Dieses Video wurde am 08.05.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Iran-Krieg treibt die Öl- und Gaspreise in die Höhe – und beschert den großen Ölkonzernen Milliardengewinne. Shell meldete für das erste Quartal einen Gewinn, der doppelt so hoch ausfiel wie im Vorquartal. Auch BP und TotalEnergies veröffentlichten zuletzt starke Ergebnisse. Doch profitieren die Unternehmen wirklich nur von steigenden Rohstoffpreisen – oder auch auf Kosten der Verbraucher an der Zapfsäule?
Shell und Co. nutzen extreme Preisschwankungen
Obwohl Shells eigene Förderung leicht rückläufig ist – der Iran hat im Raum Katar mehrere Anlagen zerstört –, gleicht der Konzern dies durch cleveres Handelsgeschäft mehr als aus. Rohölladungen werden umgeleitet, Engpässe gezielt ausgenutzt und extreme Preissprünge zu Geld gemacht.
Das Geschäftsmodell funktioniert dabei nicht trotz der Volatilität, sondern gerade wegen ihr. Je stärker die Märkte schwanken, desto mehr Möglichkeiten entstehen für Konzerne mit globaler Handelsinfrastruktur, Margen zu realisieren. Shell, BP und TotalEnergies haben diese Strukturen in Jahrzehnten aufgebaut.
Tankstellen-Regeln begünstigen höhere Margen
Ein Teil der Mehrgewinne entsteht jedoch auch durch staatliche Regulierungen, die unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben. Besonders die sogenannte 12-Uhr-Regel – Tankstellen dürfen den Preis nach 12 Uhr mittags nur noch senken, nicht mehr erhöhen – wird analysiert.
Studien zeigen: Betreiber heben den Preis am Morgen deutlich stärker an als eigentlich gerechtfertigt wäre – im Schnitt rund 6 Cent Aufschlag über dem fairen Marktwert. Der Grund ist nachvollziehbar: Da nach 12 Uhr keine Erhöhung mehr möglich ist, sichern sich die Betreiber gegen Tagesverluste ab.
Ähnliches gilt für den Tankrabatt: Die staatliche Entlastung von 14 Cent netto (17 Cent inklusive Mehrwertsteuer) wurde laut Analysen nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben. Hochgerechnet auf ein ganzes Jahr könnten daraus für alle Ölkonzerne in Deutschland Mehreinnahmen von rund 1,5 Milliarden Euro entstehen.
Übergewinnsteuer: sinnvoll oder problematisch?
Die politische Debatte über eine mögliche Übergewinnsteuer für Energieunternehmen gewinnt vor diesem Hintergrund an Fahrt. Doch die Umsetzung gilt als juristisch heikel:
- Die Definition eines „Übergewinns” ist rechtlich kaum trennscharf möglich.
- Gerichtsverfahren und langwierige Prozesse wären wahrscheinlich.
- Ähnliche Regulierungsversuche in anderen Branchen haben Fehlanreize erzeugt.
- Markteingriffe wie Mietpreisbremsen gelten als warnendes Beispiel.
Aus wirtschaftsliberaler Sicht wäre es zielführender, staatliche Sonderregelungen wie die 12-Uhr-Regel und den Tankrabatt ersatzlos zu streichen, anstatt neue Eingriffe zu schaffen. Der Wettbewerb unter den Anbietern würde dann wieder stärker als Preiskorrektiv wirken.
Transparenz statt Verbote – und Ölaktien als Alternative
Als konstruktives Gegenmodell gilt das österreichische Prinzip: Dort werden in öffentlichen Preis-Vergleichssystemen nur jene Tankstellen angezeigt, die tatsächlich günstige Preise anbieten. Das setzt Anreize zur Preissenkung, ohne in die Preisbildung direkt einzugreifen. Eine solche Transparenzlösung könnte auch in Deutschland Wirkung entfalten.
Wer als Privatperson von der aktuellen Entwicklung profitieren möchte, hat zudem eine direkte Option: Ölaktien oder breit diversifizierte Energie-ETFs wie der MSCI World Energy haben seit Jahresbeginn rund 26 Prozent zugelegt. Damit lässt sich zumindest ein Teil der höheren Spritkosten über Kapitalerträge ausgleichen.
Ob die kartellrechtlichen Verschärfungen, nach denen Konzerne nun selbst nachweisen müssen, keine überhöhten Margen zu erheben, tatsächlich greifen werden, bleibt abzuwarten. Experten sind skeptisch – und mahnen, dass staatliche Flickschusterei am Markt langfristig mehr Probleme schafft als sie löst.
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