Dieses Video wurde am 31.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein schweres Fährunglück vor Zypern hält die Region in Atem: Eine Fähre mit 267 Menschen an Bord kenterte in der Nacht rund sechs Kilometer vor der Küste Nordzyperns. Während 237 Passagiere und Besatzungsmitglieder gerettet werden konnten, werden Stand Freitagmorgen noch 18 Personen vermisst. Dutzende Angehörige harrten die Nacht über vor dem Hafen in Kyrenia aus und warteten auf Nachrichten über ihre Liebsten. Die Polizei hat inzwischen den Kapitän und die Crew festgenommen.
Fähre sinkt auf dem Weg nach Türkei
Die Fähre eines privaten Betreibers verließ den nordzyprischen Hafen Kyrenia um 12:30 Uhr Ortszeit mit Kurs auf Taşucu an der türkischen Festlandküste. Etwa sechs Kilometer nach dem Ablegen drang aus noch ungeklärter Ursache Wasser in den Rumpf des Schiffes ein.
Laut türkischen Medienberichten soll der Kapitän noch versucht haben, das Schiff umzukehren, um den Hafen wieder zu erreichen. Das Vorhaben scheiterte – die Fähre kenterte, bevor Rettungskräfte rechtzeitig eingreifen konnten. Wie genau es zu dem Wassereinbruch kam, ist Gegenstand laufender Ermittlungen.
Dramatische Szenen an Bord – eine Frau ertrunken
Videoaufnahmen von der Unglücksstelle zeigen panische Passagiere in Rettungswesten, die verzweifelt versuchen, auf dem schräg liegenden Schiffsrumpf das Gleichgewicht zu halten. Immer wieder rufen Menschen, eine Frau sei ertrunken.
Die Situation an Bord war chaotisch: Viele Passagiere rutschten auf dem nassen Deck aus und mussten sich gegenseitig festhalten, während sie auf die eintreffenden Rettungsboote und Hubschrauber warteten. Bei mehreren Überlebenden waren nach der Rettung sichtbare Gesichtsverletzungen zu erkennen, viele standen unter schwerem Schock.
Großer Rettungseinsatz rettet 237 Personen
Unmittelbar nach dem Unglück leiteten die türkischen Behörden in enger Zusammenarbeit mit den Stellen der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) umfangreiche Such- und Rettungsmaßnahmen ein. Dabei kamen sowohl Hubschrauber als auch Rettungsboote zum Einsatz.
- 267 Menschen befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks an Bord
- 237 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden sicher gerettet
- 18 Personen werden noch vermisst
- Mindestens eine Frau kam ums Leben
- Alle Geretteten wurden in das Krankenhaus von Kyrenia gebracht
Die Rettungsaktion lief auch in den frühen Morgenstunden auf Hochtouren weiter. Familien warteten derweil am Hafen in Kyrenia auf Informationen – viele von ihnen waren stundenlang ohne jede Nachricht über das Schicksal ihrer Angehörigen.
Kapitän und Crew festgenommen – Ermittlungen laufen
Kurz nach dem Unglück nahm die Polizei sowohl den Kapitän als auch Teile der Schiffsbesatzung in Gewahrsam. Ein zentraler Vorwurf, der im Raum steht: Der Kapitän soll das sinkende Schiff verlassen haben, bevor alle Passagiere in Sicherheit gebracht wurden.
Die genauen Umstände des Unglücks – darunter die Ursache des Wassereinbruchs sowie die Frage, ob die Sicherheitsstandards an Bord eingehalten wurden – werden nun von den Behörden untersucht. Auch der Zustand des Schiffes und mögliche Wartungsmängel rücken in den Fokus der Ermittlungen.
Das Unglück wirft grundlegende Fragen über die Sicherheit privater Fährverbindungen zwischen Nordzypern und der türkischen Küste auf. Solche Verbindungen werden regelmäßig von Reisenden und Pendlern genutzt. Ob und wann der Fährbetrieb auf dieser Route wieder aufgenommen wird, ist derzeit unklar. Die Such- und Rettungsmaßnahmen für die noch vermissten 18 Personen dauerten zum Zeitpunkt der Berichterstattung an.
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