Dieses Video wurde am 02.09.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Mit einer ungewöhnlichen Geste hat der AfD-Politiker Siegmund in einer politischen Debatte auf die Kraftstoffsteuer in Deutschland aufmerksam gemacht: Er zückte eine Tankquittung und machte damit die hohen Spritpreise zum zentralen Thema seiner Rede. Mehr als die Hälfte des Literpreises entfalle in Deutschland auf Steuern und Abgaben – das sei kein Randproblem, sondern eines der drängendsten wirtschaftspolitischen Themen der Gegenwart.
Diesel für 2,40 Euro: Kraftstoffsteuer treibt Preise in die Höhe
Siegmund schilderte, dass er auf der Fahrt zum Veranstaltungsort einen Dieselpreis von 2,40 Euro pro Liter beobachtet habe. Schon seine mitgebrachte Quittung weise einen Preis von 2,20 Euro aus – Tendenz steigend. Zum Vergleich: In Polen kostet der gleiche Kraftstoff zum selben Rohölpreis lediglich 1,60 bis 1,70 Euro pro Liter.
Der Unterschied liege nicht im Ölpreis, sondern in der Steuerlast. In Deutschland mache der Steuer- und Abgabenanteil am Kraftstoffpreis mehr als die Hälfte des Endpreises aus. Dieses Ungleichgewicht, so Siegmund, sei politisch gemacht und damit auch politisch veränderbar.
Wettbewerbsnachteil für deutsche Unternehmen
Besonders hart trifft die hohe Kraftstoffsteuer Branchen, deren Geschäftsmodell unmittelbar vom Transportaufwand abhängt. Siegmund nannte zwei Beispiele, die ihm Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Tagen geschildert hätten:
- Spediteure, die aufgrund explodierender Dieselkosten kaum noch wirtschaftlich arbeiten können
- Pflegedienstleister, die für die tägliche Mobilität ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hohe Kraftstoffkosten tragen müssen
- Mittelständische Unternehmen, die den Standort Deutschland wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit verlassen
Die hohen Energiekosten seien ein struktureller Wettbewerbsnachteil gegenüber Nachbarländern, der dazu beitrage, dass Betriebe ins Ausland abwanderten oder ihre Existenz gefährdeten.
Politisches Signal mit symbolischer Geste
Mit dem Vorzeigen der Tankquittung wollte Siegmund den abstrakten Steuerdaten ein konkretes, alltagsnahes Gesicht geben. Der Alltag der Bürgerinnen und Bürger – ob beim Pendeln zur Arbeit oder beim Betrieb eines Lieferwagens – werde durch die Steuer- und Abgabenlast auf Kraftstoff direkt belastet.
Sein Appell richtete sich ausdrücklich an die politisch Verantwortlichen, darunter namentlich Ministerin Schulze: Diese sollten selbst wieder tanken gehen, um zu verstehen, was Dieselpreise von über zwei Euro für normale Haushalte und Gewerbetreibende bedeuten. Der Vorwurf der Abzocke an den Bürgerinnen und Bürgern stehe im Raum, solange Deutschland im europäischen Vergleich Spitzenreiter bei der Kraftstoffbesteuerung bleibe.
Debatte um Energiekosten als Standortfaktor
Die Auseinandersetzung um Kraftstoffpreise ist Teil einer breiteren wirtschaftspolitischen Diskussion in Deutschland. Hohe Energiekosten gelten neben Bürokratie und Fachkräftemangel als einer der Hauptgründe, warum Industriebetriebe und Logistikunternehmen den Standort Deutschland zunehmend kritisch bewerten.
Ob die Bundesregierung die Kraftstoffsteuer tatsächlich senken wird, bleibt offen. Steuermindereinnahmen müssten anderweitig kompensiert werden – eine politische Abwägung, die sowohl Haushaltspolitiker als auch Klimaschützer auf den Plan ruft. Die Debatte dürfte angesichts des anhaltenden Kostendrucks auf Unternehmen und Verbraucher nicht abreißen.
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