Dieses Video wurde am 21.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
US-Präsident Donald Trump hat eine Präsidialanordnung unterzeichnet, die die amerikanische Raumfahrt grundlegend transformieren soll. Das Ziel: mindestens 1000 Raketenstarts pro Jahr bis 2030. Damit würde sich die Startfrequenz im Vergleich zu heute mehr als verfünffachen. Das Dekret setzt auf die Stärkung der privaten Raumfahrtindustrie und macht die Wiederverwendbarkeit von Raketen zum zentralen Schlüssel für dieses ambitionierte Vorhaben.
Von 180 auf 1000 Starts: Ein enormer Sprung
Im vergangenen Jahr verzeichneten die USA rund 180 Raketenstarts – bereits ein deutlicher Anstieg gegenüber den etwa 18 Starts im Jahr 2013. Dieser Zuwachs innerhalb von gut einem Jahrzehnt gilt als bemerkenswert, doch Trumps neue Anordnung setzt die Messlatte deutlich höher.
Um das Ziel von 1000 jährlichen Starts und Rückflügen zu erreichen, ist die konsequente Nutzung wiederverwendbarer Raketensysteme unerlässlich. Erst durch das Bergen und erneute Einsetzen von Trägerraketen lassen sich Kosten und Startzyklen so weit optimieren, dass eine solche Frequenz wirtschaftlich darstellbar wird.
- 2013: ca. 18 Raketenstarts in den USA
- 2024: ca. 180 Raketenstarts – zehnmal so viele wie 2013
- 2030 (Ziel): mindestens 1000 Starts und Rückflüge pro Jahr
SpaceX dominiert den kommerziellen Raumfahrtmarkt
Die Marktdominanz von SpaceX ist dabei kaum zu übersehen: Von den rund 180 Starts des vergangenen Jahres entfielen etwa 170 auf das Unternehmen von Elon Musk. SpaceX hat mit seinen wiederverwendbaren Falcon-9-Raketen und dem Starship-System die kommerzielle Raumfahrt revolutioniert und ist heute der mit Abstand wichtigste Akteur im US-amerikanischen Raumfahrtsektor.
Trumps Dekret zielt explizit darauf ab, die private Raumfahrtindustrie weiter zu stärken und regulatorische Hürden abzubauen. Neben SpaceX sollen auch andere Unternehmen profitieren und der Wettbewerb im kommerziellen Startsegment belebt werden.
NASA soll Mond- und Marsmissionen vorantreiben
Die Anordnung umfasst auch klare Aufgaben für die NASA. Die Raumfahrtbehörde soll laut dem Dekret kommerzielle Transporte zum Mond erleichtern und unbemannte Missionen zum Mars vorantreiben. Darüber hinaus wird die NASA beauftragt, Wege für bemannte Marsflüge auszuloten – ein Ziel, das auch SpaceX und Elon Musk seit Jahren verfolgen.
Die Verknüpfung von staatlicher Raumfahrtpolitik und privater Industrie ist dabei kein Zufall. Die NASA soll als Ermöglicher und Auftraggeber fungieren, während kommerzielle Anbieter die eigentliche Durchführung übernehmen – ein Modell, das sich bereits beim Internationalen Raumfahrtprogramm bewährt hat.
Einordnung: Realistisch oder politisches Signal?
Ob das Ziel von 1000 Raketenstarts bis 2030 erreichbar ist, bleibt unter Experten umstritten. Die technologischen Voraussetzungen – insbesondere durch wiederverwendbare Systeme – sind grundsätzlich vorhanden, doch erfordert eine solche Skalierung massive Investitionen in Startinfrastruktur, Sicherheitszulassungen und Produktionskapazitäten.
Trumps Dekret sendet dennoch ein klares politisches Signal: Die USA wollen ihre Führungsrolle in der globalen Raumfahrt ausbauen – und setzen dabei auf die Dynamik privatwirtschaftlicher Akteure. Ob die Marke von 1000 Starts bis 2030 tatsächlich erreicht wird, dürfte maßgeblich davon abhängen, wie schnell SpaceX und mögliche Konkurrenten ihre Kapazitäten ausweiten können.
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