Dieses Video wurde am 26.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die VW-Krise spitzt sich zu: Explodierende Kosten, ein zersplitterter Aufsichtsrat und vier Werke ohne Produktionsplan für die 2030er-Jahre – Volkswagen, Europas größter Industriekonzern, ringt um seine Zukunft. CEO Oliver Blume hat eine Roadshow durch das Stammwerk Wolfsburg und acht weitere Standorte gestartet. Anfang September soll der Aufsichtsrat über ein Reformprogramm entscheiden. Doch statt eines gemeinsamen Konzepts kursieren derzeit drei konkurrierende Beschlussvorlagen – je eine von den Arbeitnehmern, dem Management und dem Land Niedersachsen.
Kosten außer Kontrolle, Rendite im Keller
Die nackten Zahlen zeichnen ein ernüchterndes Bild. Die Umsatzrendite des Konzerns liegt nur noch bei 3,8 Prozent. Von einem VW Golf bleiben rechnerisch kaum mehr als 1.300 Euro hängen. Volkswagen arbeitet nach eigenen Angaben rund 1,5 Milliarden Euro pro Jahr zu teuer im Vergleich zu den wichtigsten Wettbewerbern.
Blume beziffert den Kostennachteil auf 30 Prozent gegenüber vergleichbaren Unternehmen. Das liegt nicht allein an höheren Lohnkosten am Band, sondern auch an einem aufgeblähten Mittelbau: Der Überbau an Mittelmanagern und Querschnittsfunktionen hat ein Ausmaß erreicht, gegen das manche Länderverwaltung schlank wirkt.
Besonders brisant: Vier Werke – Emden, Hannover, Zwickau und das Audi-Werk Neckarsulm – haben für die 2030er-Jahre keinen gesicherten Produktionsplan. Fehlt dieser bald, droht ihre Schließung.
115.000 Arbeitsplätze auf der Kippe
Gesamtbetriebsratschefin Daniela Cavallo rechnet vor, dass insgesamt rund 115.000 Jobs auf dem Spiel stehen. Ihr Urteil über den Vorstand fällt unmissverständlich aus: „Unser Vertrauen in diesen Konzernvorstand ist beschädigt – noch nicht irreparabel, aber beschädigt.”
- 3,8 % Umsatzrendite – historisch niedrig für den Konzern
- 30 % Kostennachteil gegenüber Wettbewerbern laut Blume
- 1,5 Mrd. Euro jährliche Mehrkosten im Vergleich zur Konkurrenz
- Vier Werke ohne gesicherten Produktionsplan für die 2030er-Jahre
- Bis zu 115.000 Arbeitsplätze potenziell gefährdet
Schon vor der Sommerpause scheiterte der Aufsichtsrat daran, dem Vorstand einen klaren Reformauftrag mitzugeben. Nun liegen drei Beschlussvorlagen auf dem Tisch – ein Zustand, der Handlungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit des Gremiums gleichermaßen untergräbt.
Siemens Energy spaltet Milliarden-Bereich ab
Während Volkswagen nach innen kämpft, vollzieht Siemens Energy einen weiteren Konzernumbau. Der Aufsichtsrat stimmte zu, den Bereich Transformation of Industry – das Dampfturbinen- und Wasserstoffgeschäft – abzuspalten. Als wahrscheinlichste Variante gilt ein Verkauf der Einheit.
Die abzuspaltende Sparte beschäftigt rund 15.000 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 5,7 Milliarden Euro. Siemens Energy sondiert gemeinsam mit Goldman Sachs den Markt nach potenziellen Käufern. Die Finanzmärkte reagierten unmittelbar positiv: Der Aktienkurs legte um rund 3 Prozent zu.
Die Abspaltung reiht sich in eine lange Tradition ein: Kein Konzern versorgt die deutsche Wirtschaft so verlässlich mit Abspaltungen und Abspaltungen von Abspaltungen wie Siemens.
Zuckersteuer, Diesel und Russland: Weitere Wirtschaftsthemen im Überblick
Parallel zu den Konzernnachrichten bewegen mehrere weitere Themen die Wirtschaft. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hat einen Entwurf zur geplanten Zuckersteuer vorgelegt, der über das ursprüngliche Ziel – Gesundheitsförderung – hinausgeht. Besteuert werden soll demnach alles, was süß schmeckt, auch Getränke ohne tatsächlichen Zuckergehalt. Das würde die anvisierten Einnahmen von 450 Millionen Euro pro Jahr deutlich übertreffen, stößt aber vor allem in der Union auf Kritik.
Beim Dieselpreis sorgt eine angespannte Versorgungslage für steigende Kosten: Rund 15 Prozent weniger Diesel als üblich erreichen derzeit die Märkte. Raffinerien in den USA laufen auf über 95 Prozent Auslastung, während Kapazitäten im Nahen Osten und in Teilen Russlands durch Kriegsschäden ausfallen.
In Russland zogen Bankkunden von Januar bis Juli 2025 umgerechnet rund 29 Milliarden Euro aus dem Bankensystem – dreimal so viel wie im gesamten Vorjahr. Gründe sind Internetabschaltungen, eine erhöhte Mehrwertsteuer sowie das anhaltende Misstrauen gegenüber staatlichem Zugriff auf Einlagen.
Die genannten Entwicklungen verdeutlichen, wie stark globale Unsicherheiten – von Kriegsfolgen über Energieversorgung bis hin zu innenpolitischen Reformblockaden – auf die Wirtschaft durchschlagen. Für Volkswagen bleibt die entscheidende Frage, ob der Aufsichtsrat im September aus drei Vorlagen ein tragfähiges Reformkonzept schmieden kann – bevor die Handlungsfreiheit weiter schwindet.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


