Dieses Video wurde am 31.08.2026 von ntv Nachrichten auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Sahra Wagenknecht, Vorsitzende des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW), hat im ntv-Interview deutliche Worte zur politischen Lage in Sachsen-Anhalt gefunden. Die AfD steht dort laut Wagenknecht bei rund 40 Prozent – ein Ergebnis, das sie nicht überrascht, sondern als direkte Konsequenz der Politik etablierter Parteien bewertet. Das BSW werde sich an einer Verlängerung dieser Politik nicht beteiligen und lehne eine Wiederwahl des CDU-Amtsinhabers klar ab.
Kein Kontakt zu AfD-Kandidat Siemund
Auf die Frage, ob sie jemals mit Ulrich Siemund gesprochen habe – dem AfD-Kandidaten, der Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt werden möchte –, antwortete Wagenknecht knapp: Es habe bislang kein Gespräch stattgefunden. Sie verfolge jedoch aufmerksam, was die AfD in dem Bundesland tue und welchen Zuspruch sie erhalte.
Für Wagenknecht ist der hohe AfD-Stimmenanteil kein Zufall, sondern ein politisches Signal. Statt ihn zu verurteilen, plädiert sie dafür, die Ursachen ernsthaft zu analysieren.
Wagenknecht: CDU-Politik trieb Wähler zur AfD
Wagenknecht macht die Politik der CDU und der sogenannten „alten Parteien” für den Aufstieg der AfD mitverantwortlich. Viele Menschen seien zu Recht empört, wütend und unzufrieden. Diese Stimmung habe die AfD in Wählerstimmen umgemünzt.
- Die AfD erreicht in Sachsen-Anhalt laut Wagenknecht rund 40 Prozent Zustimmung.
- Das BSW lehnt eine Wiederwahl des amtierenden CDU-Ministerpräsidenten ab.
- Wagenknecht sieht die Unzufriedenheit der Bevölkerung als legitim an.
- Eine Fortsetzung bisheriger Regierungspolitik komme für das BSW nicht infrage.
Das BSW wolle sich nicht daran beteiligen, der bisherigen Politik eine Verlängerung zu verschaffen. Eine Unterstützung des CDU-Amtsinhabers würde nach Wagenknechts Logik genau das tun – und damit den Zulauf zur AfD weiter begünstigen.
BSW fordert politischen Neubeginn – in Sachsen-Anhalt und im Bund
Wagenknecht formuliert den Anspruch ihres Bündnisses klar: Sachsen-Anhalt brauche einen politischen Neubeginn, kein „Weiter so”. Dieser Anspruch gelte langfristig auch auf Bundesebene.
Das BSW positioniert sich damit als Alternative sowohl zur AfD als auch zu den etablierten Volksparteien. Wagenknecht sieht in der Unzufriedenheit der Bevölkerung eine Chance für einen Kurs- und Politikwechsel – sofern die richtigen Schlüsse gezogen werden.
Die Aussagen unterstreichen die kompromisslose Abgrenzungsstrategie des BSW gegenüber der Union: Koalitionsarithmetik dürfe nicht dazu führen, Inhalte zu opfern oder gescheiterte Politikkonzepte fortzuführen. Ob diese Haltung in den laufenden Sondierungsgesprächen zur Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt Bestand hat, bleibt abzuwarten.
Einordnung: Zwischen Protest und Verantwortung
Wagenknechts Aussagen verdeutlichen das strategische Dilemma des BSW: Einerseits will die Partei Protestwähler zurückgewinnen, andererseits muss sie Regierungsfähigkeit beweisen. Die klare Absage an den CDU-Kandidaten signalisiert, dass das BSW bereit ist, auch schwierige Konstellationen in Kauf zu nehmen, statt politische Kompromisse einzugehen, die dem eigenen Markenkern widersprechen.
Ob diese Strategie langfristig trägt oder das BSW in die politische Isolation führt, wird sich spätestens bei der nächsten Bundestagswahl zeigen.
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