Dieses Video wurde am 01.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dominiert die AfD die Umfragen mit großem Abstand. Laut aktuellen Erhebungen kommt die Partei auf 41 Prozent, während die CDU als zweitstärkste Kraft gerade einmal 22 Prozent erreicht. Der Wahlkampf ist in die heiße Phase getreten – und die Zahlen zeigen: Der Vorsprung der AfD bleibt trotz leichter Verluste gegenüber der Vorwoche gewaltig. Allerdings gilt es, alle Umfragewerte mit Vorsicht zu interpretieren, da statistischen Fehlermargen und mögliche Stimmungsverschiebungen bis zum Wahltag eine Rolle spielen.
Aktuelle Umfragewerte: AfD weit vor CDU
Die Sonntagsfrage für Sachsen-Anhalt zeigt eine klare Rangfolge. Die AfD führt mit 41 Prozent, auch wenn sie gegenüber der Vorwoche leicht nachgegeben hat. Dahinter folgen:
- CDU: 22 Prozent
- Die Linke: 11 Prozent
- SPD: 9 Prozent
- Grüne: 6 Prozent
- BSW: 4 Prozent
- FDP: 3 Prozent – voraussichtlich nicht im Landtag
Der Abstand zwischen AfD und CDU beträgt damit fast 20 Prozentpunkte. Für die Union ist das eine schwierige Ausgangslage, wenige Tage vor dem Urnengang.
Spitzenkandidaten nahezu gleichauf
Trotz der großen Parteidifferenz im Gesamtergebnis liefern sich die beiden Spitzenkandidaten im direkten Vergleich ein knappes Rennen. Ulrich Siegmund von der AfD liegt mit 33 Prozent knapp vor dem CDU-Kandidaten Sven Schulze, der auf 32 Prozent kommt. Bemerkenswert: 31 Prozent der Befragten nennen keinen der beiden Kandidaten als bevorzugte Wahl – ein Zeichen allgemeiner Unzufriedenheit mit dem Personalangebot.
Die Zahlen zeigen außerdem, dass Siegmund nicht der eigentliche Treiber des AfD-Ergebnisses ist. Die Menschen in Sachsen-Anhalt wählen die Partei überwiegend wegen ihrer programmatischen Positionen – nicht wegen ihrer Führungsperson.
Größte Sorgen: Inflation und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Bundesweit und in Sachsen-Anhalt bewegt vor allem die wirtschaftliche Lage die Wählerinnen und Wähler. Bei einer gesamtdeutschen Befragung nach den größten Sorgen ergeben sich folgende Werte:
- Inflation und steigende Preise: 58 Prozent
- Gesellschaftlicher Zusammenhalt: 47 Prozent
- Eskalation des Ukrainekrieges: 41 Prozent
- Folgen des Klimawandels: 30 Prozent
- Eigene wirtschaftliche Situation: 25 Prozent
In Sachsen-Anhalt selbst liegt der Wert für Inflation und steigende Preise noch deutlich höher: 71 Prozent der Befragten nennen dieses Thema an erster Stelle. Die finanzielle Unsicherheit im Land ist damit spürbar größer als im Bundesdurchschnitt – und dürfte das Wahlverhalten maßgeblich prägen.
Merz im Wahlkampf: Kommunikation stößt auf wenig Gegenliebe
Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich in den Wahlkampf in Sachsen-Anhalt eingeschaltet und warnt davor, das Land zu einem „Experimentierfeld für die AfD” werden zu lassen. Zugleich mahnt er, dass eine AfD-Regierung Investoren abschrecken könnte.
Doch die Rückendeckung aus Berlin ist schwach. Laut Umfragen sind lediglich 13 Prozent der Bevölkerung mit der Kommunikation des Kanzlers zufrieden – während 85 Prozent seine Öffentlichkeitsarbeit kritisch bewerten. Für die CDU in Sachsen-Anhalt bedeutet das: Statt eines Aufwindes kommt aus der Bundeshauptstadt vor allem Gegenwind. Ob die Union in den verbleibenden Tagen noch zulegen kann, bleibt offen – die Vorzeichen stehen schwierig.
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