Dieses Video wurde am 08.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die US-Zölle auf EU-Exporte sind seit Anfang 2025 zu einer dauerhaften Belastungsprobe für europäische Unternehmen geworden. Automobilhersteller, Maschinenbauer, Pharmaunternehmen – sie alle planen ihre Quartale rund um Zollsätze, die sich innerhalb weniger Tage ändern können. Was als politischer Konflikt begann, hat sich zu einem strukturellen Problem für den transatlantischen Handel entwickelt. Ein Rückblick auf die wichtigsten Eskalationsstufen, das umstrittene Turnberry-Abkommen und die Frage, ob jemals wieder Stabilität einzieht.
Von Stahl bis Liberation Day: Die Eskalationsstufen im Überblick
Der erste ernsthafte Angriff auf die EU im Handelsstreit kam im Februar 2025, als die Trump-Regierung globale Zölle auf Stahl und Aluminium ankündigte – ein harter Schlag für europäische Produzenten. Der Satz wurde später auf 50 Prozent verdoppelt. Im März 2025 folgten 25-prozentige Zölle auf Automobilimporte weltweit, ein weiterer Einschlag für eine der wichtigsten Exportbranchen Europas.
Den vorläufigen Höhepunkt bildeten die sogenannten „Liberation Day”-Ankündigungen Anfang April 2025. Die reziproken Zölle legten einen Sockel von 10 Prozent fest und addierten je nach Handelsdefizit weitere Prozentpunkte. Für die EU errechnete Washington einen Gesamtzollsatz von 20 Prozent auf die meisten Waren – zusätzlich zu den bereits bestehenden Sektor-Zöllen auf Autos und Stahl.
In den folgenden Monaten setzte Trump die reziproken Zölle für die meisten Länder vorübergehend aus, sodass die EU zunächst nur mit dem Basiswert von 10 Prozent konfrontiert war. Mitten in den laufenden Verhandlungen drohte er jedoch erneut mit 30 Prozent auf europäische Güter.
Das Turnberry-Abkommen: Kompromiss mit Schwächen
Ende Juli 2025 einigten sich beide Seiten auf das sogenannte Turnberry-Abkommen – benannt nach dem schottischen Golfplatz, auf dem der Deal besiegelt wurde. Die Kernpunkte:
- Die USA erheben künftig einen Zoll von 15 Prozent auf die meisten europäischen Waren, einschließlich Autos.
- Stahl und Aluminium bleiben von dieser Regelung ausgenommen.
- Die EU verpflichtet sich im Gegenzug, Industriezölle und bestimmte Agrarzölle auf null Prozent zu senken.
Ökonomen und Handelsfachleute bewerteten das Abkommen als deutlichen Vorteil für die USA. Vor dem Abkommen galten zwischen beiden Seiten die günstigen Meistbegünstigungstarife der Welthandelsorganisation WTO – etwa 2,5 Prozent auf Autoimporte in die USA. Der neue Satz von 15 Prozent verschafft Washington im Vergleich zu anderen Handelspartnern eine erhebliche Vorzugsbehandlung. Laut dem Brüsseler Thinktank Bruegel ist das Abkommen zudem kaum mit den Regeln der WTO vereinbar.
Die Ratifizierung durch das Europäische Parlament erfolgte zwar, allerdings mit Bedingungen – darunter die Forderung, die Stahl- und Aluminiumzölle von 50 Prozent zu senken. Die endgültige Zustimmung der EU-Mitgliedstaaten steht noch aus.
Milliardenschäden in der Automobilindustrie
Die finanziellen Folgen für europäische Exporteure sind erheblich. Konkrete Zahlen verdeutlichen das Ausmaß:
- Mercedes-Benz bezifferte die Zollbelastung für das Jahr 2025 auf 1,1 Milliarden Euro.
- Volkswagen zahlt nach eigenen Angaben jährlich rund 4 Milliarden Euro an zusätzlichen Zöllen; der Finanzvorstand hat weitere Kostensenkungen angedeutet.
- Der Gesamtwert europäischer Autoimporte in die USA sank 2025 um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Unternehmen haben inzwischen eigene Teams aufgebaut, die Zollentwicklungen kontinuierlich überwachen und mögliche Szenarien durchrechnen. Der Aufwand für Monitoring, Forecasting und Krisenmanagement ist laut der American Chamber of Commerce in Europe erheblich gestiegen – ein versteckter Kostenfaktor, der in Bilanzen kaum sichtbar ist.
Planungssicherheit bleibt das größte Manko
Auch nach dem Turnberry-Abkommen und trotz laufender Nachverhandlungen bleibt die Grundsituation für europäische Exporteure schwierig. Anfang Mai 2026 drohte Washington erneut mit 25-prozentigen Zöllen auf Fahrzeuge – ein Signal, dass selbst ratifizierte Abkommen keine Immunität gegen neue Eskalationen bieten.
Die EU-Handelskommission drängt darauf, die Kernbestandteile des Turnberry-Abkommens bis zu seinem ersten Jahrestag im Juli in Kraft zu setzen, um wenigstens ein Mindestmaß an Verlässlichkeit zu schaffen. Doch Experten zweifeln daran, dass ein unterzeichneter Vertrag künftige Zolldrohungen wirklich ausschließt. Solange die US-Handelspolitik stark von ad-hoc-Entscheidungen des Präsidenten abhängt, bleibt die Unberechenbarkeit das einzige stabile Element des transatlantischen Handelsverhältnisses – mit weitreichenden Folgen für Investitionen, Lieferketten und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks.
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