Dieses Video wurde am 25.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Goldpreis hat in den vergangenen Wochen ein beeindruckendes Comeback hingelegt und sich von rund 4.000 Dollar auf knapp 4.600 bis 4.700 Dollar je Feinunze vorgearbeitet – ein Anstieg von rund 15 Prozent. Gleichzeitig legte Silber prozentual sogar noch stärker zu, kletterte von etwa 56 auf bis zu 69 Dollar. Doch die charttechnischen Indikatoren senden erste Warnsignale: Eine Verschnaufpause könnte bevorstehen, bevor die Edelmetallrallye in die nächste Phase geht.
Goldpreis: Gesunde Korrektur im Bereich 4.300 Dollar möglich
Trotz des starken Aufwärtstrends wäre ein Rücksetzer auf rund 4.300 Dollar beim Gold aus technischer Sicht kein Alarmsignal, sondern eine normale Konsolidierung nach einem überhitzten Anstieg. Gemessen am Retracement hat Gold bereits rund 38 Prozent der vorherigen Korrektur aufgeholt – ein Niveau, das historisch oft Ruhepausen einleitet.
Sollte der Goldpreis hingegen weiter steigen, ohne zu korrigieren, wäre das nächste Ziel das 50-Prozent-Retracement bei etwa 4.900 Dollar. Unmöglich ist das nicht – Edelmetalle neigen dazu, Trends ins Extreme zu treiben. Wahrscheinlicher gilt jedoch zunächst eine moderate Abkühlung.
Silber hinkt hinterher – trotz stärkerem prozentualen Anstieg
Silber hat vom Tief aus zwar über 20 Prozent zugelegt, beim Retracement der vorangegangenen Korrektur (von 120 auf 160 Dollar) jedoch erst rund 20 Prozent der Strecke zurückgelegt – deutlich weniger als Gold. Das ist ein typisches Muster: Silber startet langsamer, holt aber in der Endphase einer Edelmetallrallye oft überproportional auf.
Kurzfristig birgt das jedoch ein Risiko: Anders als Gold könnte Silber noch ein tieferes Tief ausbilden, bevor die eigentliche Aufholbewegung beginnt. Ein Rückfall in den Bereich 62 bis 63 Dollar wäre aus charttechnischer Sicht möglich. Langfristig orientierte Anleger sollten dieses Szenario kennen, müssen sich aber nicht davon verunsichern lassen.
Goldminen und Einzelwerte: Wer glänzt, wer zögert
Bei den Goldminenaktien zeigt sich ein heterogenes Bild. Einige Titel sind dem Goldpreisanstieg bereits weit vorausgelaufen und brauchen ebenfalls eine Konsolidierung. Konkrete Entwicklungen im Überblick:
- Endeavour Silver: Die Blockade der Terronera-Mine durch die angrenzende Gemeinde wurde aufgehoben. Der Betrieb läuft wieder – vermutlich nach finanzieller Einigung.
- Silverstorm Mining: Minenmilliardär Eric Sprott stieg per Placement ein – ein starkes Signal, dass auch er einen Boden in der Branche sieht. Sprott kauft typischerweise früh und via Privatplatzierungen, da er sonst den Kurs kleinerer Juniorunternehmen selbst in die Höhe treiben würde.
- Benz Mining: Das australische Explorationsunternehmen raiste 150 Millionen australische Dollar – und die Aktie brach nicht ein, sondern stieg auf ein neues Hoch. Das Glenberg-Projekt in Westaustralien hat ein Explorationsziel von 10 bis 12 Millionen Unzen; die erste Ressource wird im ersten Halbjahr 2027 erwartet.
- K92 Mining: Gründungs-CEO John Levens wechselt in den Non-Executive-Chairman-Posten. Unter seiner Führung wurde K92 zum bedeutenden Produzenten mit aktuell rund 200.000 Unzen Jahresproduktion. Das Ziel: 350.000 bis 400.000 Unzen mit der nächsten Ausbaustufe.
- West Haven Gold: Die Aktie erwachte nach Fokussierung auf Infill-Bohrungen in der hochgradigen South Zone – rund eine Million Unzen bereits bekannt. Kritisch bewertet wird die fehlende Explorationsphantasie im weiteren Umfeld des Projekts.
Uransektor und Ausblick: Cameco mit Potenzial
Cameco zeigte zuletzt erste Aufwärtstendenzen, begleitet von einer freundlichen Entwicklung im globalen Uransektor. Zusätzlichen Rückenwind könnte ein mögliches Börsengang von Westinghouse bringen, den Cameco derzeit prüft. Als Beimischung im Depot könnte der Uransektor in den kommenden Monaten interessant werden – ohne jedoch als Hauptinvestment zu gelten.
Insgesamt bleibt das Umfeld für Edelmetalle und Rohstoffe konstruktiv. Eine kurzfristige Konsolidierung beim Goldpreis wäre charttechnisch gesund und könnte neuen Anlegern einen günstigeren Einstieg ermöglichen. Wer bereits investiert ist, kann die Bewegung gelassen begleiten – sofern die langfristige Perspektive stimmt.
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