Dieses Video wurde am 09.09.2026 von DER AKTIONÄR TV auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Märkte am Morgen stehen unter Druck: Schwache Vorgaben aus den USA und Asien trüben die Stimmung zum Handelsbeginn. Der Dow Jones schloss am Vortag rund 1,2 Prozent im Minus, der technologielastige Nasdaq 100 gab ebenfalls nach. Auch in Asien zeigten sich die Leitindizes überwiegend rot – Nikkei und Hang Seng verloren je etwa 0,3 Prozent. Der DAX dürfte den Tag vorbörslich bei rund 25.860 Punkten starten und damit leicht tiefer als der Vortagsschluss von gut 26.000 Punkten.
Steigende Anleiherenditen und Ölpreis belasten die Aktienmärkte
Zwei makroökonomische Faktoren dominieren das Marktgeschehen. Erstens sind die Anleiherenditen weiter auf hohem Niveau: Die zehnjährigen US-Staatsanleihen stiegen zwischenzeitlich auf über 4,8 Prozent – ein stetiger Anstieg, der Aktieninvestments relativ unattraktiver macht.
Zweitens zieht der Ölpreis weiter an. Die Sorte Brent nähert sich der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel. Hintergrund ist die zunehmende Einpreisung eines länger anhaltenden Konflikts im Nahen Osten. Einzelne Analysten sehen sogar Szenarien von bis zu 120 Dollar je Barrel. Profiteure dieser Entwicklung sind Ölaktien wie Chevron, während der breite Markt unter den gestiegenen Energiepreisen leidet.
Amgen und Infineon als größte Verlierer
Amgen war der schwächste Wert im Dow Jones und verlor zeitweise rund 10 Prozent. Zwei Faktoren belasteten die Aktie:
- BMO Capital Markets stufte Amgen von „Outperform” auf „Market Perform” herab – der Kursanstieg von 34 Prozent seit Jahresbeginn gelte als weitgehend eingepreist.
- Konkurrent Novartis scheiterte mit einem Cholesterin-Medikament; Anleger befürchten ähnliche Rückschläge bei Amgens Pipeline.
Die Aktie rutschte unter die 50-Tage-Linie, was charttechnisch als kritisches Signal gilt. Investierte Anleger sollten Stoppkurse im Blick behalten.
Im DAX war Infineon der größte Verlierer. Morgan Stanley senkte das Kursziel deutlich von 81 auf 65 Euro und korrigierte die Einstufung von „Overweight” auf „Equal Weight”. Begründung: begrenztes kurzfristiges Überraschungspotenzial im Rechenzentrumsgeschäft, Verzögerungen bei 800-Volt-Systemen und wachsender Wettbewerbsdruck. Die Berenberg Bank sieht dagegen bei einem Kursziel von 100 Euro aktuell eine gute Einstiegsgelegenheit.
Intel und Oracle glänzen als Gewinner
Intel stach als klarer Tagesgewinner hervor und legte rund 9 Prozent zu. Zwei positive Impulse trieben den Kurs:
- Berichten zufolge könnte Intel die Prozessorpreise ab Oktober um rund 10 Prozent anheben – eine offizielle Bestätigung steht noch aus.
- Northland Securities stufte Intel von „Halten” auf „Kaufen” hoch, mit einem Kursziel von 120 US-Dollar, und verwies auf Fortschritte beim Konzernumbau sowie Knappheit bei Serverprozessoren.
Charttechnisch übersprang die Aktie die 50-Tage-Linie und könnte sich nach einer langen Seitwärtsphase neu nach oben orientieren.
Oracle gewann 2,4 Prozent und näherte sich der 200-Tage-Linie. Mizuho bestätigte das „Outperform”-Rating mit einem Kursziel von 320 Dollar. Im Fokus stehen die Quartalszahlen am 10. September sowie der Investor Day Ende Oktober. Oracle positioniert sich seit rund einem Jahr als KI-Profiteur, doch der hohe Investitionsbedarf bleibt ein Unsicherheitsfaktor.
Robinhood, Airbus und BVB im Blick
Robinhood gab trotz positiver Nachrichten nach. Die Analysten von JMP Securities hoben das Kursziel von 127 auf 140 Dollar an und empfehlen die Aktie zum Kauf – mit Verweis auf starke Nettoeinlagen, wachsende Gold-Abonnentenzahlen und Aktivitäten bei Robinhood Chain sowie Prognosemärkten. Zudem erwarb Robinhood Minderheitsbeteiligungen an crypto.com und og.com. Der Rücksetzer dürfte Gewinnmitnahmen nach einem vorangegangenen kräftigen Kursanstieg geschuldet sein.
Bei Airbus stehen die Auslieferungszahlen im Fokus: Im August lieferte der Konzern 57 Maschinen aus und erhielt 67 Bestellungen. Bis Jahresende fehlen noch rund 395 Flugzeuge, um das selbst gesetzte Ziel von 870 Maschinen zu erreichen. Erfahrungsgemäß steigen die Auslieferungen gegen Jahresende an. Die RBC bestätigte ihr „Outperform”-Rating mit einem Kursziel von 250 Euro.
Abseits des klassischen Aktienmarkts gerät auch die BVB-Aktie von Borussia Dortmund in den Fokus: Zwei Bundesligasiege, Pokalsieg und ein 3:2-Erfolg gegen Villarreal in der Champions League sorgen für Aufbruchsstimmung beim Verein. Die Aktie überwand zuletzt die 200-Tage-Linie. Experten empfehlen, den Wert zunächst auf die Watchlist zu setzen und die Saisonentwicklung abzuwarten, bevor eine Kaufentscheidung fällt.
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