Dieses Video wurde am 08.05.2026 von WirtschaftsWoche auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Das Unternehmen Rock Tech Lithium verfolgt einen ambitionierten Plan: In Guben, Brandenburg, soll eine der ersten europäischen Anlagen zur Herstellung von batterietauglichem Lithiumhydroxid entstehen. Alle behördlichen Genehmigungen liegen bereits vor, die Anlage ist durchgeplant – und trotzdem wartet CEO Stephan Wojnarowicz noch immer auf eine abgeschlossene Finanzierung. Warum das so ist, was Kanada damit zu tun hat und welche Rolle stationäre Batteriespeicher künftig spielen sollen, erläutert er im Gespräch mit der WirtschaftsWoche.
Lithiumhydroxid: Was Rock Tech herstellen will
Rock Tech Lithium ist kein Bergbauunternehmen im klassischen Sinne. Das Unternehmen fördert zwar über sein Minenprojekt Georgia Lake in Kanada lithiumhaltiges Hartgestein, der eigentliche Kern des Geschäftsmodells liegt aber in der Weiterverarbeitung: dem sogenannten Lithium-Converter. In zwei Kernprozessen – einem pyrometallurgischen und einem chemischen Umwandlungsschritt – wird aus dem Rohstoff zunächst Lithiumsulfat und schließlich Lithiumhydroxid gewonnen. Letzteres ist der entscheidende Stoff für die Herstellung von Batteriekathoden.
Wojnarowicz betont, dass Rock Tech dabei auf bereits industriell etablierte Prozesse setzt – eine bewusste Entscheidung, um das Risiko beim Hochfahren der Anlage zu minimieren. Eine separate Testanlage sei deshalb nicht erforderlich.
Warum die Finanzierung in Deutschland stockt
Das zentrale Hindernis ist ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Der Lithiumpreis kollabierte nach einem Höchststand von rund 80.000 US-Dollar pro Tonne Lithiumhydroxid im Jahr 2022 auf zeitweise nur noch 7.000 bis 8.000 US-Dollar. Das schmälerte die absoluten Margen des Projekts erheblich und verunsicherte Eigenkapitalgeber.
Gleichzeitig erschwerte die geopolitische Lage geplante Technologiepartnerschaften: Rund 90 Prozent des globalen Know-hows zur Lithiumweiterverarbeitung liegt in China. Als die EU Zölle auf chinesische Elektroautos verhängte, reagierte Peking mit Exportbeschränkungen für Lithium-Verarbeitungstechnologie – was bestehende Kooperationen zunichtemachte.
- Lithiumpreis-Verfall von 80.000 auf ~7.000–8.000 USD/Tonne (2022–2024)
- Exportbeschränkungen für chinesisches Weiterverarbeitungs-Know-how
- Stopp oder Verzögerung mehrerer europäischer Batteriefabrikprojekte
- Europäische Banken verlangen vollständig geschlossene Gesamtfinanzierung vor Förderzusagen
In Kanada hingegen stellt der Staat Förderzusagen bereits frühzeitig in Aussicht – gebunden an klare Bedingungen, aber früh genug, um strategischen Partnern das nötige Vertrauen zu geben. Genau diesen Mechanismus vermisst Wojnarowicz in Deutschland.
Mercedes-Benz als Anker – und neue Abnehmer in Sicht
Trotz aller Widrigkeiten steht eine wichtige Vereinbarung: Mercedes-Benz hat zugesagt, 40 Prozent der geplanten Produktion aus Guben abzunehmen – auch nachdem der Stuttgarter Konzern sein eigenes Gemeinschafts-Batteriewerk abgeblasen hat. Diese Abnahmegarantie bleibt bestehen und ist ein wesentlicher Baustein für die Finanzierbarkeit des Projekts.
Zusätzlich rückt ein neues Nachfragesegment in den Fokus: stationäre Batteriespeicher. Ob zur Netzstabilisierung oder als unterbrechungsfreie Stromversorgung für Rechenzentren – dieser Bereich entwickelt sich unabhängig von der Elektroauto-Nachfrage und gilt als besonders verlässlicher Abnahmekanal. Wojnarowicz sieht darin keinen Ersatz für automobile Kunden, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
Mit dem Schweizer Handelshaus Transamine besteht zudem ein Joint Venture zur Beschaffung von Lithium-Spodumen am Weltmarkt – als Rückfalloption neben den eigenen kanadischen Rohstoffen.
Kanada als zweite Säule – und der Blick nach vorne
Parallel zu Guben entwickelt Rock Tech in Kanada einen zweiten Lithium-Converter, der geografisch enger an der eigenen Mine liegt. Das deutsche Know-how soll dafür als Blaupause dienen und direkt transferiert werden. Wojnarowicz sieht beide Projekte nicht als Konkurrenz, sondern als Teil einer westlichen Lieferkette.
Sollte die Finanzierung für Guben heute stehen, wäre eine Produktion nach eigener Einschätzung bis 2028 realisierbar. Das Unternehmen hat in den vergangenen zwei Jahren die Investitionskosten um mehr als 50 Millionen Euro gesenkt und eine Partnerschaft mit Siemens für die technische Umsetzung geschlossen. Auch eine Zweitnotierung an der Nasdaq wird geprüft, um Zugang zum größten westlichen Kapitalmarkt zu gewinnen. Der Lithiumpreis hat sich zuletzt wieder erholt – was Wojnarowicz als Signal wertet, dass Rock Tech gestärkt aus dem Abschwung hervorgeht.
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