Dieses Video wurde am 26.08.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Börsenwelt hält den Atem an: Am heutigen Abend veröffentlicht Nvidia seine Quartalszahlen für das zweite Quartal 2026. Erwartet wird ein Umsatz von rund 92,3 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der die Dimension des Vorjahresquartals (46,7 Milliarden Dollar) nahezu verdoppelt. Gleichzeitig sorgen schwache Ausblicke von Intuit, Zoom und Kohl’s für Kursdruck, während der DAX in Frankfurt nahe seinem Allzeithoch verharrt, aber kaum Bewegung zeigt.
Nvidia-Zahlen: Immense Erwartungen, hohes Rückschlagpotenzial
Analysten erwarten für das zweite Quartal einen Gewinn je Aktie von 2,09 Dollar – nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Beim Umsatz gilt: Ab rund 105 Milliarden Dollar würde das Ergebnis als positive Überraschung gewertet, ab 110 Milliarden Dollar als echter Paukenschlag.
Für das dritte Quartal rechnen Analysten bereits mit 104,6 Milliarden Dollar Umsatz. Das zeigt, welche Wachstumsdynamik dem Chiphersteller zugetraut wird. Jüngste Studien bestätigen, dass die Investitionen in Künstliche Intelligenz und Halbleiter weiterhin hoch und robust sind.
Dennoch ist Vorsicht geboten: Selbst wenn die Kernzahlen stimmen, kann ein einziges enttäuschendes Bewertungskriterium die Aktie belasten. Marktbeobachter rechnen mit einer Kursschwankung von bis zu 5 Prozent in beide Richtungen nach Veröffentlichung der Ergebnisse um 22:20 Uhr MEZ.
Intuit und Zoom: Solide Zahlen, trüber Ausblick
Intuit steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal um 14 Prozent auf 4,4 Milliarden Dollar und übertraf damit die Analystenerwartungen. Doch der Ausblick enttäuschte: Für das Geschäftsjahr 2026/2027 prognostiziert der Softwarekonzern ein Umsatzwachstum von nur 9 bis 10 Prozent – Analysten hatten mit 11 Prozent und rund 23,7 Milliarden Dollar gerechnet. Die Aktie verlor vorbörslich bis zu 12 Prozent.
Belastend wirkt zudem die strukturelle Sorge: Als Anbieter von Steuersoftware (Kernangebot: TurboTax) steht Intuit unter dem Druck, dass KI-basierte Lösungen klassische Softwareprodukte ersetzen könnten.
Zoom übertraf beim Umsatz knapp die Erwartungen (+5 Prozent), die Enterprise-Sparte wuchs sogar um 7,8 Prozent – das stärkste Plus seit drei Jahren. Doch auch hier trübte der Quartalszusblick das Bild: Analysten erwarteten beim Gewinn mehr. Die Aktie fiel vorbörslich um über 6 Prozent. Zoom bleibt damit dem Enttäuschungsmuster der Post-Corona-Zeit treu.
Kohl’s verfehlt Erwartungen trotz hohem EPS-Wert
Der US-Einzelhändler Kohl’s meldete auf den ersten Blick einen starken Gewinn je Aktie von 1,28 Dollar bei einer Analystenerwartung von 57 bis 58 Cent. Der Schein trügt jedoch: Rund 85 Cent dieses Wertes stammen aus Zollrückerstattungen in Höhe von 150 Millionen Dollar – ein Einmaleffekt.
- Bereinigt um den Sondereffekt lag der Gewinn unter den Erwartungen
- Der Umsatz ging zurück und lag am unteren Ende der Analystenprognosen
- Die angehobene Jahresprognose konnte die Verluste nicht abfedern
- Die Aktie verlor vorbörslich über 7 Prozent und fiel unter die 200-Tage-Linie
Damit reiht sich Kohl’s in eine Serie schwacher Einzelhandelsergebnisse ein. Auch Walmart hatte zuletzt mit seinen Quartalszahlen enttäuscht.
Salesforce, CrowdStrike und SolarEdge im Blick
Neben Nvidia legen heute Abend auch Salesforce und CrowdStrike ihre Zahlen vor. Bei Salesforce erwarten Analysten einen Umsatzanstieg von 10,5 Prozent auf 11,3 Milliarden Dollar sowie einen Gewinnanstieg von über 12 Prozent. Besonders im Fokus: die KI-Umsätze über die Plattform AgentForce. Charttechnisch hat sich die Aktie zuletzt erholt, notiert aber vorbörslich rund 2 Prozent schwächer.
Bei CrowdStrike erwarten Analysten einen Umsatzsprung von 23 Prozent. Die Bank of America mahnt zur Vorsicht vor zu hohen Erwartungen, während Jefferies das Kursziel von 190 auf 230 Dollar angehoben hat. Im Cybersecurity-Segment bevorzugen viele Analysten derzeit Palo Alto Networks, das in der kommenden Woche Zahlen vorlegt.
SolarEdge profitiert heute von einer UBS-Hochstufung von „neutral” auf „kaufen” mit einem neuen Kursziel von 42 Dollar (zuvor 36 Dollar). Die Analysten sehen das Unternehmen als Profiteur eines möglichen US-Importverbots für ausländische Wechselrichter. Die Aktie legte vorbörslich über 6 Prozent zu.
Der Handelstag steht insgesamt im Zeichen von Zurückhaltung: Der PCE-Deflator als wichtiger Inflationsindikator der US-Notenbank Fed fiel weitgehend wie erwartet aus, die Kernrate liegt mit 3 Prozent noch klar über dem Zielwert von 2 Prozent. Das dämpft Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen. Alle Augen richten sich auf Jackson Hole, wo Fed-Chef Kevin Waller am Freitag sprechen wird – und vor allem auf Nvidias Quartalsbericht am Abend, der die Richtung für den gesamten KI- und Technologiesektor vorgeben dürfte.
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