Dieses Video wurde am 10.09.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Was ist bei der Partnerwahl wirklich entscheidend – Geld, Status oder Charakter? Eine neue Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Norstadt liefert überraschende Antworten. Demnach geben 61 Prozent der Frauen an, dass ihnen ausschließlich immaterielle Eigenschaften bei einem Partner wichtig sind. Erfolg, ein gutes Gehalt oder ein teures Auto landen weit hinten auf der Prioritätenliste. Das Ergebnis markiert einen deutlichen Wandel gegenüber früheren Erhebungen.
Humor, Ehrlichkeit und Ausgeglichenheit schlagen Geld und Status
Laut der Norstadt-Umfrage führen klar die inneren Werte das Ranking der weiblichen Wünsche an. Frauen legen bei der Partnerwahl vor allem Wert auf folgende Eigenschaften:
- Humor und die Fähigkeit, gemeinsam zu lachen
- Zeit für Familie und Freunde
- Intelligenz und Bildung
- Emotionale Ausgeglichenheit
- Authentizität und Ehrlichkeit
Ein eigenes Haus als erstes materielles Statussymbol taucht erst auf Platz sechs auf. Noch deutlicher fällt das Ergebnis bei der Frage aus, ob der Partner mehr verdienen soll: Die überwiegende Mehrheit der befragten Frauen erklärte, dass ihnen das Einkommensverhältnis schlicht egal ist.
Finanzielle Unabhängigkeit verändert die Ansprüche
Der Wandel in der Partnerwahl hat einen handfesten gesellschaftlichen Hintergrund. Frauen sind heute häufiger als früher finanziell unabhängig und auf den Verdienst eines Partners nicht mehr angewiesen. Was früher als materielle Absicherung diente, hat damit seinen ursprünglichen Zweck verloren.
Auch die Evolutionspsychologie liefert eine Erklärung: Experten zufolge ist es unterbewusst attraktiv, wenn ein Partner mental stabil und zuverlässig wirkt – weil das signalisiert, dass er auch in Krisenzeiten Verlässlichkeit und Unterstützung bietet. Ausgeglichenheit und Authentizität gelten demnach als evolutionäre Qualitätssignale, die das Überleben und das Wohlergehen des gemeinsamen Nachwuchses begünstigen.
Männer unterschätzen den Wandel – und welche Berufe anziehen
Interessant ist der Blick auf die andere Seite: Fast die Hälfte der befragten Männer glaubt, dass Erfolg und Geld für Frauen nach wie vor die wichtigsten Kriterien bei der Partnerwahl sind. Damit liegt ein Großteil von ihnen falsch – alte gesellschaftliche Rollenbilder scheinen in den Köpfen vieler Männer noch fest verankert zu sein.
Auch bei den bevorzugten Berufen zeigen sich charakteristische Muster. Frauen finden laut der Umfrage besonders attraktiv:
- Ärzte – weniger wegen des Status, mehr wegen der Fürsorge und Empathie
- Handwerker – gleichauf mit Ärzten auf Platz eins, als Problemlöser und „Macher”
Bei Männern punkten Frauen in fürsorgeorientierten Berufen wie Ärztin oder Krankenschwester, aber auch in kreativen Feldern wie Wissenschaft, Kunst und Ingenieurwesen. Weniger gut kommt hingegen der Beruf der Steuerberaterin oder Politikerin an.
Tischmanieren und Alkohol: Die größten No-Gos beim Dating
Die Umfrage liefert auch handfeste Tipps für das erste Kennenlernen. Als größte Abturner beim Dating gelten:
- Schlechte Tischmanieren und Unhöflichkeit gegenüber Servicepersonal
- Übermäßiger Alkoholkonsum, der mit emotionaler Instabilität assoziiert wird
Beide No-Gos verweisen auf dasselbe Grundprinzip: Wer sich rücksichtslos oder unkontrolliert verhält, wirkt als Langzeitpartner unzuverlässig – und damit unattraktiv. Das deckt sich mit dem übergeordneten Befund der Studie: Charakter schlägt Kontostand.
Die Ergebnisse deuten auf einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wertewandel hin. Ob sich das veränderte Bild der Partnerwahl bei Frauen langfristig auch auf die Selbstwahrnehmung der Männer auswirkt, bleibt abzuwarten – die Diskrepanz zwischen den Geschlechtern ist jedenfalls noch deutlich spürbar.
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