AfD: Weidel erkennt eigenen Mitarbeiter nicht

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Dieses Video wurde am 06.03.2026 von ZDFheute Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Ein unangenehmer Auftritt für AfD-Chefin Alice Weidel: In einem konfrontativen Interview mit dem ZDF-Politikmagazin Frontal konnte sie einen Mann auf gezeigten Fotos zunächst nicht identifizieren – obwohl es sich dabei um einen ihrer eigenen Büroangestellten handelte. Der Vorfall wirft Schlaglichter auf ein mutmaßliches Geflecht wechselseitiger Anstellungen in AfD-Abgeordnetenbüros, das Kritiker als Korruptionsverdacht werten. Die Recherche von Reporterin Katrin Haaß zeigt, wie wenig Transparenz in den Personalstrukturen der Partei herrscht.

Weidel erkennt eigenen Mitarbeiter auf Fotos nicht

Frontal-Reporterin Katrin Haaß konfrontierte Weidel mit Fotos einer Person und fragte, ob sie diese kenne. Weidels erste Reaktion war eindeutig: „Kenne ich nicht.” Erst als ihr der Name des Mannes genannt wurde, räumte sie ein, diesen zumindest schon gehört zu haben – das Foto selbst sei für sie „nicht eindeutig erkennbar”.

Die Szene ist brisant, denn bei der abgebildeten Person handelt es sich laut Frontal um einen Mitarbeiter, der in Weidels Büro vor Ort tätig war und ein Monatsgehalt von fast 4.000 Euro bezog. Das Beschäftigungsverhältnis soll zum Zeitpunkt des Interviews bereits beendet gewesen sein.

Zu den genauen Tätigkeiten des Mitarbeiters wollte sich Weidel nicht äußern: „Was so mittlerweile so machen, ne? Also, ich weiß es nicht genau – das würde ich auch nicht quasi kommunizieren wollen, weil es halt auch niemand was angeht.”

Geflecht wechselseitiger Anstellungen in der AfD

Der Kern der Recherche geht über den einzelnen Fall Weidel hinaus. Frontal beschreibt ein System, bei dem AfD-Abgeordnete gegenseitig Mitarbeiter aus dem Umfeld anderer Fraktionskollegen anstellen – ein sogenanntes Geflecht wechselseitiger Anstellung in Abgeordnetenbüros. Kritiker sprechen von einem „Geschmäckle”, das den Verdacht auf Korruption nahelege.

Solche Konstruktionen sind politisch und rechtlich heikel, weil Büromittel des Bundestages eigentlich für die parlamentarische Arbeit des jeweiligen Abgeordneten vorgesehen sind – nicht für parteiinterne Netzwerkpflege.

  • Mitarbeiter werden zwischen Abgeordnetenbüros gegenseitig angestellt
  • Gehälter werden aus öffentlichen Bundesmitteln finanziert
  • Abgeordnete sollen mitunter wenig über die tatsächlichen Tätigkeiten ihrer Mitarbeiter wissen
  • Betroffene Beschäftigungsverhältnisse wurden teils still beendet

AfD-Fraktionschef zur Verantwortung befragt

Das Frontal-Team konfrontierte im Anschluss auch den AfD-Partei- und Fraktionsvorsitzenden mit dem Fall und zeigte ihm dieselben Fotos. Seine Reaktion fiel deutlich anders aus als die von Weidel: Ein Abgeordneter müsse seinen Mitarbeiter auf einem solchen Foto erkennen können – „davon gehe ich aus”, sagte er. Die Aufnahmen seien schließlich weder unscharf noch anderweitig schwer zu deuten.

Mit dieser Aussage distanzierte er sich indirekt vom Verhalten Weidels, ohne sie namentlich zu kritisieren. Der Vergleich mit einer „kleinen Firma” machte deutlich, welchen Mindeststandard er für Abgeordnete selbst anlegt.

Einordnung: Transparenz und parlamentarische Verantwortung

Der Vorfall verdeutlicht grundsätzliche Fragen zur parlamentarischen Transparenz und zum Umgang mit öffentlichen Geldern. Abgeordnetenbüros verfügen über erhebliche Mittel zur Beschäftigung von Mitarbeitern – eine Kontrolle darüber, wer tatsächlich welche Aufgaben übernimmt, ist für die Öffentlichkeit kaum möglich.

Für Weidel und die AfD kommt die Affäre zu einem politisch ungünstigen Zeitpunkt. Die Partei befindet sich nach der Bundestagswahl 2025 in einer Phase, in der sie ihren Machtanspruch untermauern will. Interne Ungereimtheiten bei der Personalverwaltung könnten das Bild einer professionellen Oppositions- und Regierungsalternative beschädigen. Wie weit das beschriebene Geflecht reicht, sollen weitere Recherchen von Frontal zeigen.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

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