Klaus Barbie: Der Nazi hinter dem Kokain-Putsch

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Dieses Video wurde am 15.04.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Der Kokain-Putsch von 1980 in Bolivien gilt als eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Drogengeschichte – und hinter den Kulissen wirkte ein Mann, den die Welt als Kriegsverbrecher kannte: Klaus Barbie, ehemaliger Gestapo-Chef und „Schlächter von Lyon”. Gemeinsam mit dem Drogenboss Roberto Suárez half er, eine faschistische Militärjunta an die Macht zu putschen, die dem Kokainhandel freie Hand ließ. Offenbar mit Wissen – und möglicherweise Unterstützung – der CIA.

Roberto Suárez, Pablo Escobar und der Beginn eines Kartells

Am 8. Januar 1981 feiert Roberto Suárez in seiner Villa im bolivianischen Santa Cruz Geburtstag. Unter den Gästen: ein aufstrebender kolumbianischer Schmuggler namens Pablo Escobar. Die Begegnung ist kein Zufall. Suárez kontrolliert zu diesem Zeitpunkt einen Großteil des weltweiten Kokainhandels; Escobar verfügt über die Vertriebswege, um den Stoff global zu verkaufen.

„Der einzige wahre König in der Geschichte des Kokains heißt Roberto Suárez”, erinnert sich Carlos Valverde, ein Freund der Familie. „Pablo Escobar kam nach Santa Cruz und küsste die Hand von Roberto Suárez. Ab dann waren sie Geschäftspartner.” Aus dieser Begegnung entsteht das erste transnationale Kokain-Kartell.

Auch ein Deutscher ist an diesem Abend zugegen – er stellt sich vor als Klaus Altmann. In Wirklichkeit ist es Klaus Barbie, einer der meistgesuchten Naziverbrecher der Nachkriegszeit.

Klaus Barbie: Vom Gestapo-Chef zum Sicherheitschef des Kartells

In Frankreich hatte Barbie als Leiter der Gestapo gewütet. Mehr als 4.000 Hinrichtungen fallen in seine Schreckensherrschaft; er zerschlug große Teile des französischen Widerstands, ließ Tausende foltern und Juden nach Auschwitz deportieren. Nach dem Zweiten Weltkrieg bot er sich dem amerikanischen Geheimdienst an – so geht es aus CIA-Akten hervor. 1951 floh er mit amerikanischer Hilfe nach Bolivien, wo er unter dem Decknamen Klaus Altmann lebte.

Warum ausgerechnet Barbie? Der Schwiegersohn von Suárez erklärt es nüchtern: „Er sah Altmanns Fähigkeit, Spionageabwehr und Personenschutz zu organisieren. Als Roberto in den Drogenhandel einstieg, brauchte er einen General – jemanden, der Sicherheitskräfte organisieren konnte und Kontakte zum Militär und in die Politik hatte.”

Barbies Wert für das Kartell beruhte auf einem Netzwerk, das er über Jahrzehnte aufgebaut hatte:

  • Enge Verbindungen zu Militärs in Bolivien, Argentinien und Chile
  • Erfahrung in Geheimdienstarbeit, Verhörmethoden und Personenschutz
  • Zugang zu einem Netz aus Alt- und Neonazis, die als Söldner rekrutiert werden konnten
  • Politische Kontakte, die einen Putsch logistisch ermöglichten

Der Kokain-Putsch: Söldner, Staatsstreiche und NS-Tattoos

Barbie schleuste eine Söldnertruppe nach Bolivien – die sogenannten „Novios de la muerte” (Verlobte des Todes). Die Gruppe bestand aus ehemaligen Mitgliedern der Waffen-SS und Neonazis. Ihre Aufgabe: die Kokain-Labore von Suárez zu sichern und den geplanten Staatsstreich militärisch abzusichern.

Der Sohn von Suárez erinnert sich: „Altmann hatte sie nach Bolivien geholt. Sie beschützten unsere Familie, unsere Häuser, unseren Besitz. Nicht alle, aber die meisten von ihnen waren Deutsche.” Erst später entdeckte die Familie, was die Männer auf der Haut trugen: Hakenkreuz-Tattoos.

Im Juli 1980 putschte das Militär sich mit Hilfe von Barbies Söldnertruppe an die Macht. Es folgten Monate des Terrors: Hunderte Regimegegner wurden inhaftiert, gefoltert und ermordet. Drogenboss Suárez erhielt freie Hand für den Kokainhandel – und Barbie agierte im Hintergrund als strategischer Kopf.

CIA-Verstrickungen und das Ende des Schlächters

Der ehemalige DEA-Ermittler Michael Levine, der in den 1980er-Jahren verdeckt gegen das Suárez-Kartell ermittelte, berichtet, dass die CIA seine Nachforschungen aktiv behindert habe. Der Kampf gegen den Kommunismus sei dem US-Geheimdienst wichtiger gewesen als die Drogenbekämpfung.

Jack Blum, der Ende der 1980er-Jahre eine Untersuchungskommission des US-Kongresses leitete, schildert, was ein Informant offenbarte: „Es war seine Aufgabe, Geld zu waschen – mit Hilfe der CIA. Es war klar, dass das Geld von Roberto Suárez’ Drogenkartell stammte, mit dem dann Waffen gekauft wurden.”

1981 wuchs der internationale Druck auf Bolivien. Die Militärjunta versprach Wahlen und die Auslieferung von Naziverbrechern. Barbie verlor seinen Schutz. 1983 wurde er nach Frankreich ausgeliefert, von einem Gericht zu lebenslanger Haft verurteilt und starb 1991 im Gefängnis.

Der Kokain-Putsch von 1980 zeigt, wie eng organisierte Drogenkriminalität, faschistische Netzwerke und Geheimdienstinteressen miteinander verflochten sein können. Die historische Aufarbeitung dieses Kapitels ist bis heute nicht abgeschlossen – und mahnt zur Wachsamkeit gegenüber ähnlichen Strukturen in der Gegenwart.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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