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

