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Zum 25. Jahrestag des islamistischen Terroranschlags vom 11. September 2001 gedenken die USA erneut der knapp 3.000 Todesopfer. US-Präsident Donald Trump hielt anlässlich des Gedenkens eine Rede. In Deutschland hingegen sorgen Beiträge der öffentlich-rechtlichen Sender SWR und NDR für Kritik: Statt die Opfer des Anschlags in den Mittelpunkt zu rücken, beleuchten die durch Zwangsgebühren finanzierten Sender vorrangig die Situation von Muslimen in Deutschland als vermeintliche Leidtragende der Ereignisse.
SWR veröffentlicht gleich zwei Beiträge mit neuem Narrativ
Der SWR veröffentlichte am Dienstag einen ersten Beitrag der Autorin Annakina Blessmann unter dem Titel: „Wie der Anschlag von 9/11 alte Feindbilder gegen Muslime befeuert hat.” Der Artikel thematisiert nicht primär den Terror und seine unmittelbaren Opfer, sondern stellt Muslime als Leidtragende gesellschaftlicher Stigmatisierung dar.
Offenbar reichte dem Sender ein einziger Beitrag zu diesem Rahmen nicht aus. Bereits am Folgetag, dem Mittwoch, teilte der SWR einen weiteren Artikel mit dem Titel: „25 Jahre danach: 9/11 in New York – So hat der Terror das Leben für Muslime in Rheinland-Pfalz verändert.”
Auch dieser zweite Beitrag befasst sich nicht mit den Opfern des Anschlags selbst, sondern beschreibt, wie in Rheinland-Pfalz lebende Muslime die Zeit nach dem 11. September erlebt haben – einem Bundesland, in dem amerikanische Militärstandorte ganze Regionen prägen.
Kritik: Opferperspektive gerät in den Hintergrund
Die Berichterstattung beider Sender steht in der Kritik, weil sie die eigentliche Opfergruppe des Anschlags – die über 2.900 getöteten Menschen in New York, Washington und Pennsylvania – in der Gedenkberichterstattung kaum berücksichtigt.
Stattdessen wird ein Narrativ etabliert, das Muslime als zentrale Betroffene des Terroranschlags positioniert. Kritiker werfen dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor, damit die historische und moralische Einordnung des islamistischen Terrorangriffs zu verschieben.
- Der SWR veröffentlichte innerhalb von zwei Tagen gleich zwei Beiträge mit dieser Schwerpunktsetzung.
- Keiner der Artikel stellt laut Berichten die unmittelbaren Todesopfer in den Mittelpunkt.
- Die Sender werden über den öffentlich-rechtlichen Rundfunkbeitrag (Zwangsgebühren) finanziert.
- Rheinland-Pfalz beherbergt mehrere US-amerikanische Militärbasen, was dem regionalen Bezug besondere Bedeutung gibt.
Gedenkkultur in Deutschland und den USA im Vergleich
In den Vereinigten Staaten steht der 11. September traditionell im Zeichen des Gedenkens an die Opfer. Zeremonien an den Gedenkstätten in New York, am Pentagon und in Shanksville, Pennsylvania, erinnern jedes Jahr an die Getöteten und ihre Angehörigen.
In Deutschland ist die Gedenkkultur rund um den 9/11-Jahrestag weniger etabliert – was die Deutungshoheit der Medien über den Jahrestag umso bedeutsamer macht. Wenn öffentlich-rechtliche Sender, die einem Versorgungsauftrag verpflichtet sind, den Fokus strukturell verschieben, hat das Auswirkungen auf die gesellschaftliche Wahrnehmung historischer Ereignisse.
Die Debatte um die Berichterstattung von NDR und SWR wirft grundsätzliche Fragen über Erinnerungskultur, journalistische Schwerpunktsetzung und den Umgang des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit dem Thema islamistischer Terror auf – Fragen, die angesichts des bevorstehenden Jahrestags und einer zunehmend polarisierten Medienlandschaft an Schärfe gewinnen.
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