Dieses Video wurde am 01.05.2026 von t3n Magazin auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Wer beruflich nicht weiterkommt oder sich gegen Jobverlust absichern will, findet in der Portfolio-Karriere einen vielversprechenden Weg. Statt alle Energie in eine einzige Vollzeitstelle zu stecken, verteilt man sie auf mehrere Standbeine – etwa Beratung, Content Creation oder öffentliches Reden. Darya Kamkalova, Gründerin der Plattform Venturing Women und selbst ein Paradebeispiel für dieses Karrieremodell, erklärt, wie der Aufbau gelingt, welche Fragen man sich stellen sollte und warum Sichtbarkeit dabei eine Schlüsselrolle spielt.
Was bedeutet Portfolio-Karriere – und warum lohnt sie sich?
Eine Portfolio-Karriere ist das Ende der klassischen Ein-Job-Logik. Anstatt die gesamte berufliche Identität, das Einkommen und die persönliche Sicherheit auf einen einzigen Arbeitgeber zu setzen, baut man sich mehrere unabhängige Einkommens- und Tätigkeitssäulen auf. Kamkalova vergleicht das Prinzip direkt mit der Finanzwelt: „Setze nicht alles auf eine Karte” gilt für Investments – und sollte genauso für die eigene Karriere gelten.
Das Modell ist nicht auf Freelancer beschränkt. Auch wer in Vollzeit angestellt ist, kann nebenher einen Blog starten, als Speaker auftreten oder eine Community aufbauen. Entscheidend ist, dass die einzelnen Säulen sich gegenseitig verstärken – ein Prinzip, das Kamkalova als Systemdenken bezeichnet: Die eigenen Aktivitäten sind miteinander verbunden, sodass zum Beispiel Content neue Kunden bringt und Kunden wiederum neuen Content liefern.
Wie man mit dem Aufbau beginnt – auch neben dem Vollzeitjob
Der Einstieg in eine Portfolio-Karriere erfordert weder einen sofortigen Jobwechsel noch unzählige Überstunden. Kamkalova empfiehlt, realistisch mit der verfügbaren Energie umzugehen – wer bereits am Burnout-Rand arbeitet, sollte zunächst Kapazitäten schaffen. Wer Spielraum hat, kann mit wenigen Stunden pro Woche starten.
Als Orientierungshilfe empfiehlt sie, sich folgende Fragen zu stellen:
- Was sind meine Fachkenntnisse und Kompetenzen?
- Was macht mir wirklich Spaß – womit würde ich auch unbezahlt beginnen?
- Was ist mein konkretes Ziel: Absicherung, zweite Einkommensquelle oder langfristige Selbstständigkeit?
- In welchem Zeitraum will ich erste messbare Ergebnisse erzielen?
- Welches Netzwerk muss ich dafür gezielt aufbauen?
Kamkalova betont: Wer am Anfang kein Geld verdient, liegt völlig im Plan. Viele ihrer eigenen Kenntnisse entstammen zunächst unbezahlten Hobby-Projekten und Side-Projects. Erst wenn ein konkretes Einkommensziel gesetzt ist, braucht es klare KPIs und einen definierten Zeithorizont.
Sichtbarkeit, persönliche Marke und der Umgang mit Widerstand
Eine Portfolio-Karriere bedeutet auch einen Identitätswandel: weg vom Gedanken „Ich habe einen Job”, hin zu „Ich habe eine Marke”. Wer etwa als Softwareentwicklerin eine Community aufbaut oder als Datenexperte Vorträge hält, wird sichtbar – und Sichtbarkeit zieht Chancen an, anstatt dass man ihnen hinterherlaufen muss.
Doch genau diese Sichtbarkeit kann im Angestelltenverhältnis Reibung erzeugen. Vorgesetzte interpretieren externes Engagement mitunter als Signal für einen bevorstehenden Jobwechsel. Kamkalova rät, die eigene Außenwirkung aktiv als Mehrwert für das Unternehmen zu positionieren: als Brand Ambassador, der durch Netzwerk und Reputation neue Partnerschaften und Geschäftsmöglichkeiten erschließt.
Wer keine große Bühne anstrebt, muss auch nicht zwingend auf LinkedIn präsent sein. Beratungsmandate oder spezialisierte Kundenprojekte lassen sich ebenso diskret aufbauen – Sichtbarkeit ist ein Hebel, aber kein Pflichtprogramm.
Portfolio-Karriere als Sprungbrett in die Selbstständigkeit
Für Menschen, die langfristig den Schritt in die Selbstständigkeit planen, ist das Portfolio-Modell eine ideale Übergangsphase. Es erlaubt, schrittweise ein neues Netzwerk aufzubauen, Geschäftsideen zu testen und unternehmerische Fähigkeiten zu entwickeln – ohne die finanzielle Sicherheit des Hauptjobs sofort aufzugeben.
Kamkalova widerspricht auch dem Vorwurf der Oberflächlichkeit: Wer mehrere Säulen kombiniert, entwickelt keine flache Breite, sondern eine seltene Tiefe durch Kombination. Jede Säule bereichert die andere, und wer in der Lage ist, zwischen verschiedenen Welten zu übersetzen, besitzt eine Kompetenz, die reine Fachspezialisten nicht haben. Die Zukunft, so Kamkalova, gehöre nicht den engsten Spezialisten, sondern denjenigen, die Brücken zwischen Disziplinen bauen können.
Angesichts eines zunehmend unsicheren Arbeitsmarkts gewinnt das Modell an Relevanz. Wer heute beginnt, gezielt ein zweites oder drittes Standbein aufzubauen, schafft sich langfristig nicht nur finanzielle Resilienz, sondern auch mehr berufliche Selbstbestimmung.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

