Dieses Video wurde am 01.09.2026 von WELT Nachrichtensender auf YouTube veröffentlicht. Zum Original-Video auf YouTube.
Der Bundesregierung wächst der Personalapparat trotz gegenteiliger Ankündigungen weiter auf Rekordhöhe. Laut einer aktuellen Studie der Initiative neue soziale Marktwirtschaft (INSM) plant die Bundesregierung im Haushaltsentwurf 2027 mit rund 310.000 Stellen – das sind knapp 12.500 mehr als im letzten vollständigen Jahr der Ampelregierung 2024. Dabei hatte die aktuelle Koalition im Koalitionsvertrag ausdrücklich vereinbart, den Personalkörper bis zum Ende der Legislaturperiode um 8 Prozent zu reduzieren. Von diesem Ziel ist die Bundesregierung weit entfernt.
Bundesstellen wachsen statt zu schrumpfen
Statt der vertraglich vereinbarten schrittweisen Reduzierung des Bundespersonals zeigt die INSM-Analyse einen gegenläufigen Trend. Hätte die Bundesregierung ihren Fahrplan eingehalten, hätten bis heute bereits rund 4 Prozent der Stellen abgebaut sein müssen. Tatsächlich aber wurden – unter Einberechnung der Planung für das kommende Jahr – mehr als 4 Prozent mehr Stellen aufgebaut.
Besonders auffällig: Der Zuwachs konzentriert sich vor allem auf Beamtenstellen, also auf Beschäftigungsverhältnisse, aus denen sich der Staat besonders schwer lösen kann. INSM-Chefvolkswirt Stefan Schönke bezeichnet diesen Befund als „schwer verständlich” und fordert öffentlichen Druck auf die Regierung, einen konkreten Abbauplan vorzulegen.
Welche Behörden bauen Personal auf?
Der Stellenzuwachs zieht sich laut der Studie durch nahezu alle Ressorts und Behördenebenen:
- Oberste Bundesbehörden wie Ministerien und das Bundesverfassungsgericht verzeichnen Stellenwachstum.
- Nachgelagerte Behörden auf Bundesebene folgen dem gleichen Muster.
- Ausdrücklich ausgenommen vom Sparzwang wurde der Sicherheitsbereich – Soldatenstellen und Richterstellen wurden in der Studie daher nicht gewertet.
- Einzige Ausnahme mit positivem Signal: Der Bundesrechnungshof – die Institution, die die Regierung kontrolliert – baut als einzige Behörde Personal ab.
Der Koalitionsausschuss hatte das 8-Prozent-Ziel erst vor wenigen Wochen ausdrücklich bekräftigt, was den aktuellen Stellenaufbau noch schwerer nachvollziehbar macht.
Kann die Regierung ihr Ziel noch erreichen?
Rechnerisch ist das 8-Prozent-Reduktionsziel bis zum Ende der Legislaturperiode kaum noch realisierbar. Um es zu erfüllen, müssten in den verbleibenden zwei Jahren jeweils rund 18.000 Stellen eingespart werden – eine Größenordnung, die einer mittleren Kleinstadt entspricht.
Angesichts der Tatsache, dass allein in der Planungsphase der aktuellen Legislatur 12.500 Stellen aufgebaut wurden, gilt dieses Szenario als unrealistisch. Schönke mahnt, die Öffentlichkeit müsse die Bundesregierung deutlich stärker nach einem verbindlichen Abbaufahrplan befragen – einen solchen habe die Regierung bislang nicht vorgelegt.
Milliarden-Mehrkosten belasten den Haushalt
Der Stellenaufbau hat unmittelbare finanzielle Konsequenzen. Gegenüber dem letzten Ampeljahr entstehen durch die geplanten Neustellen Mehrausgaben von rund 6,6 Milliarden Euro – und das in einer Zeit, in der die Haushaltslage des Bundes als angespannt gilt.
Zum Vergleich: Der Ausgleich der kalten Progression, also der schleichenden Steuererhöhung durch Inflation, die Millionen Arbeitnehmer belastet, wurde zuletzt mit fehlenden Mitteln von rund 8 Milliarden Euro begründet. Hätte die Bundesregierung auf den geplanten Personalaufbau verzichtet, wäre fast die gesamte benötigte Summe für diesen Ausgleich verfügbar gewesen.
Hinzu kommt ein struktureller Effekt: Mehr Beschäftigte in Behörden bedeuten erfahrungsgemäß auch mehr Regulierung und Bürokratie – was wiederum die Wirtschaft belastet. Der INSM-Befund rückt den Widerspruch zwischen dem haushaltspolitischen Sparanspruch der Bundesregierung und ihrem tatsächlichen Handeln damit in ein scharfes Licht. Ob und wie das 8-Prozent-Ziel noch erreicht werden kann, dürfte zu einer der zentralen innenpolitischen Debatten der verbleibenden Legislatur werden.
Hinweis: Dieser Artikel wurde KI-gestützt erstellt und kann Fehler oder Ungenauigkeiten enthalten. Das verwendete Beitragsbild ist das YouTube-Vorschaubild des Original-Videos. Sämtliche Urheberrechte am Video, am Vorschaubild und an den darin enthaltenen Inhalten liegen beim jeweiligen YouTube-Kanal-Betreiber (WELT Nachrichtensender). Bei Fragen oder Anliegen zur Nutzung bitte über das Impressum kontaktieren.


