Dieses Video wurde am 26.08.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Die deutsche Wirtschaft zeigt sich im Frühjahr 2026 robuster als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal – eine Aufwärtsrevision gegenüber der Erstschätzung von 0,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Treiber ist vor allem die starke Exportentwicklung. Gleichzeitig legte das ifo-Geschäftsklima überraschend kräftig zu und signalisiert, dass die Erholung Europas größter Volkswirtschaft an Breite gewinnt – trotz anhaltender Belastungen durch den Irankrieg, hohe Energiepreise und Niedrigwasser auf deutschen Flüssen.
BIP-Wachstum: Exporte als Wachstumsmotor
Das Wachstum von 0,3 Prozent im zweiten Quartal 2026 markiert bereits das dritte Quartal in Folge mit positiven Vorzeichen. Der entscheidende Impulsgeber sind die Exporte: Im Frühjahr wurden insgesamt 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen ins Ausland verkauft als im ersten Quartal. Besonders die Nachfrage aus dem europäischen Ausland hat sich spürbar belebt.
Hinzu kommen massive staatliche Investitionen in Verteidigung und Infrastruktur, die zunehmend in der Breite der deutschen Wirtschaft ankommen. Konjunkturchef Professor Timo Wollmershäuser vom ifo Institut spricht von zwei zentralen Schubkräften, die derzeit überwiegen.
ifo-Geschäftsklima steigt auf Vorkrisenniveau
Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte im August um 2,1 Punkte auf 88,8 Zähler, nach revidierten 86,7 Punkten im Juli. Analysten hatten lediglich einen Anstieg auf 87,2 Punkte erwartet. Es ist der vierte Anstieg in Folge – und erstmals liegt das Barometer wieder über dem Niveau, das vor Ausbruch des Irankriegs Ende Februar erreicht worden war.
Der Stimmungsaufschwung zieht sich quer durch alle Sektoren:
- Industrie: steigende Auftragseingänge und optimistischere Lagebeurteilung
- Dienstleister: verbesserte Geschäftsaussichten
- Handel: positivere Einschätzung der aktuellen Situation
- Baugewerbe: leichte Erholung der Erwartungen
Die Firmen bewerten sowohl ihre aktuelle Lage als auch ihre Geschäftsaussichten deutlich besser als zuletzt.
Bremsende Faktoren: Niedrigwasser, Ölpreis und Energiekosten
Trotz des positiven Gesamtbildes mahnt Professor Wollmershäuser zur Vorsicht. Das Niedrigwasser auf deutschen Flüssen – mit Rekordtiefständen über mindestens anderthalb Monate – verursacht Lieferengpässe, besonders in der chemischen Industrie. Auch der anhaltend hohe Ölpreis infolge des Irankriegs und zuletzt gestiegene Gaspreise könnten einen zweiten Energiepreisschock bedeuten, der die Wirtschaft noch längere Zeit beschäftigen wird.
„Die Schubkräfte scheinen derzeit deutlich zu überwiegen”, so Wollmershäuser – aber die Bremswirkungen seien real und dürften sich noch in den Daten niederschlagen.
Auf dem internationalen Parkett sorgte derweil die Ankündigung der USA für Erleichterung: Washington weitete zwar Sanktionen gegen den Iran aus und belegte rund 60 Unternehmen und Einzelpersonen mit Strafmaßnahmen, setzte die angedrohten Sekundärsanktionen gegen Drittländer – allen voran China – jedoch zunächst aus. Der Brent-Ölpreis reagierte mit einem deutlichen Rückgang von rund 2,7 Prozent, der DAX legte rund 0,9 Prozent zu.
Strukturreformen: Konjunktur darf nicht zum Reformbremser werden
Für das Gesamtjahr 2026 rechnet Wollmershäuser mit einem BIP-Wachstum von 1,2 bis 1,3 Prozent – eine, gemessen am deutschen Potenzialwachstum von knapp über null Prozent, kräftige Rate. Die industrielle Erholung aus einem „tiefen Tal” setze sich fort, und die Weltkonjunktur zeige sich insgesamt robust.
Gleichzeitig warnt der Ökonom eindringlich davor, dass die aufgehellte Konjunkturlage den Reformeifer der Bundesregierung erlahmen lässt. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte zu Beginn der Kabinettsklausur ein erhöhtes Tempo bei Wirtschaftsreformen angemahnt. Strukturelle Baustellen bleiben drängend:
- Demografie: schrumpfendes Erwerbspersonenpotenzial bremst das Wachstum
- Produktivität: Digitalisierung und Bürokratieabbau müssen vorangetrieben werden
- Rentenreform: steigende Bundeszuschüsse treiben Arbeitskosten hoch
Besonders beim Thema Rente mit 63 ist der politische Widerstand zuletzt gewachsen – sogar ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten sprachen sich für ein Ende der Frühverrentungsoption aus. Wollmershäuser plädiert für eine konsequente Umsetzung der Rentenkommissions-Empfehlungen inklusive einer schrittweisen Anhebung des Renteneintrittsalters. Nur so lasse sich die Rente langfristig solide finanzieren und das strukturelle Wachstumspotenzial der deutschen Wirtschaft nachhaltig stärken.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


