Dieses Video wurde am 24.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Ukraine hat innerhalb weniger Tage mehrere Ozon-Lager auf russischem Territorium mit Drohnen attackiert. Dabei raste mindestens eine Drohne direkt in eine Lagerhalle in der russischen Region Dagestan, während Mitarbeiter des Onlinehändlers in Panik flohen. Kurz darauf traf ein zweites unbemanntes Fluggerät das bereits brennende Gebäude. Das ukrainische Verteidigungsministerium bezeichnete die Angriffe als systematische Kampagne zur Störung der russischen Logistik und Wirtschaft.
Mehrere Regionen Russlands innerhalb von Tagen getroffen
Die Angriffsserie begann am Samstag mit einem Treffer auf ein Ozon-Lager in Chapajewsk in der Region Samara. Am Sonntag stürzten Drohnentrümmer auf ein weiteres Lager in der Region Orenburg. In der Nacht auf Montag folgten Angriffe auf ein Lager in der Region Krasnodar. In den nahe gelegenen Städten Adigsk und Nevinnomyssk wurden Lagerhäuser vorsorglich evakuiert.
Auch in Machatschkala, der Hauptstadt Dagestans, brach nach einem Drohnenangriff ein Feuer in einem Ozon-Lager aus. Die Angriffe erstreckten sich damit über einen großen geografischen Bogen vom Süden Russlands bis tief ins Landesinnere.
Ukrainisches Verteidigungsministerium: Legitime Ziele
Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, die systematischen Angriffe auf Lagerzentren störten die feindliche Logistik und beeinträchtigten die gesamte russische Wirtschaft. Aus Kiewer Sicht handelt es sich bei den Distributionszentren um legitime militärische Ziele.
Begründet wird dies damit, dass über die Plattformen auch militärische Ausrüstung bestellt werden kann. Hinzu kommen sogenannte Dual-Use-Güter — Waren, die sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke genutzt werden können. Dieser Umstand mache die Logistikzentren nach ukrainischer Lesart zu einem zulässigen Angriffsziel im Rahmen der Kriegsführung.
Ozon und Wildberries: Das russische Amazon im Visier
Die aktuellen Angriffe reihen sich in eine breitere Strategie ein. Bereits zuvor hatte die Ukraine nach eigenen Angaben 15 der größten Logistikzentren von Wildberries getroffen — dem größten Onlinemarktplatz Russlands. Ozon ist der zweitgrößte Online-Marktplatz des Landes. Beide Plattformen werden international oft als „das russische Amazon” bezeichnet.
- Wildberries: Russlands größter Onlinehändler, bereits 15 Logistikzentren attackiert
- Ozon: Zweitgrößter russischer Online-Marktplatz, nun Ziel einer neuen Angriffsserie
- Dual-Use-Güter: Über beide Plattformen bestellbar, zivil wie militärisch nutzbar
- Militärische Ausrüstung: Direkt über die Marktplätze verfügbar
Die gezielte Auswahl dieser Ziele zeigt, dass die Ukraine ihre Drohnenkampagne zunehmend auf die wirtschaftliche Infrastruktur Russlands ausweitet, anstatt ausschließlich auf militärische Einrichtungen zu zielen.
Einordnung: Wirtschaftskrieg mit Drohnen
Die Angriffe auf Ozon markieren eine neue Qualität im ukrainischen Drohnenkrieg. Statt einzelner Nadelstiche handelt es sich um eine koordinierte, mehrtägige Kampagne gegen zivile Infrastruktur mit doppeltem Verwendungszweck. Ob die Attacken die russische Logistikkette nachhaltig beeinträchtigen, bleibt abzuwarten.
Klar ist jedoch: Die Ukraine setzt verstärkt auf wirtschaftlichen Druck als ergänzendes Mittel zur militärischen Auseinandersetzung. Weitere Angriffe auf russische Logistik- und Versorgungszentren sind nach Einschätzung von Beobachtern zu erwarten, solange die Ukraine über die entsprechenden Drohnenkapazitäten verfügt.
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