Hitzetraining im Radsport: So trainieren Profis

Date:

Dieses Video wurde am 30.04.2026 von Sportschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Im Profi-Radsport gilt Hitzetraining längst als ernstzunehmende Leistungsmethode. Auf der Heimrolle, in dick eingepackter Trainingskleidung und ohne kühlende Lüftung treiben Radprofis ihre Körperkerntemperatur bewusst in die Höhe. Was unangenehm klingt, hat einen handfesten wissenschaftlichen Hintergrund: Ähnlich wie Höhentrainingslager soll der gezielte Hitzestress den Körper auf ein höheres Leistungsniveau heben – bequem von zu Hause aus. Georg Zimmermann, Deutscher Straßenradmeister 2025 aus Augsburg, gehört zu den Profis, die auf diese Methode schwören und sie regelmäßig in ihren Trainingsplan integrieren.

Hitzetraining als Alternative zum Höhentrainingslager

Der Grundgedanke hinter dem Hitzetraining ist dem Höhentrainingslager entlehnt: Beide Methoden stressen den Organismus gezielt, um Anpassungsreaktionen auszulösen. Beim Höhentraining ist es der reduzierte Sauerstoffgehalt der Luft, beim Hitzetraining ist es die thermische Belastung. Der entscheidende Vorteil liegt auf der Hand: kein teurer Aufenthalt in der Höhe, keine Reiselogistik, kein wochenlanger Aufenthalt in den Bergen.

Stattdessen rollt man das Fahrrad ins Badezimmer, lässt die Dusche kurz auf heißes Wasser laufen für zusätzliche Luftfeuchtigkeit, zieht mehrere Schichten Trainingskleidung an – langes Winterunterhemd, Trainingsjacke, Beinlinge, Stirnband – und fährt los. Die Rahmenbedingungen sind bewusst unwirtlich gestaltet, um den Körper maximal zu fordern.

Wie eine Einheit konkret abläuft

Eine typische Hitzetrainingseinheit dauert zwischen 30 und 90 Minuten. Zu Beginn wird mit hohem Widerstand – rund 300 Watt – gefahren, um die Körperkerntemperatur rasch auf 38 bis 39 Grad Celsius zu bringen. Sobald dieser Wert erreicht ist, reduziert man die Leistung auf etwa 200 bis 250 Watt und hält die Herzfrequenz bei 70 bis 80 Prozent des Maximums. Bereits nach wenigen Minuten bildet sich der erste Schweiß – nach zwanzig Minuten ist Lenker und Matte vollständig durchnässt.

Zimmermann beschreibt den Effekt plastisch: Schon nach fünf Minuten beginnt das Schwitzen, vergleichbar mit einem Saunagangbesuch – der normalerweise 15 Minuten dauert. Die Übungseinheit endet nach etwa 30 Minuten, was für einen Vollprofi ausreicht.

Physiologische Effekte des Hitzetrainings

Die wissenschaftlich belegten Anpassungen des Körpers auf regelmäßiges Hitzetraining sind beachtlich:

  • Blutmenge und Hämoglobinwert erhöhen sich, wodurch pro Herzschlag mehr Sauerstoff transportiert werden kann.
  • Das Herz muss bei gleicher Leistung weniger schlagen, was die Herzkreislaufeffizienz verbessert.
  • Der Körper beginnt früher zu schwitzen und kühlt sich dadurch effizienter ab.
  • Die Elektrolytbindung verbessert sich: Der Körper verliert weniger Mineralstoffe über den Schweiß.
  • Ergänzendes passives Hitzetraining – etwa Sauna oder heiße Bäder – kann die Effekte zusätzlich verstärken.

Zimmermann, der seit über zehn Jahren regelmäßig die Sauna nutzt, vermutet, dass er dadurch bei warmen Rennbedingungen stets besonders gut zurechtkam – ohne es damals als gezieltes Training zu verstehen.

Risiken und Empfehlungen für Einsteiger

So wirksam die Methode ist, so groß ist auch das Risiko des Übertrainings. Die auf dem Trainingscomputer angezeigten Wattzahlen spiegeln die tatsächliche Körperbelastung unter Hitzebedingungen nur unvollständig wider. Selbst eine moderate Stunde auf der Rolle kann den Körper stärker belasten als erwartet – wer das nicht einkalkuliert, riskiert eine Überlastung.

Profis raten daher ausdrücklich zu einem vorsichtigen Einstieg: kurze Einheiten, niedrige Intensität und eine bewusste Regenerationsplanung sind Pflicht. Wer die Hitzesitzungen nicht als eigenständigen Belastungsreiz in den Trainingsplan integriert, handelt sich schnell eine Leistungsstagnation oder Verletzung ein.

Für Zimmermann ist das Hitzetraining trotz aller Unbequemlichkeit ein unverzichtbarer Baustein auf dem Weg zu seinen nächsten großen Zielen: einer Etappe bei der Tour de France und der Teilnahme an den Olympischen Spielen. Den deutschen Meistertitel hat er bereits abgehakt – zwei Träume stehen noch aus.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Beiträge
Related