Dieses Video wurde am 14.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Krise rund um die Straße von Hormus spitzt sich weiter zu. Ein für den 14. September 2026 geplantes Verhandlungstreffen zwischen dem Iran und dem Emirat Oman wurde kurzfristig verschoben – ohne neuen Termin. Die beiden Länder hätten bei dem Treffen eine Einigung zur Beilegung der Spannungen in der strategisch bedeutsamen Meeresenge vorstellen wollen. Stattdessen reagierten die globalen Energiemärkte prompt: Der Ölpreis stieg erneut an, was sich unmittelbar auf die Kraftstoffpreise in Deutschland auswirkt.
Verhandlungen gescheitert – Ölmärkte in Aufruhr
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie werden schätzungsweise 20 Prozent des global gehandelten Erdöls transportiert. Jede Störung dieser Route hat unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte.
Das geplante Treffen zwischen dem Iran und Oman war als diplomatischer Durchbruch gehandelt worden. Oman gilt seit Jahren als neutraler Vermittler im Konflikt zwischen dem Iran und westlich orientierten Golfstaaten. Die kurzfristige Absage des Treffens signalisiert, dass eine Einigung in weite Ferne gerückt ist.
Analysten sehen in der Verschiebung ein klares Signal der Unsicherheit. Die Folge: Händler an den Rohstoffbörsen preisten das gestiegene Risiko sofort ein, der Ölpreis legte erneut zu.
Huthi-Rebellen greifen Ostwestpipeline Saudi-Arabiens an
Parallel zur diplomatischen Krise verschärfen anhaltende Angriffe auf kritische Infrastruktur die Lage. Die Ostwestpipeline Saudi-Arabiens – derzeit eine der wichtigsten alternativen Transportrouten für arabisches Öl – wird wiederholt von den vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen sowie weiteren Terrorgruppen attackiert.
Die Angriffe auf die Pipeline sind besonders brisant, weil diese Route eigentlich als Ausweichweg für Tanker gilt, die die Straße von Hormus meiden wollen. Fällt auch sie teilweise aus, verengen sich die globalen Lieferketten für Rohöl weiter erheblich.
- Die Ostwestpipeline verbindet die östlichen Ölfelder Saudi-Arabiens mit dem Roten Meer.
- Sie hat eine Kapazität von rund 5 Millionen Barrel Öl pro Tag.
- Mehrfache Angriffe haben bereits zu Betriebsunterbrechungen geführt.
- Die Huthi-Rebellen operieren von Teilen des Jemen aus und werden vom Iran mit Waffen und Expertise versorgt.
Die wiederholten Attacken zeigen, wie verletzlich die globale Energieversorgung gegenüber regionalen Konflikten ist.
Spritpreise in Deutschland: Politische Debatte entfacht
Die Auswirkungen der Krise am Persischen Golf sind für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland längst spürbar. Die Spritpreise an deutschen Tankstellen steigen in dem Maß, in dem der Rohölpreis auf den Weltmärkten zulegt. Besonders Pendlerinnen und Pendler sowie Gewerbetreibende klagen über die finanzielle Belastung.
Die politische Debatte darüber nimmt Fahrt auf. Brandenburgs SPD-Regierungschef Dietmar Woidke – im Transkript als „Dibutke” transkribiert – fordert die Neuauflage eines Spritpreisdeckels. Damit greift er eine Idee auf, die in der Hochphase der Energiekrise 2022 erstmals diskutiert, jedoch nicht dauerhaft umgesetzt wurde.
Befürworter eines Preisdeckels argumentieren, dass der Staat in Ausnahmesituationen eingreifen müsse, um soziale Härten abzufedern. Kritiker hingegen warnen vor Marktverzerrungen und zweifeln an der praktischen Umsetzbarkeit eines solchen Instruments auf nationaler Ebene.
Ausblick: Wie lange hält die Eskalation an?
Ob und wann die Verhandlungen zwischen Iran und Oman neu angesetzt werden, ist derzeit unklar. Solange keine diplomatische Lösung in Sicht ist, dürften die Energiepreise unter erheblichem Aufwärtsdruck bleiben. Hinzu kommt die fragile Sicherheitslage rund um die saudische Pipelineinfrastruktur.
Für Deutschland bedeutet das: Die Debatte über staatliche Eingriffe zur Dämpfung der Kraftstoffpreise wird die Innenpolitik in den kommenden Wochen weiter beschäftigen. Gleichzeitig wächst der Druck auf die Bundesregierung, auf europäischer Ebene koordinierte Antworten auf die Versorgungssicherheit zu entwickeln – bevor sich die Lage am Golf weiter zuspitzt.
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