Dieselpreis steigt: Die Gründe für die Rekordhöhe

Date:

Dieses Video wurde am 25.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Dieselpreis in Deutschland hat Anfang der Woche mit durchschnittlich 2,22 Euro pro Liter einen deutlichen Hochstand erreicht – rund 16 Prozent mehr als noch Ende Juni und fast 50 Cent mehr als Ende Februar. Hinter diesem Anstieg stecken zwei miteinander verwobene Krisen, die das globale Angebot an Dieselkraftstoff massiv verknappen: die Blockade der Straße von Hormus infolge des Irankriegs und die gezielten Angriffe auf russische Raffinerien im Ukraine-Krieg.

Straße von Hormus: Kein Diesel kommt durch

Seit dem Ausbruch des Irankriegs im Februar ist die Straße von Hormus praktisch nicht mehr befahrbar. Zwar gelangt trotz der Blockade weiterhin eine gewisse Menge Rohöl auf den Weltmarkt, weil Reedereien und Produzenten Ausweichrouten gefunden haben. Bei fertigen Ölprodukten wie Diesel ist das hingegen nicht der Fall – dort kommt schlicht nichts mehr durch.

Der Grund liegt in der Logistik: Rohöl lässt sich in großen Standardtankern effizient transportieren. Diesel und andere fertige Kraftstoffe hingegen erfordern kleinere Schiffe und eine kleinteiligeres Management unterschiedlicher Produktspezifikationen, weil jeder Abnehmer andere Qualitätsanforderungen hat. In einem ohnehin riskanten und teuren Seegebiet lohnt sich dieser Mehraufwand für die Produzenten der Golfregion nicht – sie konzentrieren sich daher auf den Export von Rohöl.

Erschwerend kommt hinzu, dass in der Golfregion mehrere Raffinerien angegriffen wurden. Allein der Ausfall der Yasref-Raffinerie in Saudi-Arabien hat auf einen Schlag 400.000 Barrel pro Tag vom Markt genommen. Insgesamt sind die Raffineriekapazitäten im Nahen Osten um rund 2 Millionen Barrel pro Tag gesunken – was das globale Dieselangebot zusätzlich verknappt.

Russlands Raffinerien unter Beschuss

Parallel dazu hat die Ukraine seit Mai ihre Strategie geändert und greift verstärkt Raffinerien in Russland an. Ziel ist es, Russland Einnahmen aus dem Ölexport zu entziehen. Die Folgen für den Weltmarkt sind erheblich:

  • Schätzungsweise 50 bis 60 Prozent der russischen Raffinerien sind derzeit außer Betrieb.
  • In Russland selbst herrscht bereits ein Versorgungsengpass; in einigen Regionen wird Diesel rationiert.
  • Russland hat ein Exportverbot für Diesel verhängt.
  • Die russischen Diesel- und Gasöl-Exporte sind auf ein historisches Tief von rund 80.000 Barrel pro Tag gesunken – Ende des Vorjahres waren es noch über eine Million Barrel täglich.

Zwar importiert die EU seit dem Beginn des Ukraine-Krieges keinen russischen Diesel mehr direkt. Der Kraftstoff floss stattdessen in die Türkei, nach Nordafrika und nach Brasilien. Fällt Russland als Lieferant nun für diese Länder aus, müssen sie ihren Bedarf anderweitig decken – und konkurrieren dabei mit europäischen Abnehmern um ein ohnehin knappes Angebot.

Globale Lagerbestände auf Tiefstand

Die Kombination beider Krisen drückt die Diesellagerbestände weltweit auf besorgniserregende Niveaus. In den USA sind die Vorräte so niedrig wie seit August 1996 nicht mehr. Am wichtigsten europäischen Umschlagplatz Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) liegen die Bestände derzeit rund 18 Prozent unter dem saisonüblichen Durchschnitt.

US-amerikanische Raffinerien laufen bereits seit Wochen mit einer Auslastung von über 95 Prozent – ein Niveau, das in den vergangenen 25 Jahren nur selten erreicht wurde. Zwar sind die Gewinnmargen der Betreiber damit historisch hoch, doch werden notwendige Wartungsarbeiten aufgeschoben. Das erhöht das Risiko ungeplanter Ausfälle erheblich und könnte den Markt weiter belasten.

Ausblick: Weitere Preissteigerungen erwartet

Eine schnelle Entspannung ist nicht in Sicht. Im Nahen Osten ist keine politische Lösung absehbar, und die ukrainischen Angriffe auf russische Ölanlagen dürften anhalten. Marktanalysten und Branchenvertreter warnen bereits, dass das Schlimmste möglicherweise noch bevorsteht und der Diesel teurer werden dürfte.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet das: Sie müssen sich auf weiter steigende Kraftstoffkosten einstellen. Während akute Versorgungsengpässe an deutschen Tankstellen vorerst unwahrscheinlich sind, werden die höheren Preise spürbar bleiben – und über steigende Transportkosten auch die Preise für viele Waren im Alltag beeinflussen.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related

Drohnenangriff Leipzig: Merz kündigt Aussage an

Nach dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig-Halle will die Bundesregierung laut Kanzler Merz bald Stellung zur Täterschaft nehmen.

Ukraine fordert 30 Mrd. Euro mehr von der EU

Die Ukraine hat das Momentum und fordert 30 Milliarden Euro zusätzlich von der EU. Mehr Geld soll mehr Druck auf Russland ermöglichen – auch dank führender Drohnentechnik.

Ukrainische Unabhängigkeit: Drohnenparade in Kiew

Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit zeigte Kiew eine beeindruckende Drohnenparade – ein Symbol moderner Kriegsführung zu Lande, Wasser und in der Luft.

Selenskyj: Frieden ja, Kapitulation nein

Zum 35. Jahrestag der ukrainischen Unabhängigkeit bekräftigt Selenskyj den Friedenswillen seines Landes – lehnt aber jede Kapitulation vor Russland klar ab.