Dieses Video wurde am 08.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Hoffnung auf ein Ende des Krieges zwischen den USA und Iran wächst – zumindest in der Rhetorik. US-Präsident Donald Trump erklärte, die Gespräche liefen gut und ein Durchbruch sei sehr bald möglich. Iran prüft derzeit einen einseitigen US-Friedensvorschlag, einen sogenannten einseitigen Memorandum-Plan, der bewusst weniger weitreichende Forderungen enthält als frühere Entwürfe. Doch Nahostexperten warnen: Der Weg zu einem tragfähigen Iran-USA Friedensdeal ist lang, und die Straße von Hormus bleibt ein zentrales Machtinstrument Teherans.
Trumps Friedensvorschlag: Einseitig und bewusst vage
Der aktuelle US-Vorschlag umfasst angeblich nur eine einzige Seite mit 14 Punkten. Auffällig ist, was fehlt: eine explizite Forderung nach dem sofortigen Stopp des iranischen Atomprogramms. Die Logik dahinter lautet, zunächst einen formalen Kriegsende-Rahmen zu schaffen und strittige Kernfragen wie die Nuklearfrage auf spätere Verhandlungen zu verschieben.
Trump sprach öffentlich bereits nicht mehr von einem „Krieg”, sondern von einem „Scharmützel” – ein Begriff, der auch rechtliche Konsequenzen hat. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte vor dem Kongress, man sei nicht mehr an die 60-Tage-Frist gebunden, die eine Genehmigung des Parlaments erfordert. Trump könnte damit künftig ohne Zustimmung des Kongresses agieren.
Für Nahostanalyst Daniel Gerlach spiegelt das Vorgehen den typischen Stil der Trump-Regierung wider: ein Memorandum of Understanding statt eines detaillierten Vertrags – vergleichbar mit dem JCPOA von 2015, den die erste Trump-Administration 2018 einseitig aufkündigte.
Iran zwischen Verhandlungsbereitschaft und Propaganda
Teheran befindet sich in einer schwierigen Lage. Nach außen inszeniert sich das Regime als unbezwingbar – es habe alle Angriffe überstanden und sei weiterhin handlungsfähig. Tatsächlich aber steht die iranische Wirtschaft unter massivem Druck, und die strategische Führungsstruktur hat schwere Verluste erlitten.
Besonders bedeutsam: Irans Präsident Masoud Pezeshkian bestätigte ein erstes Treffen mit dem neuen Obersten Führer Mojtaba Khamenei, dem Sohn des im Krieg getöteten Ali Khamenei. Mojtaba Khamenei ist seit einem US-israelischen Angriff, der auch seinen Vater tötete, nicht mehr öffentlich aufgetreten – Berichten zufolge wurde er bei demselben Luftangriff schwer verletzt.
Laut Gerlach dient die Bestätigung des Treffens zwei Zwecken:
- Der eigenen Bevölkerung zu signalisieren, dass die Führungsstruktur intakt ist
- Den USA gegenüber Klarheit darüber zu schaffen, wer letztlich einen Deal unterzeichnen und durchsetzen kann
- Das Regime vor dem Vorwurf zu schützen, es werde lediglich eine Führungsfiktion aufrechterhalten
Straße von Hormus: Irans strategisches Ass
Die Straße von Hormus hat sich als das eigentliche Druckmittel Irans erwiesen – weit wirkungsvoller als Proxykräfte wie Hisbollah, Hamas oder die Huthi-Milizen. Das zeigt auch ein aktueller Schritt Teherans: Iran hat laut dem Schifffahrtsdaten-Unternehmen Lloyd’s List Intelligence eine neue Regierungsbehörde eingerichtet, die Schiffsdurchfahrten genehmigt und Gebühren erhebt.
China, das kurz zuvor die Wiederherstellung „normaler und sicherer Durchfahrt” gefordert hatte, sieht sich damit vor einer Interpretationsfrage: Ist eine gebührenpflichtige Durchfahrt mit Vorabgenehmigung bereits „normal”? Simon Mabon, Professor für internationale Politik an der Universität Lancaster, ist skeptisch. Für Iran bedeute „Kontrolle über die Meerenge” ein dauerhaftes strategisches Gut – und das werde das Regime nicht kampflos aufgeben.
Mabon betonte zudem, dass das iranisch-chinesische Außenministertreffen in Peking – eine Woche vor Trumps eigenem China-Besuch – darauf abzielte, Chinas Unterstützung für Teherans Öl-Exportpläne zu sichern und Peking als verlässlichen Partner zu binden.
Kein schnelles Ende: Ein Konflikt auf Jahre
Beide Experten sind sich einig: Der Krieg zwischen den USA und Iran ist nicht am Ende, sondern in einer neuen Phase. Das Memorandum, sollte es unterzeichnet werden, wäre allenfalls der Einstieg in jahrelange Verhandlungen über das Atomprogramm und andere strukturelle Streitpunkte – Fragen, die seit dem Scheitern des JCPOA ungelöst geblieben sind.
Irans Bereitschaft, tatsächlich zu unterzeichnen, bleibt ungewiss. Das Regime kämpft um sein Narrativ: Es will als Sieger dastehen, nicht als Partei, die unter Druck nachgibt. Ob Trumps Mischung aus Verhandlungsangebot und Bombardierungsdrohung den entscheidenden Impuls liefert, werden die kommenden Wochen zeigen.
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