Dieses Video wurde am 04.05.2026 von DER SPIEGEL auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Tschernobyl Sperrzone gilt offiziell als unbewohnbares Gebiet – radioaktiv verseucht, verlassen, vergessen. Doch manche Menschen haben sich entschieden zurückzukehren. Einer von ihnen ist Michael Schilan, ein pensionierter Volksschullehrer, der fast 90 Jahre alt ist. Sein kleines Haus mit Garten liegt inmitten der radioaktiven Ausschlusszone. Hier wurde er geboren, hier lebte er, hier möchte er sterben – neben dem Grab seiner Frau, die vor 15 Jahren verstorben ist.
Heimat statt Sicherheit: Warum Schilan blieb
Nach der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 wurden Schilan und seine Frau wie Tausende andere Bewohner der Region zwangsevakuiert. Die sowjetischen Behörden hatten die Sperrzone in einem Radius von 30 Kilometern um den havarierten Reaktor abgeriegelt. Doch das Paar kehrte zurück – aus einem zutiefst menschlichen Antrieb heraus.
„Das ist meine Heimat, in der ich geboren wurde. Ich bin an dieses Land gewöhnt”, sagt Schilan. Der Verlust seiner Frau hat ihn noch stärker an den Ort gebunden. „Meine Frau liegt hier auf dem Friedhof. Ich möchte einfach nicht, dass man mich irgendwo weit weg von meiner Frau begräbt.”
Angst vor der Strahlung empfindet er nach eigenen Angaben nicht. Für ihn überwiegt die emotionale Bindung an seine Heimat in der Ukraine bei weitem jeden gesundheitlichen Vorbehalt.
Die Nacht der Explosion – eine Erinnerung
Schilan erinnert sich noch genau an die Nacht des Reaktorunglücks vom 26. April 1986. Er war gemeinsam mit Kollegen und Nachbarn auf einem Ausflug zum Angeln – einer gewöhnlichen Freizeitbeschäftigung in der ländlichen Region nahe dem Kernkraftwerk.
„Plötzlich hörte ich diese Explosion”, berichtet er. „Nun ja, was sollten wir machen? Ansonsten war eigentlich alles normal.” Die Tragweite des Ereignisses war für die meisten Anwohner in jener Nacht noch nicht abzusehen. Wie viele andere nahm auch Schilan die Detonation zunächst nicht als das wahr, was sie tatsächlich war: der Beginn einer der größten Umweltkatastrophen des 20. Jahrhunderts.
Geschichte in Gegenständen: Sammler zwischen den Epochen
In seiner Freizeit widmet sich der pensionierte Lehrer einem ungewöhnlichen Hobby: Er sammelt Fundstücke aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Region um Tschernobyl ist historisch schwer belastet – bereits die deutschen Truppen marschierten während des Zweiten Weltkriegs von hier aus in Richtung Kiew.
Die Gegend trägt also nicht nur die Last der nuklearen Katastrophe, sondern auch die Narben vergangener militärischer Konflikte. Schilas Sammlung ist ein stilles Zeugnis dieser mehrfachen historischen Überlagerung.
- Schilan ist fast 90 Jahre alt und lebt allein in der Sperrzone
- Er wurde nach 1986 evakuiert, kehrte aber freiwillig zurück
- Seine verstorbene Frau ist auf dem lokalen Friedhof begraben
- Die Region war bereits im Zweiten Weltkrieg Durchzugsgebiet deutscher Truppen
- Schätzungen zufolge leben heute noch einige Hundert sogenannte „Selbstansiedler” in der Zone
Ein Leben zwischen Strahlung und Erinnerung
Schilas Geschichte steht stellvertretend für jene Menschen, die man als Samosely – ukrainisch für „Selbstansiedler” – bezeichnet. Sie kehrten trotz offizieller Verbote in die Sperrzone zurück, weil die Bindung an ihre Heimat stärker war als die Furcht vor unsichtbaren Gefahren.
Mit der Zeit hat die ukrainische Regierung diese Realität stillschweigend geduldet. Die meisten Rückkehrer sind inzwischen hochbetagt; ihre Zahl schwindet von Jahr zu Jahr. Was bleibt, sind ihre Geschichten – von Verlust, Beharrlichkeit und einer tiefen Verbundenheit mit einem Flecken Erde, den die Welt längst abgeschrieben hat.
Das Schicksal der Sperrzone bleibt ungewiss: Einerseits hat sich die Natur weite Teile des Gebiets zurückerobert, andererseits wird die radioaktive Kontamination bestimmte Zonen noch für Jahrzehnte belasten. Für Michael Schilan spielt das keine Rolle mehr – für ihn ist dieses Land schlicht: seine Heimat.
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