Dieses Video wurde am 14.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Chemiekonzern Evonik gibt zwei deutsche Produktionsstandorte auf: Das Werk in Bitterfeld wird zum Ende April 2027 geschlossen, ein kleinerer Standort in Hamburg folgt ebenfalls. Insgesamt verlieren 90 Beschäftigte ihren Arbeitsplatz. Als Ursache nennt das Unternehmen anhaltend schwierige Marktbedingungen sowie eine zu geringe Auslastung der Anlagen. Die betroffenen Geschäftsbereiche sollen an größeren deutschen Standorten weitergeführt werden.
Evonik-Werksschließung in Bitterfeld: Produktion für Mikrochips endet
Im sachsen-anhaltischen Bitterfeld produziert Evonik bislang Chlorosilane – spezialisierte Chemikalien, die als Grundstoffe für die Herstellung von Mikrochips und Glasfaserkabeln eingesetzt werden. Damit bedient der Standort zwei Schlüsselbranchen der modernen Technologiewirtschaft.
Dennoch reicht die Nachfrage offenbar nicht aus, um den Betrieb wirtschaftlich aufrechtzuerhalten. 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Schließung direkt betroffen. Das endgültige Produktionsende ist für den Frühjahr 2027, konkret Ende April, angesetzt. Evonik zufolge sollen die entsprechenden Aktivitäten an anderen, größeren Standorten in Deutschland konsolidiert werden.
Auch Hamburg: 50 weitere Stellen fallen weg
Parallel zur Ankündigung in Bitterfeld bestätigte Evonik die Schließung eines weiteren, kleineren Standorts in Hamburg. Dort sind rund 50 Beschäftigte tätig. Details zur genauen Produktionsausrichtung des Hamburger Werks sowie zum konkreten Schließungszeitpunkt nannte das Unternehmen bislang nicht öffentlich.
Zusammen mit Bitterfeld summiert sich der Stellenabbau damit auf insgesamt 90 Arbeitsplätze. Beide Standortschließungen stehen im Zeichen einer konzernweiten Konsolidierungsstrategie, mit der Evonik seine Produktion auf leistungsfähigere und besser ausgelastete Werke konzentrieren will.
Strukturwandel in der deutschen Chemieindustrie
Die Entscheidung von Evonik reiht sich in eine Serie von Werksschließungen und Produktionsverlagerungen ein, die die deutsche Chemieindustrie seit Monaten prägen. Hohe Energiekosten, schwächelnde Exportnachfrage und internationaler Wettbewerbsdruck belasten die Branche erheblich.
Besonders strukturschwache Regionen wie der Raum Bitterfeld-Wolfen – einst eines der größten Chemiezentren der DDR und nach der Wende mühsam revitalisiert – treffen solche Meldungen empfindlich. Jeder verlorene Industriearbeitsplatz wiegt dort schwerer als in wirtschaftsstarken Ballungsräumen.
- Betroffene Standorte: Bitterfeld (Sachsen-Anhalt) und Hamburg
- Produkte in Bitterfeld: Chlorosilane für Mikrochips und Glasfaserkabel
- Betroffene Beschäftigte: 40 in Bitterfeld, 50 in Hamburg
- Geplantes Schließungsdatum Bitterfeld: Ende April 2027
- Begründung: Schwache Marktbedingungen und zu geringe Auslastung
Ausblick: Konzentration auf größere Standorte
Evonik betont, dass die betroffenen Geschäfte nicht vollständig aufgegeben, sondern an größeren deutschen Standorten weitergeführt werden sollen. Dies deutet auf eine Bündelung von Kapazitäten hin, die langfristig die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns sichern soll.
Für die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bedeutet das dennoch Ungewissheit. Ob und in welchem Umfang Weiterbeschäftigungsangebote an anderen Standorten gemacht werden, ist bislang nicht bekannt. Der Fall Evonik zeigt einmal mehr, wie stark der Strukturwandel in der deutschen Industrie weiterhin an Fahrt gewinnt – und wie sehr er konkrete Lebensrealitäten von Beschäftigten berührt.
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