Dieses Video wurde am 26.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Yat Siu, Mitgründer und Chairman von Animoca Brands, ist einer der einflussreichsten Investoren im Web3-Bereich mit über 600 Portfolio-Unternehmen. In einem ausführlichen Gespräch erklärt er, wie er als Teenager durch Freeware-Programmierung ein Jobangebot von Atari erhielt, warum Tokenisierung für ihn keine Option, sondern eine Notwendigkeit ist – und welche Rolle KI-Agenten dabei spielen werden. Sein Credo: „Tokenize or die.”
Von Atari bis Blockchain: Eine Karriere an der digitalen Frontier
Siu entdeckte bereits in den frühen 1980er Jahren seine Leidenschaft für Computer. Mit einem Texas Instruments TI-99 und 16 KB Arbeitsspeicher begann er, Basic zu programmieren – aus reinem Spaß, ohne Kurse oder Vorbilder. Mit 13 Jahren lud er eine selbst entwickelte Musiksoftware ins Netz und bekam daraufhin ein Jobangebot von Atari. Eine formale Ausbildung in Informatik gab es nicht; was zählte, war Talent.
Seinen Weg zur Blockchain beschreibt Siu als logische Konsequenz aus Erfahrungen mit geschlossenen Plattformen. Als einer der größten App-Entwickler für Apple verlor Animoca plötzlich sämtliche Apps – ohne Vorwarnung, ohne Erklärung. Diese Erfahrung zentralisierter Macht trieb ihn in Richtung dezentraler Systeme. Den entscheidenden Impuls gab CryptoKitties: Das Experiment, digitale Katzen per NFT auf der Ethereum-Blockchain zu handeln, brach 2017 das gesamte Netzwerk zusammen – und bewies gleichzeitig, dass ein realer Bedarf nach digitalem Eigentum besteht.
Tokenisierung als globales Prinzip – „Tokenize or die”
Siu ist überzeugt: Alles wird tokenisiert. Wer nicht tokenisiert, wird von KI-Agenten schlicht nicht gefunden und kann auf globalen Märkten nicht teilnehmen. Die Parallele zieht er zur frühen Internetzeit: Wer damals nicht bei Google gelistet war, existierte für den Markt nicht. Heute gilt dasselbe Prinzip für tokenisierte Assets.
Konkrete Anwendungsfelder sieht er unter anderem in diesen Bereichen:
- Immobilien: Käufe könnten statt Monate nur Stunden dauern, mit vollständiger Preistransparenz auf der Blockchain.
- Traditionelle Finanzprodukte: Franklin Templeton und BlackRock tokenisieren bereits Fonds, was Vertriebskosten drastisch senkt.
- Sammelkarten und Kulturgüter: Der Pokémon-Kartenmarkt wächst durch NFT-Technologie rasant, weil jede Karte einzigartig verifizierbar ist.
- Kunstgegenstände: Ein Stradivari-Instrument wurde bereits tokenisiert – ein Einstieg für Menschen, die sonst keinen Zugang zu Sachwertinvestments hätten.
- Stablecoins: Allein auf der Blockchain Base werden monatlich 8 bis 10 Billionen Dollar gehandelt.
Das Tradfi-Gesamtvolumen aller tokenisierbaren Assets schätzt Siu auf rund 950 Billionen Dollar. Er erwartet, dass binnen drei bis fünf Jahren mindestens ein Drittel davon auf Blockchain abgebildet wird.
KI-Agenten als Hauptnutzer der dezentralen Infrastruktur
Die nächste große These von Animoca lautet: KI-Agenten werden in den kommenden zehn Jahren die Hauptakteure des Internets sein. Siu rechnet mit 100 bis 200 Milliarden autonomer Agenten weltweit – mehr als Menschen im Netz aktiv sind. Jeder Mensch wird mehrere eigene Agenten betreiben, die eigenständig Transaktionen durchführen, Informationen beschaffen und Mikrozahlungen abwickeln.
Für diese Agenten ist Blockchain aus einem einfachen Grund unverzichtbar: Ein KI-Agent kann kein klassisches Bankkonto eröffnen. Er benötigt ein digitales Wallet, um autonom handeln zu können. Stablecoins ermöglichen dabei Mikrotransaktionen in Bruchteilen eines Cents, die tausendfach pro Stunde anfallen können – ein Volumen, das traditionelle Zahlungssysteme mit 2-Prozent-Gebühren wirtschaftlich unmöglich machen würden. Blockchain hingegen ermöglicht diese Transaktionen global, sofort und kostengünstig.
Siu sieht den Menschen in dieser Welt als „Orchestrator” – als CEO seiner eigenen Agenten-Flotte. Die Befreiung von mechanisch-repetitiver Arbeit eröffne, so seine Überzeugung, endlich Raum für echte menschliche Kreativität.
Europas digitale Souveränität: Dollarkolonialismus als unterschätztes Risiko
Besonders pointiert äußert sich Siu zur geopolitischen Dimension von Stablecoins. Rund 300 Millionen Menschen weltweit – in Afrika, Südostasien und Pakistan – nutzen den US-Dollar als primäre Währung, ohne US-Bürger zu sein. Druckt Amerika Geld, werden diese Menschen indirekt mitbesteuert. Länder ohne eigene Stablecoin-Strategie riskieren, was Siu „Dollarkolonialismus” nennt: die schleichende Übernahme ihrer Ökonomie durch die US-Dollar-Sphäre.
Europa sieht er dabei besonders exponiert. Technologisch dominieren bereits amerikanische Plattformen – Facebook, Google, Apple, Microsoft. Im Finanzbereich droht dasselbe Muster. Ein europäischer Euro-Stablecoin fehlt, nicht aus Mangel an Talent oder Technologie, sondern an politischem Mut zum First-Mover-Vorteil. In Asien, so Siu, hätten Länder wie Südkorea und China durch frühe, kluge Regulierung lokale Champions aufgebaut, die nun weltweit konkurrenzfähig sind.
Die Botschaft von Yat Siu ist unmissverständlich: Tokenisierung, KI-Agenten und Stablecoins sind keine spekulativen Zukunftsthemen, sondern bereits laufende Transformationsprozesse. Wer – ob Unternehmen, Investor oder Staat – jetzt nicht handelt, riskiert, von der nächsten Welle der digitalen Wirtschaft überrollt zu werden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (DER AKTIONÄR TV). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


