Dieses Video wurde am 28.04.2026 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Nur Stunden nach dem Anschlagsversuch beim Korrespondentendinner in Washington kursierten erste Videos im Netz, die das Ereignis im sogenannten Lego-Stil kommentierten. Was auf den ersten Blick wie harmlose Animationssatire wirkt, ist bei näherer Betrachtung ein gezieltes Instrument politischer Einflussnahme: KI-generierte Lego-Satire aus Iran hat sich zu einem eigenständigen Trend entwickelt – mit wachsender Reichweite und klarer politischer Stoßrichtung gegen Trump und die US-Regierung.
Explosive Media: Die Gruppe hinter dem Lego-Trend
Hinter den viralen Clips steckt die Gruppe Explosive Media, die sich selbst als unabhängiges Medienunternehmen bezeichnet. Doch diese Darstellung ist zumindest fragwürdig: Die Gruppe hat eingeräumt, dass auch die iranische Regierung zu ihren Kunden gehört.
Seit Beginn des Gaza-Kriegs produziert Explosive Media regelmäßig Inhalte – und das trotz der in Iran geltenden Internetsperren. Möglich macht das eine offizielle Lizenz als Nachrichtenmedium, ein Privileg, das in einem autoritären System nicht ohne enge Beziehungen zur Staatsmacht vergeben wird.
Die Kombination aus staatlicher Duldung, professioneller Produktion und rasanter Reaktionszeit macht die Gruppe zu einem bemerkenswert effizienten Akteur im digitalen Informationskrieg.
Westliche Ästhetik als Trojanisches Pferd
Das Besondere an der Lego-Satire ist ihre visuelle Sprache: proiranische Propaganda verpackt in eine durch und durch westliche Popkultur-Ästhetik. Die blockförmigen Figuren, die bunten Farben und die eingängigen Soundtracks – all das wirkt vertraut und niedrigschwellig.
Die Macher haben die musikalischen Untermalungen ihrer Videos inzwischen sogar auf Spotify veröffentlicht, was die kulturelle Durchdringung noch weiter vorantreibt. Auf anderen Plattformen hingegen wurden ihre Inhalte gesperrt:
- YouTube entfernte Inhalte der Gruppe wegen Irreführung.
- Instagram sperrte ebenfalls entsprechende Kanäle.
- Trotz dieser Maßnahmen erreichen die Videos über alternative Kanäle weiterhin ein breites Publikum.
- Die Schnelligkeit der Veröffentlichung – oft innerhalb weniger Stunden nach einem Ereignis – gilt als zentrales Element der Strategie.
Genau diese Geschwindigkeit, die sogenannte Real-Time-Reaktion, unterscheidet Explosive Media von klassischen staatlichen Propagandaapparaten.
Satire, Propaganda oder Hetze – eine schwierige Abgrenzung
Wo die Grenze zwischen politischer Satire und gezielter Propaganda verläuft, ist in der digitalen Öffentlichkeit schwer zu ziehen. Die Lego-Videos operieren bewusst in dieser Grauzone: Sie nutzen den Schutzmantel des Humors, transportieren dabei aber eindeutige politische Botschaften.
Klar ist: Die Clips erreichen eine wachsende Zahl von Menschen weltweit, darunter auch solche, die für politische Beeinflussung empfänglich sein könnten. Medienforscherinnen und -forscher warnen, dass der spielerische Stil die kritische Rezeption erschwert.
Die Zielgruppe ist dabei nicht das iranische Inland, sondern ein internationales, überwiegend englischsprachiges Publikum – was die geopolitische Dimension des Trends zusätzlich unterstreicht.
Meme-Krieg: Iran und Trump auf demselben Spielfeld
Interessant ist, dass auch die Trump-Regierung selbst auf Memes und digitale Kulturkampfmittel setzt. Der Versuch, den Informationskrieg im Internet zu gewinnen, ist längst keine Domäne autokratischer Regime mehr – er ist globaler Standard geworden.
Bislang jedoch, so die Einschätzung von Beobachterinnen und Beobachtern, ohne durchschlagenden Erfolg auf beiden Seiten. Der digitale Propagandakrieg ist ein Kräftemessen ohne klaren Sieger – aber mit realen Folgen für die politische Meinungsbildung weltweit.
Der Lego-Trend zeigt exemplarisch, wie staatlich beeinflusste Akteure moderne Ästhetik und KI-Technologie nutzen, um klassische Propagandaziele zu verfolgen. Mit wachsender KI-Verfügbarkeit dürfte die Verbreitung solcher Formate weiter zunehmen – und die Herausforderung für Plattformen und Nutzer gleichermaßen wachsen.
Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

