Dieses Video wurde am 25.08.2026 von BILD auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der August ist für Russland historisch ein Unglücksmonat – und im Jahr 2026 setzt die Ukraine dieses Muster gezielt fort. Mit einer beispiellosen Drohnenkampagne trifft Kiew russische Ölraffinerien, Militärflugplätze und Logistikzentren tief im russischen Hinterland. Der sogenannte schwarze August Russlands ist damit längst kein Aberglaube mehr, sondern wird zur militärischen Strategie. Russland reagiert mit Angriffen auf ukrainische Energieinfrastruktur – und trifft dabei auch zivile Ziele.
Der schwarze August: Russlands Unglücksmonat mit langer Geschichte
Die Verbindung zwischen Russland und dem August reicht weit zurück. Ein Blick auf die jüngere Geschichte zeigt ein erschreckendes Muster:
- 1991: Gescheiterter Putsch gegen Michail Gorbatschow – er läutete das Ende der Sowjetunion ein.
- 1998: Vollständiger Kollaps des Rubel; Russland wurde zahlungsunfähig.
- 1999: Beginn des Zweiten Tschetschenienkriegs nach russischen Bombenangriffen auf Dagestan.
- 2000: Untergang des Atom-U-Boots Kursk in der Barentssee; 118 Seeleute starben.
- 2008: Kaukasuskrieg gegen Georgien in den Regionen Südossetien und Abchasien.
Diese Serie von Krisen hat den August im russischen Bewusstsein als Unheilsmonat verankert. Im Jahr 2026 ist es jedoch keine historische Laune, sondern ukrainische Strategie, die diesen Fluch bewusst verlängert.
Drohnenangriffe auf Raffinerien und Onlinehandel-Lager
Die ukrainischen Streitkräfte fliegen seit Beginn des Augusts 2026 systematische Angriffe auf russische Ölinfrastruktur. Raffinerien und Öldepots im gesamten Land wurden von FPV-Drohnen getroffen. Die entstehenden schwarzen Rauchwolken gelten dabei symbolisch als Sinnbild des schwarzen Augusts.
Parallel dazu gerieten Lagerhäuser großer russischer Onlinehändler ins Visier: Mehrfach wurden Wildberries-Lager – Russlands größter Onlinemarktplatz – sowie Depots von Ozon, dem zweitgrößten Onlinehandel des Landes, von Drohnen getroffen und teils vollständig zerstört. Die Angriffe auf diese zivile Logistik untergraben Russlands Lieferketten und wirtschaftliche Stabilität spürbar.
Auch Rüstungsziele wurden präzise angesteuert: Der Militärflugplatz Annapa sowie der strategisch wichtige Flugplatz Millerovo wurden getroffen. Dabei wurden mindestens zwei MiG-29-Kampfjets zerstört. Die Kamenski-Fabrik, in der unter anderem Raketentreibstoff hergestellt wird, wurde bei mehreren Schlägen schwer beschädigt.
Spritknappheit in Russland wächst – der Alltag leidet
Die Angriffe auf die Ölraffinerien hinterlassen deutliche Spuren im russischen Alltag. Über weite Teile des Landes herrscht inzwischen Spritmangel. Nur im dünn besiedelten Norden – der Region Yamalo-Nenets mit rund 500.000 Einwohnern – gibt es noch keine nennenswerten Versorgungsengpässe.
In den meisten übrigen Regionen gelten bereits Verkaufslimits an Tankstellen, teilweise geregelt nach Kennzeichensystemen. In drei Regionen ist die Lage besonders kritisch: Dort stehen Autofahrer teils tagelang Schlange, um überhaupt noch Kraftstoff zu bekommen. Zudem sinkt die Kraftstoffqualität dramatisch – Super-Benzin mit Oktan 98 ist an etwa 80 Prozent der russischen Tankstellen nicht mehr erhältlich.
Die langfristigen wirtschaftlichen Folgen für Russland sind noch nicht vollständig absehbar, doch der Druck auf Versorgung und Logistik an der Front wächst täglich.
Putins Drohung und Russlands Gegenschläge auf ukrainische Energieziele
Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte öffentlich auf die Angriffe. Ende August erklärte er, das „Kiewer Regime” habe Russlands Wirtschaft schädigen wollen – und es sei ihm gelungen. Gleichzeitig drohte er mit gezielten Vergeltungsangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur: „Dann erwartet eine Antwort, die auf eure empfindlichsten Wirtschaftssektoren abzielt.”
Diese Drohung folgte rasch auf Taten: Ein Öldepot in Browary, einem Vorort der ukrainischen Hauptstadt Kiew, wurde von russischen Raketen vollständig zerstört. Das Depot brannte vollständig aus und kann vorerst nicht repariert werden.
Darüber hinaus traf Russland ein Einkaufszentrum in Cherson – ein Angriff ohne jeden militärischen Bezug, der zivilen Schaden verursachte. Ein weiterer russischer Angriff galt dem Grenzübergang Tabaky an der ukrainisch-moldauischen Grenze, weit entfernt von der Frontlinie. Militärisch bedeutsam war keiner dieser Schläge.
An der Front selbst gab es kleinere russische Vorstöße: Im Donbas wurde das Dorf Rodynske eingenommen, im Bereich Avdiivka läuft eine Nadelstich-Taktik gegen ukrainische Stellungen. Große Durchbrüche blieben jedoch aus.
Der August 2026 reiht sich damit nahtlos in Russlands Serie von Krisenmonaten ein – diesmal jedoch nicht durch Zufall, sondern durch den gezielten militärischen Druck der Ukraine. Ob Russland die angekündigte Eskalation im Energiesektor tatsächlich umsetzen kann und welche wirtschaftlichen Folgen die zerstörte Ölinfrastruktur langfristig hat, wird die nächsten Wochen zeigen.
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