Dieses Video wurde am 07.05.2026 von Sportschau auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Ticket-Zweitmarkt ist für viele Fußballfans zum echten Ärgernis geworden. Plattformen wie Via Gogo bieten Bundesliga-Karten zu teils drastisch überhöhten Preisen an – ein 15-Euro-Stehplatz kann dort für bis zu 1.000 Euro gelistet sein. Mehrere Vereine haben nun juristische Schritte unternommen, erste Landgerichte haben bahnbrechende Urteile gefällt, und auch die Politik kündigt eine strengere Regulierung an.
Enttäuschung vor dem Stadion: Ein Fall von vielen
Svetlana Ananiev wollte mit ihrem Sohn Artyom erstmals ein Fußballspiel live erleben – den DFB-Pokal, Hertha BSC gegen HSV. Sie klickte auf den ersten Ticket-Link in der Suchergebnisliste und landete bei Via Gogo. Für 126 Euro kaufte sie zwei Karten. Am Eingang des Stadions leuchtete das rote Licht auf. Die Tickets waren ungültig.
Ihr Geld erhielt sie zwar zurück, doch Via Gogo bezeichnete den Vorfall als Einzelfall. Fans und Vereinsvertreter widersprechen: Immer wieder werden Zuschauer mit Via-Gogo-Tickets abgewiesen. Für die betroffenen Clubs ist das besonders schmerzhaft, weil sich die Kritik der Fans gegen sie richtet – nicht gegen die Plattform.
Geschäftsmodell Via Gogo: Plattform oder Wettbewerber?
Via Gogo, das zu StubHub International mit einem Jahresumsatz von 1,7 Milliarden US-Dollar gehört, bezeichnet sich als reinen Vermittler. Käufer und Verkäufer würden auf der Plattform zusammengebracht; dafür kassiert Via Gogo von beiden Seiten eine Gebühr. Kritiker sehen das anders.
Rechtsanwalt Franz Danekamp, der mehrere Bundesligaclubs vor Gericht vertritt, ist überzeugt, dass Via Gogo weit mehr als ein neutraler Marktplatz ist. Auf der Plattform seien professionelle Händler aktiv, die Tickets mithilfe von Bots – automatisierten Computerprogrammen – in großem Stil aufkaufen und mit Gewinn weiterverkaufen. Das verstoße gegen das Wettbewerbsrecht und eröffne den Vereinen rechtliche Handhabe.
- Via Gogo verbietet den Bot-Einsatz offiziell – Clubs und Anwälte sehen jedoch Beweise für das Gegenteil.
- Tickets für Union Berlin wurden für bis zu 1.000 Euro angeboten, obwohl der Originalpreis bei 15 Euro lag.
- Vor fünf Jahren schätzte die DFL, dass jedes zehnte Bundesliga-Ticket über solche Plattformen lief.
- Fans aus 137 Ländern haben laut Via Gogo bereits Tickets für die Saison 2025/26 erworben.
Dubioser Händlermarkt: Briefkastenfirmen in der Wüste
Danekamps Kanzlei recherchierte die von Via Gogo benannten Verkäufer. Ein als „Fairtrade” geführtes Unternehmen sollte seinen Sitz in einem Karlsruher Wohngebiet haben – doch weder ein Klingelschild noch ein Briefkasten waren auffindbar. Die Hauseigentümerin bestätigte vor Ort: Eine solche Firma existiert dort nicht.
Ähnliche Funde gab es bei Händlern in den Vereinigten Arabischen Emiraten: Die angegebenen Adressen führten per Google Maps buchstäblich in die Wüste. Danekamp spricht von einem systematischen Muster aus Briefkastenfirmen und Fantasienamen, die Via Gogo wissentlich nutze, um den eigenen Profit zu maximieren. Via Gogo erklärt, man habe klare Prozesse, um Händlerdaten zu prüfen, und habe „Fairtrade” zur Aktualisierung seiner Angaben aufgefordert.
Gerichtsurteile und politischer Druck
Die Landgerichte Berlin, Hamburg und Mannheim haben in Klagen des 1. FC Union Berlin, des FC St. Pauli und des Karlsruher SC geurteilt: Via Gogo muss bei jedem Angebot darauf hinweisen, dass die Tickets keinen Anspruch auf Stadionzutritt begründen. Juristen bewerten das als potenziellen „Businesskiller” für das bestehende Geschäftsmodell. Via Gogo hat Berufung eingelegt.
Auch auf Bundesebene reagiert die Politik. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig kündigte einen Gesetzentwurf an, der den Zweitmarkt strenger regulieren soll. St.-Pauli-Präsident Oke Göttlich sieht die Urteile als wichtiges Signal: Sie sollen der Politik Argumente liefern, um gesetzgeberisch tätig zu werden. Ein Blick nach England zeigt, wohin die Reise führen könnte – dort steht der gewerbliche Ticket-Weiterverkauf seit 1994 unter Strafe, wird jedoch kaum verfolgt.
Der Kampf gegen den unregulierten Ticket-Zweitmarkt hat damit eine neue Qualität erreicht. Ob Gerichtsurteile, technische Kontrollen am Einlass oder ein neues Gesetz tatsächlich zu einem fairen Ticketing führen, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Klar ist: Der Druck auf Via Gogo wächst – von den Vereinen, den Gerichten und der Politik gleichermaßen.
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