Tschernobyl: Ukrainische Soldaten in der Geisterstadt

Date:

Dieses Video wurde am 03.05.2026 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Die Sperrzone rund um Tschernobyl ist nicht nur ein Mahnmal der schlimmsten Nuklearkatastrophe der Geschichte – sie ist auch ein aktives Kriegsgebiet. Ukrainische Soldaten patrouillieren durch verlassene Dörfer und ehemalige Wohnsiedlungen, um das Gelände gegen russische Angriffe zu sichern. Denn die Bedrohung ist real: Im Februar 2025 traf eine russische Drohne die Schutzkuppel über dem havarierten Reaktorblock, und die Gefahr eines erneuten Eindringens russischer Truppen über Belarus bleibt allgegenwärtig.

Drohnenangriff beschädigt die Schutzkuppel

Im Februar 2025 schlug eine russische Drohne in die Kuppel des Reaktorgebäudes ein. Die äußere Hülle konnte zwar notdürftig geflickt werden, doch die Schäden haben Folgen: Laut der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ist durch die Beschädigungen der vollständige Einschluss der Radioaktivität nicht mehr gewährleistet.

Das ist eine ernste Entwicklung. Die Schutzkuppel – ein gigantisches Stahlbauwerk, das 2016 über den zerstörten Reaktor geschoben wurde – sollte radioaktive Strahlung für mindestens 100 Jahre sicher einkapseln. Ein struktureller Schaden durch militärische Einwirkung stellt dieses Konzept grundlegend in Frage.

Für die ukrainischen Verteidiger vor Ort war der Angriff keine Überraschung. „Die Gefahr besteht immer. Man muss darauf vorbereitet sein”, sagt ein Soldat, der die Zone bewacht.

Tschernobyl als strategisches Ziel russischer Truppen

Als Russland im Februar 2022 in die Ukraine einmarschierte, war Tschernobyl eines der ersten Ziele. Über Belarus vordrängend, besetzten russische Truppen das Gelände des Atomkraftwerks für kurze Zeit, bevor sie zurückgedrängt wurden. Seitdem bewachen ukrainische Soldaten die gesamte Sperrzone.

Die geographische Lage macht Tschernobyl besonders verwundbar:

  • Die belarussische Grenze liegt nur rund 15 Kilometer entfernt.
  • Belarus dient als wichtigstes Aufmarschgebiet für russische Kräfte im Norden der Ukraine.
  • Das Gelände bietet durch verlassene Gebäude und dichte Wälder ideale Bedingungen für verdeckte Operationen.
  • Eine Zerstörung der Infrastruktur rund um das AKW hätte weitreichende Folgen für die nukleare Sicherheit.

„Wir haben schon mal erlebt, wie die Russen über Belarus in die Tschernobyl-Zone vorgedrungen sind. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sie es wieder versuchen”, erklärt ein ukrainischer Militärvertreter.

Vorbereitung in der Geisterstadt Prypjat

Inmitten verlassener Wohnblocks und verrosteter Spielplätze bereiten sich ukrainische Einheiten auf mögliche Angriffe vor. Die Geisterstadt Prypjat – einst Heimat von rund 50.000 Menschen, die nach der Reaktorkatastrophe 1986 evakuiert wurden – dient heute als taktisches Trainingsgelände.

Die Strategie der Verteidiger ist klar: Russische Kräfte sollen möglichst frühzeitig erkannt und neutralisiert werden, bevor sie sich in größerer Zahl formieren können. „Sie kommen allein, zu zweit oder zu dritt, sammeln sich und bauen dann Kräfte auf. Um zu verhindern, dass sie in größerer Zahl kommen und unsere Logistik zerstören, müssen wir sie vorher neutralisieren”, so ein Soldat.

Das verlassene Gelände eignet sich nach Einschätzung der ukrainischen Truppen gut für diese Aufgabe: Die weitläufigen Ruinen bieten Deckung, gleichzeitig erschweren sie feindlichen Einheiten eine unbemerkte Annäherung in großem Maßstab.

Nukleare Sicherheit und Kriegsgefahr

Die Situation rund um Tschernobyl verdeutlicht eine der gefährlichsten Dimensionen des Ukraine-Krieges: die Verbindung von militärischer Eskalation und nuklearer Infrastruktur. Das AKW selbst ist seit 2000 abgeschaltet, doch die radioaktiven Hinterlassenschaften des Unfalls von 1986 erfordern dauerhaftes Management und Kontrolle.

Ein erneuter russischer Vorstoß in die Sperrzone oder weitere Drohnenangriffe auf die Schutzkonstruktionen könnten die radiologische Lage deutlich verschlechtern – mit Folgen, die weit über die Ukraine hinausreichen. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit wachsender Sorge. Ob die ukrainischen Streitkräfte das Gebiet dauerhaft sichern können, bleibt eine der drängendsten offenen Fragen dieses Krieges.

Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler enthalten.

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

xxx

Popular

Ähnliche Artikel
Related

Buckelwal Timmy frei: Überleben noch ungewiss

Buckelwal Timmy wurde freigelassen – doch Walforscher Jan Olaf Meineke warnt: Die nächsten Tage sind entscheidend, die Überlebenschancen stehen bei 50:50.

Hochwasser in Europa: Leben mit der Flut

Wie Hamburg, die Ostseeküste und Kopenhagen auf steigende Fluten reagieren – ein Blick auf Hochwasserschutz, Sturmflutschäden und Klimaanpassung in Europa.

US-Truppenabzug aus Deutschland: Trump kündigt an

Trump kündigt den Abzug von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland an. Was das für die NATO-Präsenz bedeutet und welche weiteren Themen den 3. Mai 2026 prägen.

Deutschland am Morgen: Das neue Sendungsformat

Das neue Morgenmagazin Deutschland am Morgen vereint RTL-Unterhaltung und ntv-Nachrichten. Moderationsduo über Vorbereitung, Themenmix und frühe Wecker.