Dieses Video wurde am 22.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Vor der australischen Küste haben Forscher ein bemerkenswertes Verhalten dokumentiert: Delfine nutzen gezielt große Muscheln als Werkzeug, um Fische zu fangen. Erstmals liegen nun spektakuläre Videoaufnahmen dieses sogenannten Shellings vor, die wissenschaftlich ausgewertet wurden. Die Studie belegt, dass Delfine zu einer Form des Werkzeuggebrauchs fähig sind, die bislang kaum für möglich gehalten wurde – und das auch an der Ostküste Australiens.
Clevere Fischfalle aus der Tiefsee
Die Jagdstrategie der Delfine ist bemerkenswert durchdacht. Die Tiere treiben Fische gezielt in leere Meeresmuscheln, die auf dem Meeresboden liegen. Sobald ein Fisch in der Schale gefangen ist, tragen die Delfine die Muschel an die Wasseroberfläche und schütteln sie kräftig – die Beute fällt direkt in ihr geöffnetes Maul. Dieser Ablauf erfordert nicht nur körperliche Geschicklichkeit, sondern auch eine klare Vorstellung von Ursache und Wirkung.
Das Verhalten zeigt, dass Delfine Objekte aus ihrer Umgebung nicht zufällig nutzen, sondern strategisch einsetzen. Die Muschel wird dabei zur präzisen Fischfalle – ein Werkzeuggebrauch, der in seiner Komplexität dem einiger Primaten ähnelt.
Shelling erstmals an Australiens Ostküste belegt
Das Phänomen des Shellings war in der Wissenschaft nicht völlig unbekannt. Bereits frühere Beobachtungen, vor allem aus der Shark Bay an der Westküste Australiens, hatten ähnliche Verhaltensweisen gezeigt. Doch an der Ostküste des Kontinents blieb das Verhalten lange unentdeckt – obwohl vereinzelte Fotos Hinweise geliefert hatten.
Die nun veröffentlichte Studie schließt diese Lücke. Die Aufnahmen, die bereits im Juli und Oktober 2025 entstanden, wurden erst jetzt wissenschaftlich ausgewertet und publik gemacht. Damit ist das Shelling offiziell auch für die Ostküste Australiens dokumentiert.
Was die Studie über Delfin-Intelligenz verrät
Die Erkenntnisse liefern neue Belege für die kognitive Leistungsfähigkeit von Delfinen. Werkzeuggebrauch gilt in der Verhaltensforschung als ein Zeichen höherer Intelligenz, da er Planung, Gedächtnis und ein Verständnis von Kausalzusammenhängen erfordert. Delfine reihen sich damit in eine kleine Gruppe von Tieren ein, darunter Schimpansen, Krähen und Oktopusse, die Werkzeuge aktiv einsetzen.
- Delfine treiben Fische aktiv in leere Muscheln
- Die Muscheln werden an die Oberfläche transportiert
- Durch gezieltes Schütteln wird die Beute herausgelöst
- Das Verhalten wurde in freier Wildbahn gefilmt und analysiert
- Erstmalige wissenschaftliche Dokumentation an Australiens Ostküste
Besonders bemerkenswert ist, dass dieses Verhalten offenbar kulturell weitergegeben wird – also von erfahrenen Tieren auf jüngere übertragen werden kann. Das deutet auf soziales Lernen innerhalb von Delfin-Gruppen hin.
Verborgenes Verhalten tritt ans Licht
Jahrelang spielte sich das Shelling unbemerkt unter der Wasseroberfläche ab. Erst moderne Unterwasserkameras und systematische Feldforschung ermöglichten es, das Verhalten lückenlos zu dokumentieren. Die spektakulären Aufnahmen aus Australien zeigen eindrücklich, wie viel über das Verhalten wildlebender Tiere noch unbekannt ist – selbst bei so gut erforschten Arten wie dem Großen Tümmler.
Die Studie dürfte weiteren Forschungsinteresse wecken. Wissenschaftler wollen nun untersuchen, wie verbreitet das Shelling entlang der australischen Küste tatsächlich ist und ob sich ähnliche Techniken auch bei Delfinen anderer Regionen nachweisen lassen. Die Fähigkeit zur Nutzung von Werkzeugen könnte dabei entscheidend sein für das Überleben der Tiere in sich verändernden Meeresökosystemen.
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