Dieses Video wurde am 03.05.2026 von BR24 auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Sonnenschein im Tal, Eis und Schnee am Berg – dieses Frühlings-Dilemma beschäftigt die Bergwacht Garmisch-Partenkirchen jedes Jahr aufs Neue. Andi Andlmeier, erfahrener Bergwacht-Mann mit Jahrzehnten Einsatzerfahrung, schlägt Alarm: Das trügerische Wetter im Frühjahr verleitet immer wieder Wanderer zu gefährlichen Fehleinschätzungen – mit teils dramatischen Folgen. Besonders rund um die Zugspitze und am Schachen häufen sich die Einsätze in dieser Jahreszeit.
Südhang und Nordhang: Welten liegen zwischen ihnen
Wer im Frühling auf die Berge blickt, sieht oft bis auf 2.000 oder sogar 2.300 Meter hinauf freie, schneelose Hänge – zumindest auf der Südseite. Doch dieser Eindruck täuscht gewaltig. Auf der Nordseite können die Verhältnisse innerhalb weniger Meter vollständig umschlagen: Eisige Wege, tiefer Sulzschnee und unberechenbare Schneemassen bestimmen dort das Bild.
Das Risiko ist zweigeteilt: Am Morgen sind Schneefelder hart und eisig – wer dort ausrutscht, kann unkontrolliert einen Abhang hinunterrutschen. Am Nachmittag weicht der Schnee auf, und Wanderer brechen mitunter hüfttief ein. Erschöpfte Menschen, die im Schnee feststecken, sind in dieser Jahreszeit keine Seltenheit.
Lawinengefahr auch auf scheinbar harmlosen Wegen
Selbst in scheinbar schneefreiem Gelände lauern Gefahren. Lawinenabgänge können Wanderer auf regulären Wegen treffen, wenn sich oberhalb an steileren Wänden noch Schnee hält. Bricht dieser ab, rutscht er die Hänge hinunter und kann Menschen verschütten – ohne jede Vorwarnung.
- Nordseitige Hänge bleiben bis weit in den Frühling hinein eisig oder verschneit
- Sulzschnee am Nachmittag kann Wanderer bis zur Hüfte einsinken lassen
- Lawinengefahr besteht auch abseits klassischer Skigebiete
- Schneebruch von oberhalb kann auch auf markierten Wanderwegen gefährlich werden
- Sinkende Temperaturen bei Einbruch der Dunkelheit erhöhen das Risiko nochmals
Andlmeier versteht daher nicht, warum viele Berggeher nicht einfach auf genussvollere Südlagen oder niedrigere Gipfel ausweichen, solange im Hochgebirge noch Winterbedingungen herrschen.
Rettungseinsatz wegen unterschätzter Schneelage
Wie schnell eine Tour außer Kontrolle gerät, zeigt ein Einsatz der vergangenen Woche. Eine Familie hatte Fahrräder ausgeliehen und sich – trotz zunehmender Schneeverhältnisse – weiter vorgewagt. Mit kleinen Kindern, bereits nassen Füßen und schwindenden Lichtverhältnissen riefen sie schließlich abends um 8 Uhr die Bergrettung an. Ehrenamtliche Einsatzkräfte mussten die Gruppe in Sicherheit bringen.
Solche Einsätze belasten das ehrenamtliche System der Bergwacht erheblich – und wären mit besserer Vorbereitung oft vermeidbar.
Tourenplanung als wichtigster Schutz
Andlmeiers klare Empfehlung lautet: Tourenplanung ist das A und O. Wer in den Bergen unterwegs sein möchte, sollte sich im Vorfeld gründlich informieren – über die Route, die Höhenmeter, die Exposition des Hanges sowie die aktuellen Wetterbedingungen. Wichtige Fragen vor dem Aufbruch:
- Wie lang dauert die Tour, und wie viele Höhenmeter sind zu bewältigen?
- Liegt der Weg auf der Nord- oder Südseite?
- Sind Hütten und Bergbahnen bereits geöffnet?
- Wie entwickelt sich das Wetter im Tagesverlauf?
Wer unsicher ist, sollte Voralpentouren bevorzugen oder auf gut zugängliche Südlagen ausweichen. Denn im Frühjahr gilt mehr denn je: Was im Tal nach Frühling aussieht, kann am Berg noch tiefer Winter sein. Wer das ignoriert, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch die ehrenamtlichen Helfer der Bergwacht, die im Ernstfall ausrücken müssen.
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