Dieses Video wurde am 08.05.2026 von DW auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die Trump-Administration hat Europa in ihrem neuen Antiterrorismuspapier als „Brutkasten des Terrorismus” bezeichnet, der durch Massenmigration befeuert werde. Das Strategiedokument wirft Europa vor, offene Grenzen und „linksgerichtete globalistische Ideologien” zuzulassen, die feindlichen Gruppen in die Hände spielten. Damit eskaliert Washington seinen rhetorischen Angriff auf die europäische Migrationspolitik – und stellt die transatlantischen Beziehungen vor eine neue Belastungsprobe.
Migrationspolitik im Visier: Was das Strategiepapier behauptet
Die neue Antiterrorismusstrategie der USA – die erste seit 2018 – greift explizit Europa an. Als „Geburtsort der westlichen Kultur und Werte” müsse Europa „jetzt handeln” und seinen „willentlichen Niedergang” stoppen, heißt es darin. Das Papier knüpft direkt an die nationale Sicherheitsstrategie an, die bereits Ende des vergangenen Jahres vor einer „zivilisatorischen Auslöschung” Europas durch unkontrollierte Einwanderung gewarnt hatte.
Brandon Boren, Analyst für transatlantische Beziehungen bei der Bertelsmann Stiftung in Berlin, ordnet die Dokumente als konsistentes politisches Signal ein: „Es ist hilfreich, diese Papiere als Ausdruck der politischen Prioritäten der Administration zu verstehen – nicht als konkreten Fahrplan.” Auf dem Themenfeld Migration sei die Linie Washingtons über die vergangenen 18 Monate bemerkenswert konstant geblieben.
Fehlende Fakten: Was das Dokument verschweigt
Auffällig ist laut Boren, was das Strategiepapier nicht enthält: „Im Europa-Abschnitt des Dokuments wird keine einzige Statistik zitiert. Es ist nicht in der faktischen Realität verankert.” Das steht im Widerspruch zu etablierten Datenquellen.
- Der Global Terrorism Index, der weltweit als wichtigste Plattform zur Erfassung terroristischer Bedrohungen gilt, zeigt: Die USA waren 2026 stärker von Terroranschlägen bedroht als jedes einzelne EU-Mitglied.
- Das Dokument nennt linksextreme Gruppen wie Antifa als internationale Bedrohung – ohne konkrete Belege.
- Widersprüche zwischen offizieller Strategie und tatsächlicher Politik zeigen sich etwa im Umgang mit dem Iran.
Europa sei zwar nicht vollständig immun gegen terroristische Angriffe, so Boren, doch die im Papier gezeichnete Bedrohungslage entbehre einer seriösen Grundlage.
Transatlantisches Vertrauen auf historischem Tiefstand
Die scharfe Rhetorik Washingtons hinterlässt Spuren in der öffentlichen Meinung diesseits des Atlantiks. Eine aktuelle Umfrage der Bertelsmann Stiftung zeigt: Eine Mehrheit der Europäer spricht sich dafür aus, dass die EU künftig ihren eigenen Weg geht – unabhängig von den USA. Vor 18 Monaten sahen noch 51 Prozent der Europäer die Vereinigten Staaten als wertvollsten Verbündeten der EU. Dieser Wert ist seitdem um rund 20 Prozentpunkte gefallen.
Der Kurs hat Methode: Bereits die Rede von Vizepräsident J.D. Vance auf der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang 2025 – damals noch als Einzelereignis abgetan – wurde seither in offizielle Strategiedokumente überführt. Das US-Außenministerium finanziert zudem aktiv Akteure in Europa, die ideologisch mit der Administration übereinstimmen und migrationskritische, rechtspopulistische Positionen vertreten.
NATO-Bündnis und Geheimdienstkooperation unter Druck
Besondere Brisanz entfaltet eine weitere Passage des Papiers: „Es ist inakzeptabel, dass wohlhabende NATO-Verbündete als finanzielle, logistische und Rekrutierungszentren für Terroristen dienen können.” Für Boren ist das ein weiteres Zeichen einer transaktionalen Außenpolitik, die Abhängigkeiten gezielt als Druckmittel einsetzt.
Konkrete Beispiele dafür sind der Streit um Grönland, Spannungen zwischen Washington und Berlin sowie die kürzlich angekündigte Verlegung von 5.000 US-Soldaten aus Deutschland. Letztere Entscheidung sei, so Boren, „weitgehend punitiv und emotional motiviert” – kein strategisch fundierter Schritt.
Die grundlegende Frage, die sich aus dieser Entwicklung ergibt, ist weitreichend: Selbst wenn künftig eine europafreundlichere US-Regierung ins Amt käme – ob das verlorene Vertrauen und die beschädigte Verlässlichkeit der transatlantischen Partnerschaft überhaupt wiederhergestellt werden könnten, bleibt offen.
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