Dieses Video wurde am 18.04.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Ein Geburtstagsfest in der Villa eines Drogenbosses, Kokainmillionen im Hintergrund und ein lächelnder Mann mit Sonnenbrille und Hut: Klaus Barbie, der als „Schlächter von Lyon” in die Geschichte des NS-Terrors eingegangen ist, tauchte im bolivianischen Santa Cruz unter falschem Namen auf – und wurde zum Sicherheitschef des mächtigsten Kokainhändlers der Welt.
Roberto Suarez – der König des Kokains
In der Geschichte des globalen Drogenhandels nimmt Roberto Suarez Gomez eine singuläre Stellung ein. Der bolivianische Großgrundbesitzer stieg in den 1970er und frühen 1980er Jahren zum weltweit bedeutendsten Kokainhändler auf. Sein Einfluss reichte weit über die Landesgrenzen Boliviens hinaus.
Selbst der kolumbianische Kartellchef Pablo Escobar reiste nach Santa Cruz, um Suarez die Aufwartung zu machen. Die Begegnung der beiden Männer besiegelte eine Geschäftspartnerschaft, die den Kokainmarkt der 1980er Jahre maßgeblich prägte. Suarez kontrollierte weite Teile der bolivianischen Kokaproduktion und verfügte über ein weitverzweigtes Netzwerk aus Schmugglern, Militärkontakten und politischen Verbündeten.
Klaus Barbie alias „Klaus Altmann” in Bolivien
Unter dem Decknamen Klaus Altmann lebte der SS-Hauptsturmführer und frühere Gestapo-Chef in Lyon jahrzehntelang unbehelligt in Bolivien. Barbie hatte nach dem Zweiten Weltkrieg mithilfe der sogenannten „Rattenlinie” – eines Netzwerks zur Flucht von NS-Verbrechern nach Südamerika – seiner Strafverfolgung in Europa entkommen.
In Bolivien fiel er durch sein Auftreten auf Festen der Oberschicht auf, darunter dem Geburtstagsfest von Roberto Suarez. Sein wahres Gesicht war im bolivianischen Establishment jedoch kein Geheimnis – im Gegenteil: Seine Vergangenheit als NS-Geheimdienstler machte ihn für bestimmte Kreise besonders wertvoll.
Warum Suarez einen Nazi als „General” brauchte
Wie der Schwiegersohn von Roberto Suarez berichtet, suchte der Drogenboss beim Aufbau seines Imperiums gezielt nach einer Person, die militärische Strukturen kannte und politische Netzwerke aktivieren konnte. Klaus Barbie brachte genau diese Fähigkeiten mit:
- Aufbau und Koordination von Sicherheitskräften und Personenschutz
- Expertise in Spionageabwehr aus seiner Zeit als Gestapo-Chef
- Kontakte zu bolivianischen Militärkreisen und Politikern
- Erfahrung mit der Organisation von Parallelstrukturen außerhalb staatlicher Kontrolle
Suarez benötigte, so der Schwiegersohn, „eine Art General” – jemanden, der nicht nur Leibwächter stellte, sondern ein ganzes Sicherheitssystem um das Kartell herum organisieren konnte. Barbie übernahm genau diese Rolle.
Das Erbe zweier Verbrechen
Die Verbindung zwischen NS-Verbrechen und lateinamerikanischem Drogenhandel ist mehr als eine historische Kuriosität. Sie zeigt, wie gefährliches Spezialwissen – in diesem Fall das der nationalsozialistischen Unterdrückungsapparate – auch Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vermarktet werden konnte.
Barbie wurde schließlich 1983 enttarnt, nach Frankreich ausgeliefert und 1987 wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft verurteilt. Er starb 1991 in Haft. Roberto Suarez wurde zwar zeitweise festgenommen, konnte sein Vermögen jedoch weitgehend sichern. Die Geschichte ihrer Zusammenarbeit steht exemplarisch dafür, wie sich kriminelle und politische Netzwerke über Ideologiegrenzen hinweg verbünden, wenn gemeinsame Interessen es erfordern.
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