Dieses Video wurde am 10.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Deutsche Fernsehpreis 2026 in der Kategorie beste Moderation Einzelleistung geht an Ibrahim Naber, Chefreporter des WELT Nachrichtensenders. Die Auszeichnung würdigt seine mutige und einfühlsame Berichterstattung aus der Ukraine, die er seit Beginn der russischen Großinvasion im Jahr 2022 kontinuierlich und unter höchstem persönlichem Risiko geleistet hat. In seiner emotionalen Dankesrede rückte Naber dabei nicht sich selbst, sondern sein Team in den Mittelpunkt.
Auszeichnung für mutige Ukraine-Berichterstattung
Seit dem Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022 reist Ibrahim Naber immer wieder in das Kriegsgebiet der Ukraine. Seine Reportagen zeichnen sich durch Empathie, Unmittelbarkeit und journalistische Unbestechlichkeit aus. Dabei scheut er keine Gefahren: Er übernachtete gemeinsam mit seinem Team nächtelang in Erdlöchern an der Front und berichtete selbst dann weiter, als er und seine Crew im Herbst 2025 bei einem russischen Drohnenangriff nur knapp dem Tod entkamen.
Nabers Ansatz, den Krieg über persönliche Schicksale begreifbar zu machen, wird von Kolleginnen und Kollegen besonders hervorgehoben. So begleitete er etwa Danilo Voronov, der bei einem russischen Angriff Ende Juli fast seine gesamte Familie verlor – darunter seine Eltern, sieben Geschwister und seinen anderthalbjährigen Sohn. Solche Geschichten vermitteln das Ausmaß des Krieges auf eine Weise, die bloße Zahlen und Fakten nicht können.
Emotionale Dankesrede: Lob für ukrainischen Kameramann Victor
Beim Festakt zum Deutschen Fernsehpreis trat Naber ungewohnt festlich gekleidet – im Anzug mit Fliege – ans Mikrofon. Statt sich selbst zu feiern, richtete er das Augenmerk auf seinen ukrainischen Begleiter Victor, 24 Jahre alt, der seit 2022 an seiner Seite ist.
- Victor begleitete Naber auf unzähligen Fronttrips durch die Ukraine.
- Er übernachtete gemeinsam mit dem Team unter gefährlichsten Bedingungen an der Front.
- Als Naber ihn 2022 kennenlernte, konnte Victor kaum eine Kamera halten – seitdem hat er sich zum unverzichtbaren Teil des Teams entwickelt.
- Victor war bei der Preisverleihung persönlich anwesend und erhielt stehenden Applaus.
„Ich freue mich unglaublich über diesen Preis, aber ich freue mich noch mehr, dass hier unter uns ein junger Ukrainer sitzt”, sagte Naber sichtlich bewegt. Die Worte zeigen, wie eng persönliche Verbindung und professionelle Arbeit in seiner Kriegsberichterstattung verknüpft sind.
Wahrheit im Krieg: Nabers journalistisches Selbstverständnis
Die Frage, warum man sich als Reporter freiwillig in Lebensgefahr begibt, beantwortet Naber klar: „Im Krieg stirbt die Wahrheit als erstes.” Für ihn ist unabhängiger, unvoreingenommener Journalismus in Konfliktgebieten keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Es brauche Reporterinnen und Reporter, die ohne große Show und ohne Theater erzählen, was auf beiden Seiten geschieht.
Dieses Selbstverständnis spiegelt sich in seiner Arbeitsweise wider: Naber berichtet nah an den Menschen, hört zu und lässt Betroffene selbst sprechen. Kollegen bei WELT beschreiben seinen Journalismus als unkorrumpierbar und menschlich zugleich – eine seltene Kombination im schwierigen Umfeld der Kriegsberichterstattung.
Ausblick: Naber sieht Preis als Auftrag
Den Deutschen Fernsehpreis 2026 versteht Ibrahim Naber ausdrücklich nicht als Abschluss, sondern als Auftrag für die Zukunft. „Ich sehe diesen Preis vor allem auch als Auftrag weiterzumachen, weiter aus der Ukraine zu berichten”, erklärte er in seiner Rede. Gemeinsam mit dem WELT-Team und der gesamten Weltredaktion will er die Berichterstattung aus dem Kriegsgebiet fortsetzen – allen Gefahren zum Trotz.
Die Auszeichnung sendet damit ein wichtiges Signal: Mutiger, menschennaher Kriegsjournalismus wird gesellschaftlich anerkannt und gewürdigt. Für den WELT Nachrichtensender ist der Preis ein Beleg dafür, dass investigative und persönliche Berichterstattung aus Krisenregionen auch im Fernsehen ihren festen Platz hat.
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