Lohnfortzahlung kostet 85 Milliarden Euro

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Dieses Video wurde am 31.08.2026 von Handelsblatt auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.

Deutsche Unternehmen haben im vergangenen Jahr so viel Geld für Lohnfortzahlung im Krankheitsfall ausgegeben wie nie zuvor: 85,6 Milliarden Euro – das bilanziert das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln). Innerhalb von eineinhalb Jahrzehnten haben sich die nominalen Kosten damit mehr als verdoppelt. Trotz dieser alarmierenden Zahlen sorgt das Thema in der Koalition vor allem für Streit statt für Lösungen.

Rekordkosten bei Krankmeldungen belasten Arbeitgeber

Die Zahlen des IW Köln sind eindeutig: 85,6 Milliarden Euro flossen 2025 in die krankheitsbedingte Entgeltfortzahlung – ein historischer Höchstwert. Der Anstieg ist dabei kein kurzfristiges Phänomen, sondern das Ergebnis eines langfristigen Trends steigender Krankschreibungsraten in Deutschland.

Besonders kleinere und mittlere Unternehmen spüren die finanzielle Belastung deutlich, da sie Personalausfälle kaum kompensieren können. Der volkswirtschaftliche Schaden geht dabei über die direkten Lohnkosten hinaus: Produktionsausfälle, Qualitätsverluste und zusätzliche Belastungen für verbliebene Beschäftigte kommen hinzu.

  • 85,6 Milliarden Euro Gesamtkosten für Lohnfortzahlung im Jahr 2025
  • Mehr als Verdopplung der nominalen Kosten innerhalb von 15 Jahren
  • Steigende Krankschreibungsraten als strukturelles, nicht konjunkturelles Problem
  • Besondere Belastung für kleinere Betriebe ohne Personalreserven

Attestpflicht ab dem ersten Tag – Koalition im Streit

Als mögliche Gegenmaßnahme plant die Koalition eine Attestpflicht für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bereits ab dem ersten Krankheitstag. Doch Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) stellte die Maßnahme öffentlich infrage. Gegenüber der Funke Mediengruppe erklärte sie, sie sei zwar koalitionstreu, zweifle aber am Sinn der geplanten Regelung.

Damit löste Bas einen neuen Koalitionskrach aus. Die CDU reagierte verschnupft. Dabei ist die Kritik an der Attestpflicht nicht völlig unbegründet: Auch Bundeskanzler Friedrich Merz plädierte für Ausnahmen, weil Zweifel an der praktischen Durchführbarkeit wachsen. Das IW Köln hält die Attestpflicht seinerseits für kein wesentliches Instrument zur Lösung des Problems.

Was der Kritik von Bas fehlt, ist die konstruktive Ergänzung: Eigene Vorschläge, wie die rekordhohen Kosten gesenkt werden sollen, blieb die Arbeitsministerin bislang schuldig.

VW-Vorstand zwischen Reform und Kompromiss

Auch beim angeschlagenen Automobilkonzern Volkswagen fehlt es an Einigkeit. Nach Handelsblatt-Informationen ist der Konzernvorstand derzeit gespalten: Ein Lager drängt Konzernchef Oliver Blume zu maximalen Einschnitten beim Stellenabbau, ein anderes setzt auf Kompromisse. Wichtige Entscheider beschreiben den Vorstand als zerrissen.

Im Aufsichtsrat wächst derweil die Sorge um die Handlungsfähigkeit des Gremiums. Eine leichte Entspannung zeichnet sich zumindest beim Stellenabbau ab: Statt der bislang diskutierten mehr als 100.000 Stellen bis 2030 dürfte der Abbau in Deutschland bei rund 75.000 Stellen landen. Das Präsidium kam am Donnerstag zusammen, der gesamte Aufsichtsrat tagte am Freitag – ohne einheitliche Beschlussvorlage.

Über den internen Machtkampf gerät dabei die eigentliche Kernaufgabe des Konzerns aus dem Blick: Autos zu bauen, die am Markt gefragt sind.

Weitere wirtschaftspolitische Signale

Auch international mehren sich wirtschaftspolitisch relevante Entwicklungen. US-Notenbankchef Kevin Warsh bekannte sich beim Notenbankertreffen in Jackson Hole entschlossen zur Inflationsbekämpfung – was baldige Zinserhöhungen wahrscheinlich macht und ihn in Konflikt mit US-Präsident Donald Trump bringen dürfte.

Kapitalmarktexperte Mohammed El-Erian sieht in steigenden Zinsen möglicherweise einen längerfristigen Trend und warnt, dass das US-Staatsschuldenproblem auf Europa übergreifen könnte. Wenn Anleger in den USA höhere Renditen erzielen, müssen andere Staaten ebenfalls mehr bieten, um Kapital anzuziehen.

Hinzu kommt die nach wie vor hohe Belastung durch Energiekosten: Mit durchschnittlich 85,6 Cent pro Kilowattstunde zahlen deutsche Verbraucher den höchsten Strompreis aller G20-Staaten – mehr als doppelt so viel wie der G20-Durchschnitt von 16,3 Cent. Mehr als 60 Prozent des Preises entfallen dabei auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte.

Die wirtschaftspolitische Agenda des Herbstes 2026 ist damit voll: Ob bei der Lohnfortzahlung, dem VW-Umbau oder der Zinswende – Entscheidungen mit weitreichenden Folgen stehen unmittelbar bevor.

Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (Handelsblatt). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.

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