AfD in Sachsen-Anhalt: Was Wähler wirklich bewegt

Date:

Dieses Video wurde am 30.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Eine Woche vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dominiert die AfD die Umfragen mit rund 40 Prozent – weit vor der CDU, die laut Forschungsgruppe Wahlen bei 23 Prozent liegt. Reporter Paul Ronzheimer reiste durch das Land, sprach mit AfD-Funktionären, Kritikern und Wählern aller politischen Lager und zeichnete dabei ein vielschichtiges Bild einer tief gespaltenen Gesellschaft. Seine wichtigste Erkenntnis: Es gibt kein typisches Profil des AfD-Wählers.

AfD bei 40 Prozent – Protest gegen Berlin, nicht gegen Magdeburg

Auffällig in vielen Gesprächen war, dass der Landtagswahlkampf kaum von LandesThemen geprägt ist. Im Mittelpunkt stehen bundespolitische Fragen: der Unmut über die Bundesregierung, nicht eingehaltene Versprechen und das Gefühl, von der Politik in Berlin nicht gehört zu werden. Viele Wählerinnen und Wähler unterscheiden dabei nicht zwischen Landtags-, Bundestags- und Europawahl – sie haben schlicht das Vertrauen in die etablierten Parteien verloren.

Während in den Medien häufig der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund diskutiert wird, fiel sein Name bei zufälligen Begegnungen kaum. Stattdessen dominierten Frustration über Friedrich Merz und die allgemeine Stimmung: „Wir haben die Schnauze voll und versuchen jetzt mal was anderes.”

Die hohen Umfragewerte reichen nach aktuellem Stand dennoch nicht für eine absolute Mehrheit. Wie sich das Ergebnis am Wahltag konkret gestalten wird, bleibt offen.

Ukraine-Krieg und Russland-Nähe als zentrales Thema

Auf einer Demonstration in Halle erlebte Ronzheimer, wie aufgeheizt die Stimmung sein kann. Für viele Teilnehmer stand der Krieg in der Ukraine im Vordergrund – und die Sorge, Deutschland könnte in den Konflikt hineingezogen werden. Die Meinungen reichten dabei von offener Putin-Sympathie bis hin zu sachlicher Skepsis gegenüber Waffenlieferungen.

Ronzheimer unterscheidet drei Grundhaltungen, die er immer wieder antraf:

  • Offene Russland-Sympathie: Putin als guten Präsidenten und Russland als „Brudervolk” betrachtend
  • Kriegsangst ohne Russland-Sympathie: Sorge vor einer deutschen Kriegsbeteiligung, aber Ablehnung des russischen Angriffs
  • Wirtschaftlicher Protest: Kritik daran, dass die Ukraine Milliardenhilfen erhält, während in Deutschland gespart wird

Besonderes Aufsehen erregte eine Tasse mit dem Emblem der russischen Armee, die im Wahlkreisbüro des AfD-Vizevorsitzenden Hans Thomas Tillschneider stand. Tillschneider, der in der Vergangenheit Putins Politik verteidigte und dessen Geburtstag in der russischen Botschaft besuchte, erklärte das Objekt als bedeutungsloses Geschenk – wurde dabei aber sichtlich nervös und versuchte, die Veröffentlichung zu verhindern.

Ein gespaltenes Land – der Riss geht durch Familien und Schulen

Die politische Polarisierung beschränkt sich längst nicht mehr auf abstrakte Umfragewerte. Ronzheimer berichtet von einem Lehrer, der in einen juristischen Streit geriet, weil er die AfD öffentlich kritisiert hatte – das Neutralitätsgebot an Schulen wurde infrage gestellt. Ähnliche Konflikte zeigen sich in Vereinen und im privaten Umfeld.

Gleichzeitig gibt es eine wachsende Gruppe, die sich große Sorgen um die Zukunft des Landes macht, sollte die AfD an die Regierung kommen. Besonders häufig äußerten dies Frauen, die konkrete Bedenken zur Bildungspolitik und zur Ausgestaltung eines möglichen AfD-geführten Innenministeriums formulierten.

AfD-Funktionär Tillschneider selbst betonte, man wolle keinen „Systemwechsel”, sondern eine „Kehrtwende in der Politik”. Die Brandmauer der anderen Parteien gegenüber der AfD wird von vielen Wählern als unverständlich empfunden – gerade weil 40 Prozent der Bevölkerung signalisierten, diese Partei wählen zu wollen.

Zwischen Dialog und Konfrontation – Einordnung vor dem Wahltag

Die Reise durch Sachsen-Anhalt zeigt: Die hohen AfD-Werte speisen sich aus sehr unterschiedlichen Motiven – Wirtschaftssorgen, Migrationsdebatten, Verdruss gegenüber der Bundespolitik und regionalem Strukturwandel. Themen, die Ronzheimer in ähnlicher Form auch aus nordrhein-westfälischen oder baden-württembergischen Reportagen kennt und die den einfachen Ost-West-Erklärungsrahmen aufbrechen.

Mit dem Wahltag rückt die entscheidende Frage näher: Wie weit reicht der Protest tatsächlich, und welche Koalitionsmöglichkeiten bleiben den anderen Parteien? Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird damit zum bundesweiten Stimmungstest – für das Vertrauen in die Demokratie ebenso wie für den Umgang mit einer politischen Kraft, die sich fest in der gesellschaftlichen Mitte verankert hat.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related

AfD in Sachsen-Anhalt: Absolute Mehrheit möglich?

Strebt die AfD in Sachsen-Anhalt wirklich die absolute Mehrheit an – oder plant sie den Verbleib in der Opposition? Politikwissenschaftler Lempke analysiert.

Briefwahl-Panne in Sachsen-Anhalt: Halle und Magdeburg betroffen

In Halle wurden knapp 1.200 Briefwahlunterlagen doppelt gedruckt und verschickt. Auch Magdeburg meldete einen ähnlichen Vorfall mit 440 doppelten Wahlscheinen.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Siegt die AfD ohne zu regieren?

Vor der Landtagswahl Sachsen-Anhalt analysiert Politikwissenschaftler Volker Kronberg: Wie realistisch ist eine AfD-Regierung – und was bedeutet ein Sieg ohne Mehrheit?

Misstrauensantrag gegen Vogt gescheitert: Höckes Plan

Der Misstrauensantrag der AfD gegen Thüringens Ministerpräsident Vogt scheiterte erneut. Politologe Lempke erklärt, was Höcke damit bezweckte.